Es ist das sechste Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, im heutigen Irak, liegt Babylon, die größte Stadt der damals bekannten Welt. Die Stadt erstreckt sich über etwa neunhundert Hektar, ihre Mauern sind so breit, dass angeblich vier Pferde nebeneinander darauf galoppieren können. Durch ihr Zentrum fließt der Euphrat, überquert von kunstvoll gemauerten Brücken. In der Luft liegt der Geruch von gebrannten Ziegeln, von Bitumen, von Gewürzen aus fernen Handelszügen. Und am Horizont, nicht zu übersehen, ragt das Gebäude auf, das wir heute den Turm von Babel nennen.