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- Die Schnellzuglinie Rail Baltica ist eines der größten länderübergreifenden Infrastrukturprojekte Europas und soll die Zugfahrzeiten durch das Baltikum – von Warschau über Kaunas und Riga bis nach Tallinn – deutlich verkürzen. Eigentlich sollte die Hochgeschwindigkeitsstrecke spätestens heuer fertiggestellt sein. Doch es hakt noch immer an vielen Stellen, die Baukosten sind von ursprünglich geplanten sechs auf mindestens 24 Milliarden Euro angewachsen. Angepeilt ist die Inbetriebnahme nun für 2030.
In den Fokus geraten ist die Rail Baltica auch durch den russischen Überfall auf die Ukraine. Denn die Schnellzugtrasse, die das Baltikum an das europäische Bahnnetz anbindet und die unterschiedlichen Spurweiten angleicht, kann laut NATO eine wichtige Rolle bei künftigen Panzer-Transporten und Truppenbewegungen spielen. - Seit einigen Jahren können Berufstätige, die gerne Kinder und Jugendliche unterrichten wollen, aus ihren bisherigen Jobs in die Schulen wechseln – als Quereinsteiger:innen. Sie bringen ihr Fachwissen mit und müssen innerhalb einiger Jahre die pädagogisch-didaktische Ausbildung nachholen.
Das Modell sollte bei seiner Einführung den Lehrer:innenmangel vor allem in der Sekundarstufe entschärfen. Im vergangenen Schuljahr waren rund 12 Prozent der neu angestellten Lehrerinnen und Lehrer Quereinsteiger. Der Bildungsminister möchte das Modell beibehalten. Eine wissenschaftliche Evaluierung hat ergeben, dass es bei den neuen Lehrpersonen und Schulleiter:innen viel Zufriedenheit, aber auch Nachbesserungsbedarf in manchen Bereichen gibt. - In ein paar Jahren, so sagt es ein tschechischer Volkswirt voraus, werden Österreicher und Deutsche zum Arbeiten nach Tschechien pendeln und nicht mehr umgekehrt – stärker lässt sich wohl nicht ausdrücken, welchen Weg die tschechische Volkswirtschaft in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat: von der billigen Werkbank westlicher Unternehmen zum mächtigen Akteur, der selbst längst in Westeuropa investiert. Das betrifft die Digitalbranche ebenso wie traditionelle Industriebetriebe. Natürlich gibt es auch Schattenseiten, etwa die nach wie vor große Abhängigkeit von der Autoindustrie und Risiken durch politische Unsicherheiten.
- Am 4. Oktober wählt Bosnien und Herzegowina - und das gleich auf mehreren staatlichen Ebenen. Das Land hat eines der kompliziertesten Wahlsysteme der Welt. Das hängt mit dem Friedensvertrag von Dayton zusammen. Nach dem Bosnienkrieg (1992-95) sollten die Interessen der verschiedenen Ethnien austariert werden, deshalb gibt es zum Beispiel nicht einen Staatspräsidenten, sondern gleich drei. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten, wichtige Projekte zu blockieren. Auch die Auszahlung von EU-Geldern an den Beitrittskandidaten stockt deshalb immer wieder. Der Umgang mit dem Tod des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic zeigte unlängst, dass die Spaltung zwischen Serben, Bosniaken und Kroaten immer noch alltäglich ist. Geändert hat sich aber die geopolitische Lage. Die USA unter Donald Trump verabschieden sich vom "nation building", konzentrieren sich mehr auf Wirtschaftsbeziehungen. Was bedeutet das für die fragile Sicherheit in Bosnien?
- Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kandidiert mit 80 Jahren für eine vierte Amtszeit. Am 4. Oktober findet die erste Runde der Präsidentenwahl statt. Lulas größter Herausforderer ist Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn des ehemaligen ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro. In den jüngsten Umfragen liegen Lula und Bolsonaro eng beieinander.
Während Lulas ersten beiden Amtszeiten ab 2002 profitierten Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer vom wirtschaftlichen Aufschwung und von staatlichen Sozialprogrammen. Ende 2010 schied Lula mit Zustimmungswerten von fast 90 Prozent aus dem Amt. 2022 besiegte er Jair Bolsonaro und kehrte ins Präsidentenamt zurück. Was macht das Phänomen Lula aus? Wie hat er Brasilien verändert? Und was bleibt von seinem politischen Erbe? Ein Porträt des Sozialdemokraten mit Erinnerungen des früheren Bundespräsidenten Heinz Fischer und des ehemaligen ORF-Korrespondenten Raimund Löw.
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