87 Episoden
- Deutschland hat sich lange eingeredet, die Zukunft gehöre vor allem Software, Beratung und Dienstleistungen. Fabriken galten als Relikte der Vergangenheit, industrielle Arbeit als austauschbar und Produktion als etwas, das sich problemlos ins Ausland verlagern lässt.
Doch mit Batterien, Halbleitern, Robotik und physischer KI beginnt eine neue industrielle Epoche. Plötzlich wird eine Fähigkeit wieder entscheidend, die selten, komplex und enorm wertvoll ist: aus Ideen reale Produkte zu machen – und sie in großer Stückzahl, hoher Qualität und zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren.
Während Tesla ein ehemaliges Automobilwerk zur Roboterfabrik umbaut, wird in Deutschland über Werksschließungen, Stellenabbau und den Rückzug aus neu aufgebauten Produktionskapazitäten diskutiert.
Haben wir den Wert industrieller Kompetenz fundamental unterschätzt? Warum behandeln wir Fabriken als Altlast, obwohl sie zur strategischen Infrastruktur der nächsten Technologiewelle werden könnten? Und wie kann Deutschland seine industrielle Substanz nicht nur erhalten, sondern für Robotik, Energiespeicher, autonome Systeme und die nächste Generation physischer Produkte neu nutzen?
In dieser Folge sprechen wir über die Mär von der Dienstleistungsgesellschaft, die Rückkehr der Produktion und eine unbequeme Frage: Verliert Deutschland gerade die Fabriken, die es für seine Zukunft dringend brauchen wird? Deutschland neu erfinden: Wie wir wieder Zukunftskraft, Mut und Selbstvertrauen aufbauen
04.07.2026 | 33 Min.Deutschland braucht mehr als Reformpakete, Sparappelle und verwaltete Kompromisse. Es braucht wieder ein attraktives Bild davon, was dieses Land können, gestalten und erreichen will.
Frank und Lars Thomsen bleiben nicht bei der Diagnose eines angeknacksten nationalen Selbstwertgefühls stehen. Sie gehen auf Lösungssuche: Wie schaffen wir wieder Aufbruch, Orientierung und ein neues Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten?
Es geht um die Frage, wie Politik, Wirtschaft, Medien und gesellschaftliche Führungskräfte wieder konkrete Zukunftsbilder entwickeln können, die Menschen nicht kleinhalten, sondern in Bewegung bringen. Welche Projekte, Technologien und gemeinsamen Ziele könnten Deutschland wieder das Gefühl geben: Wir sind nicht Zuschauer der Zukunft – wir können sie mitgestalten.
Dabei sprechen die Brüder über die notwendige Transformation von einer Verwalter- zu einer Gestalter-Mentalität. Über Vorstände und Entscheider, die wieder lernen, technologische Entwicklungen wirklich zu verstehen, Zusammenhänge zu durchdringen und Chancen frühzeitig in strategische Initiativen zu übersetzen.
Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: nicht als weiteres Schlagwort, sondern als Werkzeug, um Wissen verfügbar zu machen, Produktivität zu steigern, bessere Entscheidungen zu treffen und neue Lösungen schneller zu entwickeln.
Die Zeit nach dem Refompaket ist der Anfang einer Phase, in der Deutschland sich eine neue "Software" geben muss, die eine wieder erstrebenswerte Zukunft beschreibt. Ein neues Selbstbewusstsein, und eine kollektive Intelligenz, die das Signal im Rauschen entdeckt und entschlüsseln kann.
Leadership kann und muss daraus konkrete Vorhaben entwerfen, diese klar beschreiben und begründen können. Und damit Menschen wieder Gründe geben, an Fortschritt und die Zukunft zu glauben.Wenn Hochschulen neu lernen müssen: Der Wettlauf um Relevanz, Nutzen und Zukunft
21.06.2026 | 32 Min.Sind Universitäten und Hochschulen im klassischen angelsächsischen Stil heute noch zeitgemäß, oder bilden sie junge Menschen zunehmend für eine Arbeitswelt aus, die es so bald nicht mehr gibt?
Ausgangspunkt dieser Folge ist Chinas radikaler Umbau des Hochschulsystems: Tausende Studiengänge werden gestrichen, neue entstehen vor allem in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter, intelligente Produktion und neue Energietechnologien. Während China Bildung immer stärker als Industrie- und Zukunftspolitik versteht, wirken viele europäische Hochschulen oft erstaunlich langsam, fragmentiert und weit entfernt von den realen Umbrüchen in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft.
Frank und Lars Thomsen diskutieren, warum Curricula, Fakultäten und die Strukturen der Hochschulverwaltungen mit der Dynamik von KI, Automatisierung und neuen Berufsbildern oftmals kaum noch Schritt halten können. Sie fragen, ob Professuren auf Lebenszeit und akademische Selbstverwaltung Innovation eher unterstützen oder verlangsamen. Und warum wir nicht einfach weniger Geisteswissenschaften, sondern womöglich einen neuen technologischen Humanismus brauchen.
Es geht um die Zukunft des Studiums, die neue Rolle von KI im Sinne eines ergänzenden, persönlichem Tutor, dem zukünftigen Wert von Abschlüssen, und um die entscheidende Frage: Was müssen junge Menschen heute lernen und entdecken können, um in den kommenden zehn Jahren nicht nur einen Einstieg in die Berufswelt zu finden, sondern ihre Zukunft über Jahrzehnte zu sichern und selbst gestalten zu können?- Wir stehen vor zwei tektonischen Verschiebungen zugleich: KI macht Intelligenz und Produktivität skalierbar – während der demografische Wandel unsere alten Wachstums-, Schulden- und Gesellschaftsmodelle zerlegt.
In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Leadership jetzt vor der vielleicht fundamentalsten Gestaltungsaufgabe der kommenden Jahre steht: Unternehmen müssen lernen, nicht nur effizienter zu werden, sondern als kollektive Intelligenz zu funktionieren. Es geht nicht um ein paar neue Tools oder Automatisierungsprojekte. Es geht um die Frage, wie Wertschöpfung entsteht, wenn Menschen, KI und Robotik gemeinsam arbeiten, lernen und entscheiden.
Gleichzeitig zwingt uns die alternde Gesellschaft zu einer unbequemen Erkenntnis: Das alte Paradigma von immer mehr Wachstum, immer mehr Konsum, immer mehr Schulden und immer mehr Umverteilung funktioniert in schrumpfenden Bevölkerungen nicht mehr. Die „Herrschaft der Alten“ droht unsere Gesellschaften in eine Abwärtsspirale aus Besitzstandswahrung, Zukunftsangst und Spaltung zu treiben.
Aber genau hier liegt auch die Chance: KI und Robotik ermöglichen ein neues qualitatives Wachstumsmodell – eines, das Wohlstand, Produktivität und gesellschaftliche Erneuerung nicht mehr nur über Masse definiert, sondern über bessere Lösungen, mehr Intelligenz und neue Formen menschlicher Wirksamkeit. - In dieser Folge geht es um zwei Entwicklungen, die auf den ersten Blick getrennt wirken, und doch zusammengehören: Die rasante Robotik-Entwicklung in China und die neuesten KI-Fortschritte von Google.
Lars berichtet Frank von seiner Forschungsreise nach China zum Thema "Embodied Intelligence": Von Robotik-Use-Cases, neuen Systemhäusern, Robot-as-a-Service-Modellen und einer Geschwindigkeit, die zeigt, wie schnell aus Technologie reale Wertschöpfung werden kann. Frank ergänzt die Eindrücke mit den jüngsten Ankündigungen von Google I/O, die zeigen, wie KI nun immer tiefer in den Alltag von Wissensarbeitern eindringt.
Gemeinsam diskutieren die beiden, warum „Weltverständnis“ zum entscheidenden Begriff der nächsten KI-Phase werden könnte: Systeme, die nicht nur Sprache verarbeiten, sondern Zusammenhänge erkennen, Situationen interpretieren und in der physischen Welt handeln können. Für Deutschland und Europa entstehen daraus gewaltige Chancen – wenn es gelingt, Neugier, Führungswillen und Zukunftsmut hierzulande rechtzeitig wieder zu aktivieren.
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Über Thomsen & Thomsen Zukunftstalk
Die Zukunft hat uns seit jeher fasziniert. Doch das Erstaunlichste ist: Sie kommt immer schneller, in immer kürzeren Taktraten auf uns zu. Ob KI, humanoide Robotik, autonome Mobilität, Durchbrüche in der Medizin, neue Mensch-Maschinen-Interfaces – die Welt verändert sich so rasant, dass Themenzusammenhänge und diesbezügliche Potentiale, Chancen aber auch Risiken oftmals nicht mehr greifbar sind. Da wollen wir helfen! In ca. einstündigen, wöchentlichen Talks nehmen wir die Entwicklungen unter die Lupe, erstellen Szenarien und sprechen über ganz konkrete Anwendungsfälle für die Wirtschaft und Gesellschaft. Thomsen & Thomsen ist der Podcast, welcher Menschen anspricht, die das "größere Bild" sehen und verstehen wollen - zu Themen, die unsere Zeit prägen. Abseits von den "Aufregern der Woche" und dem Klagen über das Hier und Jetzt, wollen wir Impulse, Insights und Denkanstöße liefern – für Menschen, die weiterdenken wollen.
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