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Zwischen Hamburg und Haiti

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  • Zwischen Hamburg und Haiti

    Göteborg: rau und liebenswert

    08.05.2026 | 28 Min.
    Ein altes Sprichwort sagt: „In Göteborg werden keine Gedichte geschrieben, sondern nur Rechnungen“. Es muss in Stockholm – ganz auf der anderen Seite Schwedens – erfunden worden sein. Denn Reporterin Merle Schaack hat in der zweitgrößten Stadt im Königreich viel mehr Gründe als Volvo, SKF und Co. entdeckt, um mehr als einen Zwischenstopp einzulegen.

    In der kultigen Straßenbahn fährt sie die Lebensadern der bodenständig bunten Stadt ab: Angefangen an der Mündung des Flusses Göta Älv, der einst Schwedens Tor zur großen Welt war. Jeden Morgen feilschen Händler hier im Hafen bei einer Fischauktion mit ganz eigenen Regeln um den besten Fang des Tages.

    Mit speziellem Göteborger Humor geht es nach Haga. Und hinter hübschen Holzfassaden dem Ursprung des ehemaligen Arbeiterviertels auf den Grund. Denn dass Einheimische wie Reisende hier in so gemütlichem Ambiente ihre Kaffeepausen einlegen können, verdanken sie dem Pragmatismus einer boomenden Hafenstadt und hartnäckigen Anwohnern.

    Fernab vom innenstädtischen Trubel lernen wir in dieser Folge von „Zwischen Hamburg und Haiti“ im Schärengarten Johanna Olzon kennen. Ihre Vorfahren arbeiteten zunächst als Fischer auf Hönö, einer der felsigen Inseln vor der Westküste – bis ihr Urgroßvater aus der Not eine Tugend machte und der Familiengeschichte mit seinem Geschäftssinn eine Wendung gab. Johanna und ihr Freund Peter zeigen uns, wie das Inselleben heute aussieht und wie sie es mit einem alten Rezept bereichern wollen.
    Merle Schaack war für uns dort.
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    Winteralltag auf den Lofoten

    01.05.2026 | 42 Min.
    Januar auf einer kleinen Inselgruppe über dem Polarkreis. Die Sonne klettert erst spät über die kargen Berge, der Schnee hat sich festgesetzt, die schmalen Straßen sind gefroren und in der Nacht tanzen Polarlichter über dem Wasser. Der Winter auf den Lofoten in Nordnorwegen ist etwas ganz Besonderes. Denn: Während die Natur die Pausetaste drückt, geht der Alltag weiter. Sowohl für die Einheimischen als auch für die Touristen.

    Tausende Menschen aus aller Welt überqueren auch im Winter die Inselgruppe per Bus oder Auto. Die beeindruckende Szenerie zieht die Touristen in ihren Bann. Mittlerweile ist auch in den Wintermonaten Hochsaison und besonders die Cafés, Restaurants und Hotels machen beeindruckende Umsätze.

    Gleichzeitig läuft der Betrieb in der traditionellen Fischerei. Im Februar beginnt die Dorschsaison. Auf dem Wasser sind Fischerboote unterwegs und an Land wird der Fang traditionell auf Holzbalken zum Trocknen an die frische Luft gehängt.

    Wie lebt es sich im Winter auf den Lofoten? NDR-Reporterin Johanna Honsberg wollte genau das herausfinden und hat zwei Monate im Süden der Inselgruppe verbracht. Sie erzählt von der Ruhe, die dort herrscht, vom ersten Schnee und Trockenfisch, von dem Staunen der Touristen und Tagen ohne Sonne.

    Nordseereport: Abenteuer Lofoten – Norwegens Insel-Juwel - hier anschauen
    https://www.ardmediathek.de/video/nordseereport/abenteuer-lofoten-norwegens-insel-juwel/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM2MDM0OV9nYW56ZVNlbmR1bmc
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    Ein Ort, zwei Länder: Grenzerfahrungen in Baarle

    24.04.2026 | 35 Min.
    Fünf Kilometer nördlich der belgisch-niederländischen Hauptgrenze liegt ein auf den ersten Blick unscheinbares Städtchen, das aus roten Backsteinhäusern besteht: Baarle. Es ist einzigartig, den Ort gibt es doppelt: Baarle-Hertog und Baarle-Nassau, auf dem Ortsschild stehen beide Namen.

    Ersteres gehört zu Belgien, letzteres zu den Niederlanden. Der Ort ist geteilt, aber die Grenze läuft nicht nur in der Mitte hindurch, der Grenzverlauf mutet eher wie ein Flickenteppich aus Landschnipseln an.

    Es gibt 22 belgische Enklaven im niederländischen Staatsgebiet, durchnummeriert von H1 bis H22 – das H steht für Hertog. In zwei davon befinden sich sieben niederländische Konter-Enklaven, nummeriert von N1 bis N7 – das N steht für Nassau. Das ist also je ein Stück Niederlande, das sich in Belgien verbirgt, das sich wiederum in den Niederlanden befindet. Dann gibt es eine niederländische Enklave im belgischen Staatsgebiet, N8.

    Das alles macht diese Grenzziehung zu einer der, wenn nicht zu der kompliziertesten und kleinteiligsten der Welt. Weltweit gibt es noch 63 Enklaven, fast die Hälfte davon finden sich in der 10.000-Einwohner-Stadt. Seinen Ursprung hat das Grenz-Wirrwarr von Baarle in der Übereinkunft zweier Adeliger im 12. Jahrhundert, die damals vornehmlich landwirtschaftlich genutzte Parzellen unterschiedlichen Lehensherren zusprachen.

    Bis heute hat sich das gehalten – mit kuriosen Folgen, die Willem van Gool bei einer Ortsbesichtigung zeigt: Im Rathaus lässt sich die Grenzlinie „einschalten“, ein Leuchtstreifen, der den Ratssaal teilt, leuchtet gelb auf. Im Getränkemarkt, der auf der Grenze liegt, gelten die günstigeren belgischen Alkoholpreise, da die Eingangstür auf belgischem Gebiet liegt. Entscheidend dafür ist die „Vordertür-Regel“ – von der es aber auch Ausnahmen gibt, etwa ein Haus mit einer belgischen und einer niederländischen Hausnummer, da die Grenze genau durch die Mitte der Haustür führt.

    Das Haus von Julien Leemans liegt verwaltungstechnisch in Belgien, da dort die Vordertür platziert ist. Aber 90 Prozent des Hauses sind niederländisch. Bis auf zwei Räume: „Wenn meine Frau näht, dann tut sie das in Belgien. Ansonsten gibt es nur noch einen anderen belgischen Raum: Das ist die Toilette.“ Er koche in den Niederlanden, meint Leemans, aber führe ab in Belgien.

    Von ihm erfährt Reporter Daniel Sprenger beim Rundgang mit ständigen Grenzüberschreitungen, dass das Leben im zersplitterten Baarle vor allem früher nicht nur lustige Seiten hatte, und warum die Kleinstadt als Modell für die Europäische Union gilt. Denn trotz oder vielleicht auch gerade wegen - der allgegenwärtigen Teilung überwiegt sehr viel Gemeinsames in Baarle.

    ARD Mediathek: Niederlande ungefiltert: Wer seid ihr wirklich?
    https://www.ardmediathek.de/video/niederlande-ungefiltert-wer-seid-ihr-wirklich/niederlande-ungefiltert-wer-seid-ihr-wirklich/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtMzEwYjA5MDktOTA0ZS00ZDk2LWI1NDAtMWEyZGFjODZjYzNk
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    Sanary-sur-Mer - Hauptstadt der Exil-Literatur

    17.04.2026 | 41 Min.
    Sanary-sur-mer – ein kleines Örtchen an der Côte d’Azur, 50 Kilometer östlich von Marseille.

    1933 hatte Sanary etwa 3000 Einwohner (heute sind es 16.000), ab 1933 wurde Sanary zur Hauptstadt der deutschsprachigen Literatur: Thomas Mann und Familie, Brecht, Lion Feuchtwanger, Joseph Roth, Franz Werfel und seine Frau Alma-Mahler Werfel, Stefan Zweig.

    All die und einige mehr (Juden, Kommunisten, Gefährdete) waren vor den Nationalsozialisten nach Sanary geflüchtet und lebten dort Tage, Wochen, Monate, Jahre.

    Was wie Verheißung von Sommer und Leichtigkeit klingt, wurde für sie zum Fluchtort, ihrer literarischen Arbeit und ihrer Sprache beraubt.

    Seit einigen Jahren erinnert eine Gedenktafel in Sanary mit 68 Namen an jene Exilanten, einen Rundgang zu den ehemaligen Wohnsitzen der exilierten Künstler gibt es auch.

    Knut Benzner war in Sanary-sur-mer und hat mit Menschen, denen Erinnerungskultur nicht nur ein Wort ist, gesprochen.

    Videotipp aus der ARD Mediathek: Marseille - Meer und Mistral

    https://www.ardmediathek.de/video/erlebnisreisen/marseille-meer-und-mistral/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZWEyYTFkZGQtNjgyZC00YTU5LThjM2YtMTlkMWNhYjk4NDQz
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    Ägyptens Oasen - die Lebensader der Westlichen Wüste

    10.04.2026 | 36 Min.
    Seit Jahrtausenden magnetischer Anziehungspunkt für Mensch, Handel und Magie, machen Oasen Überleben möglich. Entlang fruchtbarer Senken konnten sich im ägyptischen Teil der libyschen Wüste, auch „Westliche Wüste“ genannt, so die ersten Menschen vor mehreren Tausend Jahren ansiedeln. In Senken, die durch Erosionsprozesse gebildet wurden und zum Teil bis unter Meeresniveau abfallen.

    Knapp 400 Kilometer vom pulsierenden Kairo entfernt, entschleunigt und wie an einer Perlenschnur aufgereiht, liegen die ägyptischen Oasen Bahariyya, Farafra, Dakhla und Kharga. Das Leben hier, fernab vom Nil, nur möglich durch einen gigantischen unterirdischen Wasserspeicher aus fossilem Grundwasser. Dem Nubischen Sandstein-Aquifer – dem größtem fossilen Aquifer-System der Welt.

    In der Bahariyya-Oase, in der die Menschen fast ausschließlich vom Dattelanbau leben, versuchen Bauern und Wissenschaftler das Bewässerungssystem zu revolutionieren, um die Oasen überlebensfähig zu halten. Denn so gigantisch der unterirdische Wasserspeicher ist, so endlich ist er. Jährlich sinkt der Wasserspiegel um mehrere Meter. Das Land leidet bereits jetzt unter Wasserknappheit.
    100 Kilometer weiter südlich, in der Farafra-Oase, erstreckt sich auf knapp 4.000 Quadratmetern der Nationalpark Weiße Wüste. Eine fantastisch-bizarre Gesteinslandschaft, die seit 2002 unter Schutz und seit jeher in den Top Drei ägyptischer Naturdenkmäler steht.
    In der Dakhla-Oase untersucht ein internationales Archäologen-Team erstmals den Kontakt zwischen unterschiedlichen ägyptischen Bevölkerungsgruppen im dritten Jahrtausend vor Christus. Zwischen dem Nomadenvolk der Sheikh-Muftah Gruppe und der urbanen pharaonischen Bevölkerung, die vom Niltal aus in die Wüste zog.

    Damals wie heute gilt in den Oasen: Bei aller Unterschiedlichkeit, greift die Stärke der Gemeinschaft. Man muss einander helfen, um zu überleben. Nicht nur in der Westlichen Wüste Ägyptens.

    Für Zwischen Hamburg und Haiti hat Max-Marian Unger sechs Monate in Ägypten recherchiert.

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Über Zwischen Hamburg und Haiti

Mit dem Mikrofon rund um die Welt. Das ist die spannende Aufgabe, die sich unseren Autor*innen stellt. Um dann in unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" zu erzählen, wie nahe und ferne Länder klingen, was die Menschen dort berichten, wie sie leben, was sie wünschen. Wir fragen unsere Reporter*innen aber auch, wie sie selber sich gefühlt haben beim Reisen, wie es ist, fremd in fernen Welten zu sein. Lassen Sie sich von unserem Podcast "Zwischen Hamburg und Haiti" einladen, mitzureisen und vielleicht auch eigene Reisepläne zu schmieden!
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