Auch Bürgi-Kinder leiden, denn wirklich bürgerlich ist ihre Herkunft nicht. Auch sie müssen arbeiten und sich mit all den Schwierigkeiten auseinandersetzen, die der Zwang, die eigene Ware Arbeitskraft zu verkaufen, mit sich bringt. Ganz besonders betroffen sind die beiden Hosts. Während Valentin nach zehn Jahren Walter-Benjamin-LARP nun gezwungen ist, sein Leben an die Zwänge des Arbeitsalltags anzupassen, hat Ayşegül nach zehn Jahren High-Performer-Lifestyle genau das plötzlich verlernt.
In der neuesten Folge versuchen die Hosts, ihr eigenes „Leiden beredt werden zu lassen“ (Adorno), und suchen die nach innen gerichtete Gewalt, wo man sie zunächst selbst nicht wahrnimmt: dort, wo die Gegenleistung, der Lohn, einem als äquivalent erscheinen mag.
Literatur:
Yukio Mishima: Bekenntnisse einer Maske
Leif Randt: Allegro Pastell
Simone Weil: Von der Schwierigkeit, den Kopf zum Himmel zu heben
Alex Struwe: Totalität - Marx, Adorno und das Problem kritischer Gesellschaftstheorie