823 Episoden
- Teddy: Heute waren irgendwie alle nett. Im Hotel, beim Konzert, in der Kneipe – nur entspannte Menschen.
Esel: Eigentlich sind die Menschen doch alle gut.
Teddy: Das dachte ich beim Konzert auch. Alle glücklich, freundlich, einander zugewandt.
Esel: Und trotzdem läuft auf der Welt so viel schief. Warum gibt es Kriege? Wir sind doch alle nur Menschen, die Träume haben.
Teddy: Das klingt jetzt schon ziemlich platt.
Esel: Wollen wir das wirklich veröffentlichen?
Teddy: Nee, oder?
Esel: Nee, sicher nicht. Viel zu platt. - Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre habe ich gewartet.
Damals hat es irgendwann einfach nicht mehr gepasst. Jeder ist seinen Weg gegangen. Und wahrscheinlich haben beide lange geglaubt, dass es besser so war.
Ich stehe in den vordersten Reihen, ziemlich weit links, aber nah genug dran.
Jetzt kommen sie Arm in Arm auf die Bühne, ein bisschen unbeholfen vielleicht, aber sie müssen ja erst wieder herausfinden, wie das geht. Eigentlich tun sie gar nichts Besonderes. Es reicht schon, dass sie da sind. Zusammen. Und plötzlich sieht alles so einfach aus.
Als hätten sie sich all die Jahre vermisst. Als wäre das, was damals nicht mehr gepasst hat, mit der Zeit wieder passend geworden.
Vielleicht waren sie ja doch gar nicht nie zu verschieden gewesen.
Vielleicht passen sie ja doch sogar verdammt gut zusammen.
Dann ist alles still, Freude, Spannung, neben mir weint jemand. Dann geht er ans Mikro. "Hallo, Herr Müller!"
Und das Stadion tobt.
Sounds:
https://freesound.org/people/sebastianlund/sounds/45406
https://freesound.org/people/tim.kahn/sounds/521889/
https://www.youtube.com/watch?v=frdBb9Slu1A
https://www.youtube.com/watch?v=uCgbOg8Xnt0
https://freesound.org/people/soundslikewillem/sounds/193064/ - Es regnet. Seit Stunden.
Ich sitze am Fenster in einem Sessel und sehe hinaus auf diese Hügel, die man hier Berge nennt. Obwohl sie dafür eigentlich zu weich sind. Alles ist grün, noch grün jedenfalls, aber an manchen Bäumen beginnt schon ein stumpfes Gelb. Herbstanfang? Die Fichten sind natürlich alle tot, wie überall. Das ignoriere ich. Über den höheren Hügeln hängt Nebel, mal sieht man die Baumkronen, dann sieht man sie verschwinden.
Ein paar Tropfen laufen die Scheibe hinunter. Ich könnte ihnen ewig zusehen.
Damals im Auto, als Kind, auf dem Weg in den Urlaub, da habe ich das auch gemacht. Der Regen lief durch den Fahrtwind seitlich über das Fenster, von vor nach hinten, und ich habe stundenlang zugesehen. Nichts anders gemacht. Die Tropfen kamen, vereinten sich mit anderen Tropfen, wurden größer, verschwanden am Rand. Manche liefen ein Stück zusammen. Dann wieder auseinander.
Ich mag Regen wirklich sehr. Alles wird dunkler und stärker. Die Wiesen grüner, die Dächer röter, die Straßen schwärzer. Alles nass, alles neu. Oder so.
Raus will ich trotzdem nicht.
Das ist vielleicht nicht ganz fair, denke ich. Regen schön zu finden, solange eine Scheibe dazwischen ist.
Ich könnte einfach aufstehen. Schuhe an, Jacke an, raus. Der Weg führt am Haus vorbei, dann den Hügel runter, durch die Bäume, runter zum See.
Ich sollte rausgehen.
Ich gehe jetzt raus.
Vielleicht vorher noch einen Kaffee.
Oder ein alkoholfreies Bier.
Kaffee hatte ich genug. Süßigkeiten auch. Raffaello vor allem. Erstaunlich, dass etwas, das so leicht aussieht, einen so schwer machen kann.
Ich bleibe sitzen.
Draußen wird der Nebel dichter. Für ein paar Minuten ist der gegenüberliegende Hügel fast weg. Ich weiß natürlich, dass er noch da ist. Das ist ja das Beruhigende. Dinge verschwinden nicht gleich, nur weil man sie nicht mehr sieht.
Ich will raus.
Wirklich.
Ich will den Regen ja spüren, den Geruch von nasser Erde, die kalte Luft.
Aber vielleicht ist es auch schöner, ihn von hier aus zu mögen.
Aus meinem Sessel.
Hinter dem Glas.
Ein Tropfen läuft über die Scheibe, sehr langsam, bleibt kurz stehen und entscheidet sich dann doch für eine Richtung.
Ich sehe ihm nach.
Vielleicht mache ich das gleich auch.
Vielleicht.
Links zur Folge:
https://www.window-swap.com/
https://troet.cafe/@Bonetti/117143911012246914 - POLIZEI – Zwei Podcaster mit ungewöhnlichem Pressearchiv aufgefallen
Am Mittwochabend wurden Beamte auf zwei Männer aufmerksam, die nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren Polizeimeldungen und Zeitungsberichte sammelten, in denen die Formulierung „Die Beamten staunten nicht schlecht“ vorkam. Bei der anschließenden Überprüfung stellte sich heraus, dass die beiden Podcaster über einen umfangreichen Bestand entsprechender Meldungen verfügten. Darunter befanden sich zahlreiche kuriose Berichte, in denen Einsatzkräfte mit Situationen konfrontiert wurden, mit denen sie offenbar nicht gerechnet hatten.
Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie sahen, wie oft die Beamten in den gesammelten Meldungen nicht schlecht gestaunt hatten.
Nach einer ersten Sichtung konnte eine genaue Anzahl nicht festgestellt werden. Die Sammlung soll jedoch über mehrere Jahre hinweg systematisch erweitert worden sein. Auf die Frage nach dem Zweck des Archivs erklärten die beiden Männer, das Material für ihren Podcast auszuwerten. Die Polizei weist vorsorglich darauf hin, dass das Staunen von Beamten grundsätzlich nicht strafbar ist. Die Ermittlungen dauern nicht an. - Der Morgen-Kaffee schnell im Steh'n
Doch vorher noch durch alle Farben geh'n
So viele Formen sehen seh'n, tagein, tagaus
Nichts dabei, nochmal ne neue Runde dreh'n
Dann seh ich Jörn motzend rumsteh’n:
Ich hab' hier alles schon geseh'n, ich muss hier raus
Ich halt's hier nicht mehr aus
Ich sehe oben am Himmel
Fliegende Untertassen verschwinden
Stell dir vor, wir säßen drin
Egal, wohin
Hauptsache raus aus dieser Folge
(Frei nach Max Giesinger)
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Esel und Teddy
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