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Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS

Anne Solveig und Erina Wissing
Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS
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87 Episoden

  • Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS

    #86 Debütroman | Sollte man das erste Buch, das man schreibt, veröffentlichen?

    15.06.2026 | 39 Min.
    Sollte man das erste Buch, das man schreibt, veröffentlichen, oder lieber nicht? Oft hört man, dass das erste Projekt ein Lernprojekt sei. Das kann enorm demotivierend sein, schließlich stecken viele Stunden Arbeit, Leidenschaft und Kreativität im ersten Projekt. Gleichzeitig nagen die Zweifel: Ist das Werk gut genug? Habe ich genug gelernt? Bin ich bereit? 
     
    Drei Gedanken aus der Folge:
    Am ersten Buch lernt man besonders viel, die Lernkurve ist steil. Besonders, wenn man es veröffentlicht. Eine Veröffentlichung bringt echtes Feedback, Leser:innen-Reaktionen und den Kontakt mit professionellen Abläufen wie Lektorat und Korrektorat. Das kann unglaublich lehrreich und motivierend sein. Aber auch beängstigend. Ob man das erste Manuskript veröffentlichen will hängt natürlich von der Qualität des Buches ab, aber auch davon, wie wohl man sich mit dem Gedanken fühlt und wo man langfristig hin will. 
    Das erste Buch ist Teil der Ausbildung als Autor:in, nicht zwingend das Aushängeschild. Viele erste Romane entstehen aus Euphorie, Entdeckungsdrang und dem Stolz, überhaupt ein Buch geschrieben zu haben. In dieser Phase entwickelt sich der eigene Stil, das Gespür für Dramaturgie, Figuren und Themen. Dieses erste Buch darf ein Übungsfeld sein. Es darf lehren, wie Geschichten funktionieren, ohne dass es die Aufgabe haben muss, die gesamte Autor:innenidentität zu repräsentieren.
    Eine Verlagsablehnung heißt nicht, dass der Roman schlecht ist. Verlage lehnen Manuskripte aus vielen verschiedenen Gründen ab. Deswegen aber unreflektiert zu sagen, der Verlag verstehe das Manuskript einfach nur nicht und ins Selfpublishing zu gehen, ohne sich genauer mit Selfpublishing und kritisch mit dem eigenen Manuskript auseinanderzusetzen, wird aller Wahrscheinlichkeit nicht den gewünschten Erfolg bringen. Selfpublishing sollte kein Plan B, sondern eine bewusste Entscheidung sein.
     
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    #85 Autorin auf der Walz | Was hat es mit Stadtschreiber:innen auf sich? (Mit Lena Schätte)

    08.06.2026 | 53 Min.
    Wie ist es, wenn man als Autorin – im metaphorischen Sinne –auf die Walz geht? In dieser Folge haben wir Lena Schätte bei uns zu Gast. Sie ist Stand heute – Sommer 2026 – Stadtschreiberin der Stadt Erfurt und lebt momentan von verschiedenen Literatur- und Aufenthaltsstipendien. Eine eigene Wohnung hat sie nicht.

    Nach ihrem Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hat sie große Erfolge mit ihrem Roman „Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ erzielt. Sie hat den W.-G.-Sebald-Literaturpreis undden Förderpreis Nordrhein-Westfahlen erhalten, war für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert, wo sie es auf die Longlist geschafft hat, und wurde kürzlich für den Ingeborg Bachmann Preis nominiert.

    In Erfurt hat Erina sie über die Romanwerkstattkennengelernt, die sie im Rahmen ihres Stadtschreiberinnen-Amtes anbietet. Und sie hat sich zu unserer großen Freude bereit erklärt, unsere Neugierde zu ihrem Werdegang in einer Podcastfolge zu stillen.
    Bücher dieser Folge (Spoilerwarnung):
    » "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" von Lena Schätte

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    #84 Resilienz | Wie hält man seine Gefühle aus?

    01.06.2026 | 46 Min.
    Resilienz. Das Wort zierte eine Weile viele Bestsellerwändeund doch sind sich viele Menschen unsicher, was genau es bedeutet. Manche denken, es bedeutet, keine Emotionen mehr zu haben, abgebrüht und kühl und damit überlegen zu sein. Andere denken es bedeutet so viel wie „die Zähnezusammenbeißen und durchpowern“.
     
    In dieser Folge sprechen wir über unser Verständnis von undunsere eigenen Erfahrungen mit Resilienz. Was bedeutet sie in unseren Augen? Geht es darum, seine Emotionen besser auszuhalten? Wie genau sieht das aus? Was sindkurzfristige Strategien? Und was bedeutet Resilienz, wenn man sie langfristig betrachtet?
     
    Ein Hinweis: Wir sind keine ausgebildeten Therapeutinnen,Psychologinnen oder Ärztinnen. Alles, was wir hier austauschen, sind unsere eigenen Ansichten, Erfahrungen und das, was wir zu dem Thema recherchiert haben. Die Methoden, über die wir in dieser Folge reden, dienen der Selbstfürsorge, aber sie ersetzen im Ernstfall keine Therapie. Solltest du Hilfe benötigen such dir bitte professionelle Unterstützung.

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    #83 Immersion | Wie entsteht Kopfkino beim Lesen?

    25.05.2026 | 44 Min.
    Hast du schon einmal erlebt, dass eine Geschichte dichvöllig in ihren Bann gezogen hat? Dass du für die Dauer des Lesens deinen Alltag und dein Umfeld vergessen und die Erzählung völlig als Realität angenommen hast? Wenn dir das bekannt ist, dann weißt du sicher, welche Kraft eine solche Geschichte entfalten kann. Echte Gefühle entstehen, man fühlt sich mit den Figuren verbunden wie mit guten Freunden oder exorbitanten Feinden, Verstand und Herz öffnen sich und man wird empfänglich für neue Ideen und Lektionen.

    Diesen Zustand nennt man auch „Immersion“ – also einvölliges „Eintauchen“. Und es gibt Mittel und Wege, den eigenen Text immersiver zu machen.
    In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Immersion so wichtig ist und wie sie entsteht. Auch brainstormen wir eine Liste möglicher Stellschrauben, die man als Autor:in zur Verfügung hat, um den eigenen Text nahbarer zu machen.
     
    Noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit neuestem bietet ErinaLektorate mit einem Fokus auf genau dieses Thema an. Wenn du Interesse hast, schau doch mal auf ihrer Website vorbei: www.lektorat-immersion.de.
     
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    #82 Demand Avoidance | Warum wehren wir uns gegen externe Anforderungen?

    18.05.2026 | 40 Min.
    In der heutigen Folge geht es um Demand Avoidance. Demand Avoidance beschreibt das innere Ausweichen, Blockieren oder den Widerstand, der entsteht, sobald jemand eine Anforderung an einen stellt. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Autismus benannt, wo es den PDA-Typ gibt (PDA für Pathological Demand Avoidance), aber auch unter ADHSler:innen sind leichtere Facetten von Demand Avoidance bekannt.
    Und dabei geht es nicht immer um große Aufgaben. Manchmal reicht es schon, dass man eine Nachricht beantworten soll oder ein Bild aufhängen. Wir sprechen darüber, warum dieses Vermeidungsverhalten bei ADHS auftritt, warum es nichts mit Faulheit oder Trotz zu tun hat, und weshalb dieser Widerstand eher eine instinktive Schutzreaktion ist, als eine bewusste Entscheidung.  
    Ein kurzer Hinweis: Wir sind keine Therapeutinnen oder Ärztinnen. In dieser Folge berichten wir aus unserer persönlichen Erfahrung, aus Beobachtung und aus dem, was uns geholfen hat, nicht aus einer professionellen oder klinischen Perspektive.
     
    Drei Gedanken aus der Folge:
    Demand Avoidance ist meistens eher eine Reaktion auf Druck, nicht auf die Aufgabe selbst. Der Stress entsteht durch die plötzliche Anforderung. Gerade bei ADHS spielen hier Überforderung, emotionale Dysregulation oder Versagensangst eine Rolle, aber auch Zeitblindheit und das Gefühl von Autonomieverlust. Dass wir dicht machen und die Aufgabe nicht ausführen können ist ein Schutzmechanismus, kein Trotz.
    Externe Deadlines geben Struktur, Relevanz und einen Rahmen. Sie können uns helfen, Aufgaben anzugehen, ohne uns die Autonomie zu nehmen. Denn theoretisch können wir bei einer Deadline immer noch selbst entscheiden, ob wir jetzt oder später anfangen und wie wir die Aufgabe umsetzen. Direkte Anforderungen, insbesondere, wenn wir „jetzt sofort“ etwas machen sollen, fühlen sich dagegen schnell an wie Kontrolle, Kritik oder Einengung. Die Deadline sagt: „Das ist wichtig.“ Die Anweisung sagt: „Du musst jetzt.“
    Demand Avoidance wird nicht durch mehr Druck besser, sondern durch Sicherheit.
    Zu verstehen, dass es ein „Ich kann gerade nicht“ ist und kein „Ich will nicht“, nimmt Scham aus der Situation und wenn es möglich ist, können wir vielleicht sogar mit unserem Gegenüber darüber reden. Auch „nein“ sagen lernen kann auf Dauer helfen, insbesondere, wenn wir das „nein“ bewusst aussprechen, nachdem wir einmal tief durchgeatmet haben.
     
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Über Bunnybrains - Leben und Schreiben mit ADHS
Willkommen bei den Bunnybrains. Wir sind Anne und Erina und wir sprechen in unserem Podcast über das Schreiben. Meistens. Manchmal auch über andere Dinge. Wie zum Beispiel Eichhörnchen. Wir gehen kompakt und auf den Punkt in die Tiefe. Unsere Gespräche finden auf Augenhöhe mit unseren Hörer:innen statt. Wir wissen es schließlich auch nicht besser. Der Podcast erscheint immer montags. Wenn wir es nicht vergessen. Mehr Info: www.bunnybrains.de Instagram: @bunnybrains.podcast
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