Sind Universitäten und Hochschulen im klassischen angelsächsischen Stil heute noch zeitgemäß, oder bilden sie junge Menschen zunehmend für eine Arbeitswelt aus, die es so bald nicht mehr gibt?
Ausgangspunkt dieser Folge ist Chinas radikaler Umbau des Hochschulsystems: Tausende Studiengänge werden gestrichen, neue entstehen vor allem in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Halbleiter, intelligente Produktion und neue Energietechnologien. Während China Bildung immer stärker als Industrie- und Zukunftspolitik versteht, wirken viele europäische Hochschulen oft erstaunlich langsam, fragmentiert und weit entfernt von den realen Umbrüchen in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft.
Frank und Lars Thomsen diskutieren, warum Curricula, Fakultäten und die Strukturen der Hochschulverwaltungen mit der Dynamik von KI, Automatisierung und neuen Berufsbildern oftmals kaum noch Schritt halten können. Sie fragen, ob Professuren auf Lebenszeit und akademische Selbstverwaltung Innovation eher unterstützen oder verlangsamen. Und warum wir nicht einfach weniger Geisteswissenschaften, sondern womöglich einen neuen technologischen Humanismus brauchen.
Es geht um die Zukunft des Studiums, die neue Rolle von KI im Sinne eines ergänzenden, persönlichem Tutor, dem zukünftigen Wert von Abschlüssen, und um die entscheidende Frage: Was müssen junge Menschen heute lernen und entdecken können, um in den kommenden zehn Jahren nicht nur einen Einstieg in die Berufswelt zu finden, sondern ihre Zukunft über Jahrzehnte zu sichern und selbst gestalten zu können?