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    Götz Aly: WIE KONNTE DAS GESCHEHEN?

    05.10.2026 | 1 Std. 16 Min.
    "WIE KONNTE DAS GESCHEHEN?" Götz Aly über den schnellen Weg in die Diktatur

    FALSCHE PATRIOTEN - DIE OFFENE GESELLSCHAFT UND IHRE FEINDE

    Der nationalistisch geprägte, aggressive Autoritarismus nimmt international Fahrt auf; in Deutschland und Österreich liegen deutschnationale und rechtsextreme Parteien wie AfD und FPÖ mittlerweile ganz vorn und bedrohen das demokratische Gefüge. Götz Aly ist Journalist, Historiker, Autor und einer der profiliertesten Forscher zum Nationalsozialismus, seinen Ursprüngen, Wirkmechanismen und Konsequenzen. Er hält zwar einen Vergleich von AfD und NSdAP für unzulässig, aber eine Debatte über ein Verbot der in einigen Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei für geboten.

    Umso wichtiger ist es, nachzufragen: „Wie konnte das geschehen; Deutschland 1933 bis 1945 “ (so der Titel von Alys aktuellem Bestseller). Es gilt also, das NS-System zu studieren - und zu lernen, was wiederum geschehen kann, ja muss, um autoritäre Regime gar nicht erst an die Macht kommen zu lassen und da, wo sie existieren, zurückzudrängen.

    Am 28. September wird der renommierte Historiker im Kreisky Forum mit Cathrin Kahlweit darüber diskutieren, als wie schnell und wirkmächtig sich nach der Machtübernahme der Nazis die Psychologie des Faschismus und die Verführbarkeit der Menschen erwies, wie Adolf Hitler in wenigen Jahren eine Gesellschaft zu Mitläufern, Profiteuren, Anhängern, Kriegsgewinnlern machen konnte – und ob es Muster und Milieus gibt, in denen Rechtsextremismus besonders gut wachsen kann.

    Alys Buch gilt bereits jetzt als Standardwerk zur Sozialpsychologie des Nationalsozialismus. Seine Thesen haben durchaus auch Widerspruch und Kritik geerntet – auch darum soll es ein Jahr nach dem Erscheinen der Monografie gehen.
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    Vassili Golod & Paul Krisai: ZWISCHEN KYJIW UND MOSKAU - BERICHTE AUS DEM KRIEG

    02.10.2026 | 1 Std. 21 Min.
    ZWISCHEN KYJIW UND MOSKAU:
    BERICHTE AUS DEM KRIEG

    Vier Jahre lang, bis 2023, war Paul Krisai für den ORF als Korrespondent in Moskau; er hat die rhetorische und militärische Aufrüstung des Putin-Regimes und den Überfall auf die Ukraine als Reporter und Analytiker in Moskau hautnah miterlebt. Sein Kollege Vassili Golod ist seit 2022 für die ARD Korrespondent in der Ukraine, wo er das Studio in Kyjiw leitet. Golod ist seit Jahren Zeuge des brutalen Angriffskriegs und berichtet täglich aus einem Land im Belagerungszustand.

    Krisai, der mittlerweile für den ORF aus Budapest berichtet, und Golod, der im kommenden Frühjahr nach Deutschland zurückkehren wird, haben erleben müssen, wie zwei Nationen, die kulturell und menschlich eng verflochten waren, zu erbitterten Feinden wurden, weil ein Diktator beschloss, die Identität des Nachbar- und einstigen Bruderland zu zerstören. Sie haben erlebt, wie Resilienz und Wehrhaftigkeit auf der einen, Verhärtung und Zerstörungswillen auf der anderen Seite gewachsen sind, und was der Tod von Hunderttausenden mit beiden Gesellschaften macht.

    Es gibt nur noch selten Gelegenheit, Ukrainer und Russen in einem Raum, auf einer Bühne zu erleben. Krisai und Golod, als renommierte journalistische Vertreter zweier westlicher, öffentlich-rechtlicher Sender, leuchten im Gespräch mit Osteuropa-Expertin Cathrin Kahlweit - aus ihren unterschiedlichen Erfahrungswelten, ihrem Erleben, ihrer Erschütterung in Moskau und Kyjiw - gemeinsam einen Konflikt aus, der die Ukraine als Staat und demokratisches Modell zu eliminieren versucht, aber auch Russland und seine Gesellschaft grundlegend verändert hat.
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    @blauerElephant: ZUM DIKTATOR IN 30 TAGEN

    30.09.2026 | 1 Std. 11 Min.
    ZUM DIKTATOR IN 30 TAGEN.
    Über Manipulation, Macht und warum Demokratie Aufmerksamkeit braucht.Ein interaktiver Lese- und Gesprächsabend mit dem Blauen Elefanten – moderiert von Daniela KanounHerzlichen Glückwunsch!Sie wurden ausgewählt, an einem außergewöhnlichen Experiment teilzunehmen.Gemeinsam mit dem Blauen Elefanten begeben wir uns auf eine satirische Reise durch die 30 Schritte zum Diktator. Von Social Media über Personenkult und Polarisierung bis hin zu Angst, Feindbildern und einfachen Antworten – Kapitel für Kapitel entdecken wir die Mechanismen, mit denen Macht aufgebaut und Meinung beeinflusst wird.Doch an diesem Abend wird nicht nur gelesen.Moderatorin Daniela Kanoun lädt das Publikum immer wieder ein, mitzudenken, Fragen zu beantworten und gemeinsam zu entdecken, warum diese Strategien so wirkungsvoll sind – und weshalb sie uns oft näher sind, als wir glauben.Mit Humor. Mit Satire. Mit psychologischem Tiefgang.Keine klassische Lesung, sondern ein interaktiver Abend zum Zuhören, Mitdenken und Mitmachen.Der Blaue Elefant, Satiriker und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische MedizinModeration:Daniela Kanoun, Unternehmensberaterin und Coach
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    Sophie Roberts: A TRAINING SCHOOL FOR ELEPHANTS

    25.09.2026 | 54 Min.
    Tessa Szyszkowitz in conversation with Sophie Roberts

    A TRAINING SCHOOL FOR ELEPHANTS
    Colonialism, its Enduring Legacies and what we got to do with it
    Inspired by Sophy Roberts' latest book A Training School for Elephants, this public discussion examines the history of European colonialism through the lens of nineteenth-century imperial expansion and its far-reaching consequences. Asian elephants were taken to Africa in the 19th century for a supposed training school, but in reality were used for exploitation. How much were colonial projects driven by ideas of conquest, scientific curiosity, economic exploitation, and cultural domination? They certainly shaped not only the lives of colonized peoples but also the natural world.

    Points raised in the discussion will be how colonialism transformed societies, displaced communities, extracted resources, and influenced the collection of knowledge, animals, and cultural objects and how the ways in which these historical processes continue to resonate today in global inequalities, museum collections, environmental challenges, and ongoing debates about historical responsibility, restitution, and remembrance.

    Sophy Roberts, a British award-winning author and journalist specializing in literary nonfiction, travel, history, conservation, and cultural storytelling. She is known for immersive reporting from remote and historically significant regions around the world. Sophy Roberts studied at Oxford and Columbia University in New York and has written for publications including “The Guardian”, “The Economist” and “Financial Times Weekend”. Her first book, “Sibiriens vergessene Klaviere”, was published by Zsolnay in 2020.

    Moderation: Tessa Szyszkowitz, author and journalist for the Austrian weekly Falter and others. Distinguished Fellow at Royal United Services Institute in London (RUSI)
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    Thomas Stölting: FRANCO MUSS VERGESSEN WERDEN

    18.09.2026 | 1 Std. 10 Min.
    Philipp Blom im Gespräch mit Aurora Mejía, Thomas Stölting, Irene Filip & Ute Sonnleitner

    FRANCO MUSS VERGESSEN WERDEN.
    90 Jahre Spanischer Bürgerkrieg
    „Ein Lehrstück über die Zerstörung der Demokratie. (…) Angesichts des weltweiten Rechtsrucks ist die spanische Erfahrung bedrückend aktuell.“
    Wolfgang Benz, em. Professor für Zeitgeschichte an der TU Berlin, Gründer des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung

    Am 17. Juli 1936 begann in einer spanischen Enklave in Nordafrika ein Aufstand, der Spanien in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen und es für die folgenden Jahrzehnte in eine Militärdiktatur verwandeln sollte: Die jahrelange Mordorgie, bei der nationalistische Einheiten ganze republikanische Dörfer auslöschten, war ein Krieg, der von den Sowjets und den Nationalsozialisten als Experimentierfeld für neue Taktiken und Militärtechnologien verwendet wurde.
    Auf republikanischer Seite kam es hingegen zu einer beispiellosen Welle internationaler Solidarität und der Bildung von Internationalen Brigaden, an denen auch 1400 ÖsterreicherInnen beteiligt waren. Unter ihnen waren 34 Frauen, in der Mehrzahl zwischen 20 und 35 Jahre alt, die als Krankenschwestern, Ärztinnen oder Röntgenassistentinnen im Sanitätsdienst agierten. Die meisten waren schon vorher politisch aktiv und in der Zeit des Austrofaschismus verhaftet worden.

    Der Literaturwissenschafter Thomas Stölting beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch „Franco muss vergessen werden“ mit faschistischer Gewalt, historischer Erinnerung und politischer Verantwortung. Indem er die Vor- und Nachgeschichte des Spanischen Bürgerkriegs ausbreitet, wird ein Muster erkennbar, das wir aus heutigen Auseinandersetzungen kennen. Dabei handelt es sich nicht um eine plumpe Wiederholung der Geschichte. Vielmehr tritt gerade in den Unterschieden der gleichbleibende Kern faschistischen Denkens und Handelns umso deutlicher hervor: das strategische Spalten einer Gesellschaft und die Verfolgung derer, die als „anders“ oder „fremd“ markiert und ausgegrenzt werden.

    Wie kann eine demokratische Gesellschaft mit diesem Erbe umgehen? Und warum gibt es heute – angesichts zahlreicher Kriege auf der Welt – keine großen, internationalen Solidaritätsbewegungen mehr?

    Begrüßung:
    I.E. Aurora Mejía, Botschafterin des Königreiches Spanien in Österreich

    PanelistInnen:
    Thomas Stölting, geb. 1959 in Bielefeld, ist Literaturwissenschaftler und Soziologe. 1997 wurde er als Bezirksabgeordneter in Hamburg-Mitte gewählt und war seit 2000 Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion. Zwischen 2006 und 2013 war er zudem Hamburger Landesvorsitzender der überparteilichen Europa-Union Deutschland e.V. Zwischen 2013 und 2022 lebte und arbeitete er in Spanien und seitdem in Berlin. Er schreibt u.a. für Lettre International.

    Irene Filip, geb. 1952 in Mödling, ist Leiterin des Spanien-Archivs des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW). Sie ist die Tochter eines österreichischen Freiwilligen in den Internationalen Brigaden. Ab den 1990er Jahren arbeitete sie in der Vereinigung Österreichischer Freiwilliger in der Spanischen Republik 1936-1939. Der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Erforschung des Schicksals der österreichischen Frauen auf Seiten der Spanischen Republik.

    Ute Sonnleitner, geb. 1981, ist Historikerin und forscht zu den Schwerpunkten Widerstand und Subversion, Migrationsgeschichte und Frauen- und Geschlechterforschung. Seit 2016 leitet sie die Bildungsabteilung des V/ÖGB Steiermark.

    Moderation:
    Philipp Blom, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen
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Über Kreisky Forum Talks
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit. Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften. Der Podcast zur Stunde. Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Podcast-Website

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