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- Schon lange wurde nicht mehr so intensiv über das mögliche Ende des Liberalismus diskutiert. Unter dem Begriff Postliberalismus finden sich rechte wie linke Denker ein, die die liberale Demokratie kritisieren, ihre Institutionen reformieren oder abschaffen und das Wählervotum aufwerten wollen. Auch fragen sie, ob eine auf Individualismus gegründete Gesellschaft ausreichend sein kann, oder ob es doch so etwas wie Gemeinschaft braucht.
Interessant ist dabei, dass schon John Maynard Keynes sich die Frage stellte: Bin ich liberal? Keynes erteilte dem Laissez-Faire-Kapitalismus ebenfalls eine Absage, nicht jedoch dem Liberalismus an sich. Dieser sei allerdings zu reformieren, um dem modernen Kapitalismus gewachsen zu sein. Individuelle Freiheiten wollte Keynes durchaus erweitern, aber auch die Hand des Staates gelte es zu stärken und vom Parlament unabhängige Institutionen sollten mehr Macht zugesprochen bekommen.
Damit ist selbst im Keynesianismus schon ein Liberalismus angelegt, den die Postliberalen heute kritisieren, wenngleich sie auch mitunter einen starken Staat wünschen. Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!
Literatur:
John Maynard Keynes: Bin ich ein Liberaler?, in: Norbert Reuter: Wachstumseuphorie und Verteilungsrealität. Metropolis.
Ders.: The End of Laissez-Faire, online verfügbar unter: https://www.economicsnetwork.ac.uk/archive/keynes_persuasion/The_End_of_Laissez-Faire.htm
Termine:
Ole und Wolfgang sind am 20. August in Bayreuth:
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Wolfgang und Stefan Schulz sind am 22. August in Frankfurt am Main:
https://diekaes.ditix.shop/event/mynsx0wxeg0eaa7y?t=false&tid=
Ole und Wolfgang sind am 30. Oktober in Frankfurt am Main:
https://diekaes.ditix.shop/event/n1xk0eq2dyksnve3?t=false&tid=
Ole und Wolfgang sind am 10. Dezember in Berlin:
https://d2mberlin.de/veranstaltung/schlagerfueralle/
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Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about - Fortschritt und Stagnation können zusammenfallen, ebenso wie Innovation und Arbeitslosigkeit. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sieht in ihrem Jahresbericht in der KI das Potenzial, die Weltwirtschaft grundlegend zu verändern. Kurzfristig sorgt der KI-Boom für massive Investitionen in Rechenzentren, Halbleiter und Energieinfrastruktur. Langfristig hängt die Wirkung davon ab, ob KI lediglich die Produktivität menschlicher Arbeit erhöht oder selbst zum Motor technologischer Innovation wird. In letzterem Szenario („Transformative AI“) könnte sie Forschung, Entwicklung und anspruchsvolle kognitive Tätigkeiten weitgehend übernehmen und das Wirtschaftswachstum dauerhaft beschleunigen. Gleichzeitig würde jedoch der Anteil der Arbeitseinkommen an der gesamten Wertschöpfung stark sinken. Daraus könnte ein Nachfrageproblem entstehen, wenn breite Bevölkerungsschichten nicht mehr ausreichend am Wohlstandsgewinn partizipieren. Zudem ist unklar, ob die Berufseinsteiger oder eher die Seniors das Nachsehen am Arbeitsmarkt haben werden. Viele Uni-Absolventen, die schon bald zur Professional Managerial Class gehören wollten, sind zutiefst verunsichert. Darüber sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!
Quellen/Literatur:
Der Jahresbericht der BIZ:
https://www.bis.org/publ/arpdf/ar2026e.htm
200 Ökonomen warnen vor KI: https://www.nytimes.com/2026/07/13/business/economists-ai-threat-jobs.htmlx
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Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about - Wo die politische Wirklichkeit sich in groteske Grausamkeit verwandelt und rechte Akteure von Schicksal und Tiefe raunen, wird das Lachen zum widerständigen Akt. Die literarische Satire blüht immer dann, wenn die Zeiten düster sind.
Deshalb mag es nicht verwundern, dass während des Nationalsozialismus viele Literaten zu satirischen Mitteln griffen, um die Lage zu analysieren. Manche dieser Texte sind kaum mehr bekannt, etwa Otto M. Knabs »Kleinstadt unterm Hakenkreuz« (1934) oder selbst Walter Mehrings »Die Nacht des Tyrannen« (1937). Andere Satiren aber erfreuen nach wie vor das Publikum, sind von hoher literarischer Qualität und auch in Neuauflagen auf dem Buchmarkt erhältlich.
Im Gespräch geht es um Klaus Manns »Mephisto. Roman einer Karriere« (1936), Bertolt Brechts Stück »Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui« (1941) und um »Dritte Walpurgisnacht« (1933) des Satirikers Karl Kraus.
Der Blick soll dabei nicht nur zurück, sondern auch in die Gegenwart führen. Was können literarische Satiren angesichts des omnipräsenten Rechtsrucks leisten? Ist unser Lachen eher fatalistisch oder revolutionär?
Weitere Informationen zum Literaturforum im Brecht-Haus findet ihr unter: https://lfbrecht.de/ - Die Vergesellschaftung von Wohnraum auf Landesebene will die Bundesregierung grundsätzlich verbieten, damit entmachtet sie die Souveränität der Länder und stellt sich hinter ausländische Investoren, die um ihre Profite bangen.
Angeblich würden Kampagnen wie „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ dem Wohnungsbau in Deutschland schaden. Dieser Kampf gegen Vergesellschaftung und Enteignung ist hochinteressant, da in anderen Fällen Eigentum durchaus angetastet wird – aber immer nur dann, wenn es dem Wirtschaftsstandort Deutschland im ganzen hilft.
Das wirft auch Fragen für die Linken auf: Manchmal bekam man in den Debatten der vergangenen Jahre den Eindruck, das Grundgesetz selbst bahne den Weg in den Sozialismus, dabei wurde gern übersehen, dass jede Enteignung Entschädigungszahlungen verlangt.
Zudem sollten wir das Thema noch auf einer internationalen Ebene betrachten: Der Wirtschaftshistoriker Nicholas Mulder hat festgestellt, dass wir gerade eine große Welle der Verstaatlichung erleben. Dies bedeutet aber keineswegs eine Schwächung des Kapitalismus.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!
Literatur:
Nicholas Mulder: “The New Wafe of Nationalization”, online verfügbar unter: https://www.imf.org/-/media/files/publications/fandd/article/2026/06/mulder.pdf.
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Steady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about Wie ausbeuterisch ist die Heimpflege? Dieser Roman gibt Antwort: HALBE LEBEN (Susanne Gregor)
25.07.2026 | 15 Min.Die EU verspricht Freizügigkeit und Arbeitsmigration. Auf den ersten Blick sieht es nach einer Win-Win-Situation aus, von der der 2025 erschienene Roman „Halbe Leben“ erzählt. Die Schriftstellerin Susanne Gregor porträtiert zwei Frauen, beide 38 Jahre alt. Aber die Staatsbürgerschaft ist entscheidend, ebenso wie der ökonomische Unterschied: Während die Österreicherin Klara in einem Architekturbüro Karriere macht und kaum noch Zeit hat, sich um ihre Tochter und ihre dement werdende Mutter zu kümmern, wird der Slowakin Paulína durch eben diese Situation ein vergleichsweise lukrativer Job angeboten.
Lässt sie ihre beiden Kinder in der Slowakei und arbeitet alle zwei Wochen als Pflegerin bei Klara, scheint allen geholfen zu sein: Klara kann ihre berufliche Laufbahn fortsetzen, Paulína endlich mehr Geld verdienen. Doch dies ist nur ein vermeintlich gleicher und gerechter Tausch. Susanne Gregor analysiert ein intrikates Ausbeutungsmodell, auf dem die Wohlstandsgesellschaften in Österreich und Deutschland aufbauen. Zugleich hinterfragt der Text nah an den Figuren und durch präzise Beschreibungen liberale Selbstverständlichkeiten.
Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur.
Literatur:
Susanne Gregor: Halbe Leben, Paul Zsolnay Verlag.
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Wir, Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt, sprechen wöchentlich über Geld. Jeden Mittwoch behandeln wir in "Wohlstand für Alle" ein Wirtschaftsthema und werfen dabei einen anderen Blick auf ökonomische Zusammenhänge.
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