42 Episoden
- Valentina Rosamilia sitzt am Tisch, Smilla neben ihr, beide in Biel nach einer Trainingswoche. Die beiden sind Roommates, Trainingspartnerinnen, Konkurrentinnen über 800 Meter – und seit Januar enge Freundinnen. Valentina läuft für die Schweiz, hat U20-WM-Silber geholt, war Olympia-Halbfinalistin in Paris und hält den Schweizer 600m-Rekord. Aber die Geschichte, die sie hier erzählt, geht über Ergebnislisten hinaus.
2024, Schweizer Meisterschaften. Valentina braucht die Norm UND mindestens Platz drei für Paris. Sie steht auf Rang vier der nationalen Rangliste. Noch nie unter zwei Minuten gelaufen. Louis sagt: Geh nach vorne, du machst die Pace. Sie läuft die erste Runde in 57 Sekunden, allein. Die letzten 100 Meter: Alles rein. Dritte, 1:58.69, Olympia-Ticket. "Als Underdog kann man riskieren. Man hat nichts zu verlieren."
In der Episode reden die drei über das, was man von außen nicht sieht: Wie es sich anfühlt, in einer Trainingsgruppe zu landen, in der jede Session jemand besser ist als du – egal ob Sprint, Kraft oder Ausdauer. Wie Valentina nach zwei schwierigen Jahren (Formtief 2022, Verletzung 2023) lernen musste, sich nicht über Medaillen zu definieren. Wie die Schweizer 800m-Szene durch Audrey Vero (1:53, drittschnellste Zeit aller Zeiten) vier Läuferinnen auf internationalem Niveau produziert – und warum Valentina das als Antrieb nimmt statt als Druck.
Und dann: Bidgoszcz. Das Rennen, das eine Million Menschen auf Social Media gesehen haben. Valentina läuft im Feld, bei 300 Meter to go fallen mehrere Athletinnen vor ihr, sie macht einen Vollstopp, weicht nach innen aus statt über die Gestürzten zu fallen, läuft das Rennen von hinten wieder auf – und gewinnt. "Ich seh mich nicht als Siegerin in dem Rennen." Smilla widerspricht. Die Entscheidung, rauszugehen statt sich zu verletzen, hat Valentina in Sekundenbruchteilen getroffen. Das Video hat eine Diskussion über Feldgrößen im Mittelstreckenbereich ausgelöst.
Drumherum: Smilla und Valentina erzählen von einer Trainingssession, in der Valentina sieben Sekunden hinter Smilla ins Ziel kam und kaum noch zur Startlinie laufen konnte ("Ich bin am Boden gekrochen"). Annika beichtete Fake News aus der letzten Folge (DM in Halle – stimmt nicht, sorry). Das Glow der Woche: Grillieren am See in der Schweiz, spontan, mit einer Freundin aus Florida, die zehn Stunden Layover in Zürich hatte.
Valentinas Affirmation: Jeder hat seine eigene Pace. Sich Zeit geben. An den eigenen Grenzen arbeiten – das ist der Fortschritt, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
Birmingham steht an. Valentina und Smilla sind dabei. - Smilla Kolbe ist Deutsche Meisterin über 800 Meter. Zum zweiten Mal in Folge.
Aber von vorne. Freitag Abend: Smilla war beim DLV-Jugendlager eingeladen, hat anderthalb Stunden mit jungen Athletinnen und Athleten über Selbstbewusstsein, Ernährung am Wettkampftag und die Frage "Wo siehst du dich in fünf Jahren?" geredet – und gemerkt, dass die Antwort "Ich weiß es auch nicht" manchmal die ehrlichste und hilfreichste ist. TikTok-Trends gemacht, Autogrammkarten verteilt, Sticker von Grind & Glow dagelassen.
Annika stand neun Stunden im Stimmungsblock, war nervöser als die Athletin selbst, konnte fast nicht hingucken. Danach krönten beide anschließend Yolanda, Robert und Gesa im Stimmungsblock – Queen to Queen, Track Royalty. - Quality Time zu zweit – und diesmal mit echtem Talk. Smilla ist positiv erschöpft, emotional geladen, und hat zum ersten Mal in der Saison ein Race erlebt, das einfach "irgendwie shit" war. Nicht wegen ihr, nicht wegen der Form, sondern weil in Luzern der Himmel aufging: Sturm, Gewitter, Stromausfall, 30 Minuten Delay, nasse Füße schon im Callroom, und ein Racestart um kurz vor 22 Uhr im Dunkeln. Die Pacemakerin kämpfte sich durch den Wind, das Feld klebte zusammen, Smilla wurde gespiked, lief die ganze Zeit auf Bahn 2, und am Ende standen alle zwischen 2:00 und 2:02. Keine Gefühle dazu – einfach abhaken und weiter.
Drumherum: Mehrere Absagen für die Deutschen (Maite, Nele, Mo), das Feld verändert sich, aber die Vorfreude bleibt. Smilla war bei Eintracht Frankfurt für ein Birmingham-Quiz und Social-Media-Event, Annika entdeckte Smillas Jubel-Foto in einem Running Store in München (stolzer Cousinen-Moment), und wir tauchen tief ein in die Welt des Pacings – was einen guten Pacemaker ausmacht, warum gleichmäßig laufen schwieriger ist als man denkt, und dass Bahn 2 über drei Kurven 10,5 Meter und 1,6 Sekunden kostet. Alica Schmidt über den Mut, all in zu gehen: Mindset, Dankbarkeit & Olympia
16.07.2026 | 1 Std. 21 Min.Alica Schmidt hat einen mutigen Schritt gewagt: Disziplinwechsel von 400m auf 800m. Nach den Spielen in Paris lief sie spontan eine 800 – "hat mega viel Spaß gemacht, richtig Bock" – und entschied sich, den Weg zu gehen. Weil sie gewusst hätte, sie hätte es bereut, wenn sie es nicht probiert hätte. Aber einfach ist es nicht. Der Unterschied zwischen Sprint- und Lauftraining? Größer als gedacht. Anderer Schritt, anderer Rhythmus, ein Laktatwert der nicht mehr runterkommt, und Sessions, bei denen man 20 bis 30 Minuten durchgehend im Pain ist – ohne die Serienpausen, die man als 400m-Läuferin gewohnt ist.
Wir reden über ein Killer-Programm von Trainer Louis (Vo2Max-Läufe, dann 200er mit 30 Sekunden Pause, dann als "Dessert" noch Hunderter obendrauf), über den Unterschied zwischen neurologisch anstrengend und körperlich zerstörerisch, und warum Alica nach einer Session sagt "war eigentlich ganz okay" während Smilla daneben liegt und denkt "ich bin fast gestorben."- Smilla ist positiv erschöpft. Drei Mal Frankreich in zwölf Tagen, ein Fashion-Show-Wochenende in Paris, und dann direkt weiter nach Nancy zum nächsten Race – dritte geworden, wieder Sub 2, aber danach eine halbe Stunde auf dem Boden gelegen und “mein Kopf ist fast explodiert.” Zwei Off-Days, die nicht eingeplant waren, aber nötig. So sieht Profi-Leichtathletik im härtesten Trainingsblock der Saison aus: Man trainiert durch, racet aus dem Training raus und hofft, dass die Beine halten. Manchmal tun sie das, manchmal nicht – aber Sub 2 auf leeren Beinen zeigt, dass das Level stimmt.
Annika hatte dafür das andere Extrem: ihren längsten Lauf ever. 2 Stunden 25, eine Stunde davon Cruel Summer von Taylor Swift auf Repeat, Sonnenuntergang, 135er Puls, Runner’s High. Angefangen hat alles als Grind, dann hat irgendwas geklickt und am Ende wollte sie gar nicht mehr aufhören. Marathon-Vorbereitung wird gut.
Außerdem: Marc hat in Nancy 3:33 gelaufen (EM-Bestätigungsnorm, zweitschnellste Zeit seiner Karriere!), Nele arbeitet sich zurück, die Season-Höhepunkte rücken näher – Luzern, dann Deutsche Meisterschaften Bochum, dann EM Birmingham. Smilla verrät, wie man im Profi-Setup mit Müdigkeit, Off-Days und “ist das okay oder nicht okay?” umgeht: ehrlich kommunizieren und im Moment entscheiden. Plus: Ein 15-jähriger Schweizer hat Smilla beim Spaziergang einen frisch gefangenen Fisch angeboten, Zahnreinigung als ultimativer Adulting-Move, und die Affirmation der Woche: “A winner loses more often than a loser ever will.”
DM Bochum Tickets: 10 Euro Stimmungsblock, Rabattcode bei Auslaufen Podcast. Kommt alle.
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Über Grind & Glow
Smilla Kolbe, 800m Läuferin (1:59,02 PB//Deutsche Meisterin) spricht mit Annika Reuter, fast Kugelstoß-Profi, über ihr Leben als 800m Läuferin. Von Smillas Uni in Florida auf die Running-Tracks dieser Welt. Immer zwei Runden, immer mit ein bisschen Grind und viel Glow.
Podcast-WebsiteHöre Grind & Glow, Wild Wild Web - Geschichten aus dem Internet und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

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