treibhaus - der klimapodcast
Christoph Keller, Anna Ida Fierz, Olivier Christe, Lilla Gurtner, Samuel Schläfli, Lena Schubert, Esther Petsche

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(79) Wenn Klimadiskussionen eskalieren und personalisiert werden (Zukunftgespräche 2/4)
25.07.2026 | 51 Min.Wie oft kommt es vor, dass Diskussionen rund ums Klima eskalieren. Der Flug in die Ferien wird auf einmal zu einer moralischen Frage, Fleisch essen wird zum identitären Problem, genau so wie eine Gasheizung im Keller. Die Eskalation findet auch auf der politischen Ebene statt, eine immer stärker werdende, rechtsgerichtete, autoritäre Bewegung reklamiert das Recht für sich, hemmungslos fossile Schadstoffe in die Luft zu blasen. Mit solchen Positionierungen kommen wir nicht weiter, sagt die Philosophin Kirsten Meyer, die an der Humboldt Universität zu Berlin lehrt, Sie ist die Mitverfasserin des Buchs «Besser um die Zukunft streiten» und findet, wir sollten wieder lernen zuzuhören und die eigene Position zu hinterfragen, wenn immer möglich.- Wie gelingt es uns, in eine Zukunft zu gehen, in der Natur, Klima, Menschen in ein Gleichgewicht kommen, welche Veränderungen brauchen wir? Ziemlich radikale, sagt Christoph Keller, Autor von «Nennt mich Wellenkamm», einem Roman, der in eine bessere Zukunft schaut und zugleich zurückblickt auf unsere Zeit. Rückblickend werden es viele nicht mehr verstehen, dass es einst eine maskulin dominierte, extraktivistische, ausbeuterische Wirtschaft gab, in der es üblich war, Erdöl zu fördern, nur um es zu verbrennen, in der eine brutale Konkurrenz herrschte, ungeachtet der Kosten, die sie verursachte. «Nennt mich Wellenkamm» skizziert eine Gesellschaft von morgen, in der Gendergerechtigkeit, das Prinzip «care» und ein fundamentaler Respekt vor der Natur die Basis sind für eine klimafreundliche Existenz.
- Die einen stellen Blumentöpfe aufs Trottoir, andere engagieren sich in einem Pflanzgarten, nochmals andere lassen sich einen Baum in den Vorgarten pflanzen oder sie beschliessen, in einer Gemeinschaft zu wohnen, Das sind alles Aktionen und Initiativen, die sich nicht direkt messen lassen mit Blick auf ihre Klimawirkung, aber sie sind dennoch wichtig: weil sie zeigen, wie eine Stadt, wie ein Zusammenleben in Zukunft möglich wäre. Wir machen einen Ausflug mit einer Baumpflanzerin, zu einer Gemeinschaftsbewohnerin und wir fragen, was das Potential von Tactical Urbanism sein könnte.
- Die Klimaneutralität, die Basel bis 2037 erreichen soll, ist kein Spaziergang, es wird grundlegende Veränderungen brauchen; in unserem Konsumverhalten, in der Gestaltung des öffentlichen Raums, in der Mobilität, in unseren Wertschöpfungsketten. Umso wichtiger ist, dass die Ziele klar kommuniziert werden, dass die Bevölkerung mitgenommen wird, dass die Bremser überzeugt werden. Da könnte noch mehr gemacht werden, meint Regierungsrat Kaspar Sutter in unserer Live-Podcast-Aufnahme, man sei aber gut unterwegs, und Michaela Reimann, Co-Geschäaftsleiterin von Basel 2037 betont, die Wirtschaft sei auf Kurs, während Axel Schubert, Mitinitiant der Klimagerechtigkeitsinitiative sich mehr Mut wünscht, mehr Motivation und ja - mehr Leadership. Eine angeregte Diskussion über geteilte Verantwortung und klare Haltungen.
- Wenn eine Stadt wie Basel bis 2037 klimaneutral werden will, braucht es hunderte Massnahmen. Unter anderem muss auch der öffentliche Raum neu gestaltet werden - mehr grün, weniger Autos, mehr Begegnungsmöglichkeiten, mehr Nachbarschaft. Doch im öffentlichen Raum prallen oft ganz unterschiedliche Vorstellungen aufeinander, und auch unterschiedliche Bedürfnisse. Aufwertung und Begrünung, da sind sich die Expertinnen in dieser Episode einig, darf nicht zu höheren Mieten und Kosten führen, und die Begrünung sollte vor allem den Quartieren zugute kommen, die unter der Klimaerhitzung am meisten leiden. Aber wie lassen sich die unterschiedlichen Interessen zusammenbringen - das ist die entscheidende Frage.
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Über treibhaus - der klimapodcast
«Tre!bhaus» ist der Podcast, der dir erzählt, was dein Alltag mit der Klimakrise zu tun hat: dein Müll, dein Internet, deine Tomaten, dein Bier – wir erzählen die Alltagsgeschichten. Und wir stellen die Frage nach den Strukturen in Wirtschaft, Politik, Gesellschaft – mächtige Strukturen, die verhindern, dass wir klimagerecht leben, wirtschaften und denken. Wir gehen nah ran, unmittelbar, wir befragen Wissenschaftler:innen, Expert:innen, Betroffene und Aktivist:innen und liefern Ideen, was getan werden kann.
Ein Podcast von Olivier Christe, Céline Elber, Anna Ida Fierz, Johann Otten, Esther Petsche, Christoph Keller, Samuel Schläfli, Lena Schubert.
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