1. eVTOL in der Luftrettung: Erprobung des „Romeo" startet
2. Krisengipfel zur Flugmedizin: Ministerium macht Druck auf das LBA
3. AERO 2026: Markiert euch den 12. Februar für die Slot-Jagd!
4. Der 60-Minuten-Check: Pflichtübung oder echte Chance?
https://www.aerokurier.de/praxis/auffrischungsschulung-eine-flugstunde-fuer-die-sicherheit/
5. Profi-Tipps für die Linse: „Behind the Lens"-Workshop
https://www.aerokurier.de/fotoworkshop-air-to-air-fotografie-von-den-besten-lernen/
6. Vereinskultur im Wandel: Rituale wertschätzend gestalten
https://www.daec.de/news/news-detail/rituale-im-luftsport/
7. Shark-Treffen in Hilzingen: Hai-Alarm im Hegau
Event: Achtes Treffen der Shark-Community (Segelflieger).
Wann: 4. bis 11. Juli (flexible Anreise möglich).
Wo: Hilzingen (EDTH), im Hegau nahe dem Bodensee.
Fliegerisch rechnen statt raten: Die wichtigsten Faustformeln für Privatpiloten
Rechnen im Cockpit ist keine Nostalgie aus der Zeit vor Tablet und Glascockpit. Es ist aktives Risikomanagement. In dieser Folge geht es um genau die Faustformeln, die in der Allgemeinen Luftfahrt täglich über Sicherheitsreserven entscheiden – bei Startstrecke, Landestrecke, Dichtehöhe, Seitenwindkomponente und Navigation.
Wir sprechen über reale Flugleistungsberechnung statt Idealwerte aus dem Flughandbuch. Standardatmosphäre, 15 Grad und Meereshöhe existieren fast nie. Temperatur, Platzhöhe, QNH-Abweichung, Bahnneigung oder Gras verändern die Performance spürbar. Pro Prozent Steigung rund zehn Prozent mehr Startstrecke. Gras schnell plus zwanzig Prozent. Aus rechnerisch sicheren 600 Metern werden realistisch 900 Meter. Genau hier trennt sich Theorie von Praxis.
Ein Schwerpunkt ist die Dichtehöhe. Warum sich ein Flugzeug an warmen Tagen „müde“ anfühlt, obwohl der Platz fast auf Meereshöhe liegt. Wie du Druckhöhe überschlägst (30 ft pro hPa Abweichung) und Temperaturkorrekturen berechnest (ca. 120 ft pro Grad über ISA). Und warum daraus plötzlich mehrere tausend Fuß Leistungsunterschied entstehen können.
Wir klären den Unterschied zwischen IAS und TAS (Faustregel: rund 2 Prozent mehr True Airspeed pro 1.000 ft), sprechen über Höhenmesserfehler bei kalter Luft und zeigen, warum du im Gebirge real tiefer fliegst als angezeigt. Auch der Kurvenflug wird sauber eingeordnet: steigende Überziehgeschwindigkeit mit zunehmender Querneigung ist kein Detail, sondern ein echter Sicherheitsfaktor im Anflug.
In der Navigation geht es um die 1:60-Regel, rechtweisend versus missweisend, Kartenmaßstab und schnelle Korrekturen ohne Taschenrechner. Beim Seitenwind reicht im Cockpit die Drittel-Methode – bis 30 Grad voller Wind, 30–60 Grad zwei Drittel, darüber ein Drittel. Dazu der Umgang mit Böigkeit und die saubere Erhöhung der Anfluggeschwindigkeit.
Auch die Kraftstoffplanung wird realistisch betrachtet: nicht nur Reiseflugverbrauch, sondern Rollen, Start, Steigflug, Verzögerungen, Alternate und gesetzliche Reserven (30 Minuten am Tag, 45 Minuten bei Nacht). Mindestbedarf ist keine Komfortzone.
Diese Episode richtet sich an Privatpiloten, die Flugplanung nicht als Pflichtübung sehen, sondern als Kern ihrer Flugsicherheit. Keine Theorieakrobatik, sondern belastbare Überschlagsrechnungen für den Alltag. Wer Zahlen versteht, trifft bessere Entscheidungen – besonders dann, wenn es im Cockpit schnell gehen muss.