
Ep. 335: Der Sozialstaat – wie Bismarck (angeblich) die Arbeiter beglückte
07.1.2026 | 37 Min.
Der Sozialstaat wird heute von links verteidigt, während Konservative und Rechte ihn bekämpfen. Das leuchtet intuitiv ein, ausgeblendet wird dabei die Historie: Mit Zuckerbrot und Peitsche kämpfte Reichskanzler Otto von Bismarck mit Kaiser Wilhelm I. gegen die Sozialisten.Zum einen ging die Regierung repressiv gegen die Arbeiterklasse und ihre Vertreter vor, zum anderen führte man in den 1880er-Jahren verschiedene Absicherungen für die arbeitende Klasse ein. Dies war nicht einfach eine Wohltat der Reichen und Mächtigen für die Arbeiter, sondern dahinter steckte eine kluge Strategie, die bis heute aufgeht: Die Arbeiter erzog man somit zur Staatsloyalität – und indem man Versicherungen einführte, deren Kosten vermeintlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern geteilt werden, zelebrierte man einen Klassenfrieden (auch Sozialpartnerschaft genannt), der die Radikalität der Sozialisten zähmte und später die SPD immer wieder dazu trieb, die arbeitende Klasse zu verraten.Der Sozialstaat rettete den Kapitalismus.Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“.Literatur/Quellen:Renate Dillmann/Arian Schiffer-Nasserie: Der soziale Staat. Über nützliche Armut und ihre Verwaltung, VSA Verlag.Felix Kersting: "Mimicking the Opposition: Bismarck's Welfare State and the Rise of the Socialists", online verfügbar unter: https://opus4.kobv.de/opus4-hsog/frontdoor/deliver/index/docId/5989/file/BSoE_DP_0081.pdfGerhard A. Ritter: “Die Sozialversicherung in Deutschland 1881— 1914. Entstehung — Charakter — Wirkungen”, online verfügbar unter: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/532765/die-sozialversicherung-in-deutschland-1881-1914-entstehung-charakter-wirkungen/#footnote-target-3. Michael Schneider: Kleine Geschichte der Gewerkschaften, J. H. W. Dietz Nachfahren Verlag. Benjamin Ziemann: “Die moderne Industriegesellschaft”, in: Das Deutsche Kaiserreich 1871–1918, online verfügbar unter: https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/BPB_IzpB_329_Kaiserreich_barrierefrei.pdf. Wolfgangs Filmanalyse PLUS gibt es bei Steady als Monats- und vergünstigtes Jahresabo. Der RSS-Feed ist automatisch mit Spotify verknüpft, kann aber auch in alle Podcatcher eingefügt werden:https://steady.page/de/die-filmanalyse-abo/aboutApple-Podcast:https://podcasts.apple.com/de/podcast/die-filmanalyse/id1586115282Patreon (jedoch ist hier der RSS-Feed nicht mit Spotify verknüpft):https://www.patreon.com/c/wolfgangmschmitt/homeUnsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Apple Podcasts, Steady und Patreon hören. Vielen Dank!Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/wohlstand-f%C3%BCr-alle/id1476402723Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgangSteady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/aboutVeranstaltungen:Am 27. Januar ist Ole in Marburg:https://www.kfz-marburg.de/programm/ole-nymoen-warum-ich-niemals-fur-mein-land-kampfen-wurdeAm 29. Januar ist Ole in Hannover bei den Kritischen Jurist*innen.(Link folgt)

Ep. 334: Könnte SO der Sozialismus aussehen?
31.12.2025 | 55 Min.
Nachdem wir in Folge 333 über den ersten Teil des Aufsatzes „Beyond Capitalism“ von Aaron Benanav diskutiert haben, geht es nun um den zweiten Teil, der eine Umsetzung der Synthese aus Karl Marx und John Maynard Keynes skizziert.Entstehen soll eine neue Wirtschaftsordnung. Der Wirtschaftshistoriker schlägt nicht die Abschaffung des Geldes, sondern ein duales Währungssystem vor, in dem es Punkte und Credits gibt. Während die Verbraucher mit Credits ihre Bedürfnisse stillen können, erhalten die Unternehmen, die von Investitionsgremien überwacht und gegründet werden, Punkte, mit denen sie Investitionen tätigen können.Diese beiden weitgehend entkoppelten Kreisläufe dienen dazu, die Profitlogik des Marktes auszuhebeln. Fortan entscheidet der Demos darüber, was zu welchem Zweck produziert wird. Zwar gibt es noch einen freien privaten Konsum, aber die Produktionsmittel sind vergesellschaftet.In der neuen Folge diskutieren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über das ambitionierte Konzept.Literatur:Aaron Benanav: Beyond Capitalism 2, in: The New Left Review, online verfügbar unter: https://newleftreview.org/issues/ii154/articles/aaron-benanav-beyond-capitalism-2Unsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Apple Podcasts, Steady und Patreon hören. Vielen Dank!Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/wohlstand-f%C3%BCr-alle/id1476402723Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgangSteady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about

Literatur #60: Die Biene Maja – Kriegspropaganda für Kinder!
27.12.2025 | 9 Min.
Wer braucht schon „In Stahlgewittern“ von Ernst Jünger, wenn es „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ von Waldemar Bonsels gibt? 1912 erschien der Roman, auf den in den 1970er-Jahren die berühmte Zeichentrickserie aufbaute. Der Bestseller hatte jedoch einen sehr anderen Ton als die Serie: Wir haben es mit einem Roman zu tun, der Kriegstüchtigkeit und Wehrfähigkeit propagiert, der die jungen Leser auf Opfertod und Heldenhaftigkeit eichen will.Die Protagonistin Maja erscheint zunächst als eine Individualistin, die sich nicht der Ordnung des Bienenstocks unterwerfen möchte. Stattdessen will sie die Welt und die Menschen kennenlernen. Als jedoch Gefahr durch die Hornissen droht, unterwirft sich Maja ganz und gar dem Staat. Was zehn Jahre später bei Ernst Jünger zu lesen und von Carl Schmitt theoretisch ausformuliert wird, hat Waldermar Bonsels bereits für ein junges Publikum antizipiert.In der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“-Literatur sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über einen ungewöhnlichen Kinderbuchklassiker.Literatur:Waldemar Bonsels: Die Biene Maja und ihre Abenteuer. Reclam.Unsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Apple Podcasts, Steady und Patreon hören. Vielen Dank!Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/wohlstand-f%C3%BCr-alle/id1476402723Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgangSteady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about

Ep. 333: Wie Aaron Benanav den Kapitalismus überwinden will
24.12.2025 | 50 Min.
Der Kapitalismus, zumal der westliche, steckt in einer tiefen Krise. Konjunkturprogramme können kein erhebliches Wirtschaftswachstum mehr stimulieren. Aber was kommt nach dem Kapitalismus?Diese Frage stellt sich der Wirtschaftshistoriker Aaron Benanav in der „New Left Review“. Auf 120 Seiten skizziert er ein Wirtschaftsmodell, das multikriteriell aufgebaut ist, heißt: Es soll nicht mehr länger das Bruttoinlandsprodukt die alles entscheidende Kennziffer sein, sondern weitere Maßstäbe (Soziales, Ökologisches, Lebensqualität etc.) sollen bestimmend werden.Benanav verknüpft dabei unorthodox marxistische mit keynesianischen Positionen und legt den Fokus auf Investitionen, über die demokratisch entschieden wird. In dieser Folge sprechen Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt über den ersten Teil von Benanavs Aufsatz „Beyond Capitalism“.Literatur:Aaron Benanav: Beyond Capitalism: https://newleftreview.org/issues/ii153/articles/aaron-benanav-beyond-capitalism-1newleftreview.orgUnsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Apple Podcasts, Steady und Patreon hören. Vielen Dank!Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/wohlstand-f%C3%BCr-alle/id1476402723Patreon: https://www.patreon.com/oleundwolfgangSteady: https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/aboutFoto Thumbnail:Samantha Bermúdez

Ep. 332: Krieg um die Sklaverei – der amerikanische Civil War
17.12.2025 | 35 Min.
Der Amerikanische Bürgerkrieg dauerte von 1861 bis 1865. Schätzungsweise 600.000 Soldaten kostete dieser Krieg das Leben, aber wofür bzw. wogegen wurde eigentlich gekämpft?Während der Norden des Landes schon weit industrialisiert war, auf freie Lohnarbeit setzte und folglich die Sklaverei abgeschafft hatte, beharrten sie Südstaaten darauf, Menschen versklaven zu dürfen, um ihr Geschäftsmodell und ihre Eigentumsordnung aufrechterhalten zu können. Vor allem die Baumwollproduktion, das wichtigste US-Exportgut für den Weltmarkt, glaubte man, nur mit Sklaverei weiter profitabel betreiben zu können. Unter Ökonomen ist es jedoch schon lange strittig, ob die Versklavung von Menschen wirklich ökonomisch "sinnvoll" ist. Adam Smith bezweifelte dies. Die Geschichte zeigt jedoch, dass es nicht bloß um eine einfache Kosten/Nutzen-Rechnung geht.Mehr dazu von Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt in der neuen Folge von „Wohlstand für Alle“!WERBUNG:Zum Surplus-Podcast geht es hier entlang.https://www.youtube.com/@surplusmagazinhttps://open.spotify.com/show/5lOuZ9b9lglDUOSXsNOFrW?si=iZP4ZZJnSrGu_5WQXlxwhATermine:Am 17. Dezember ist Ole in Potsdam:https://eintrittfrei-potsdam.de/veranstaltung/kaempfen-fuer-sein-land-oder-besser-abhauen/Für „Schlager für Alle“ sind wir am 13.2. in Hamburg:https://tickets.centralkomitee.de/product/91256/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-13-02-2026Für „Schlager für Alle“ sind wir am 11.4. in Hamburg:https://tickets.centralkomitee.de/product/91257/wolfgang-m-schmitt-ole-nymoen-centralkomitee-hamburg-am-11-04-2026Unsere Zusatzinhalte könnt ihr bei Apple Podcasts, Steady und Patreon hören. Vielen Dank!Apple Podcasts:https://podcasts.apple.com/de/podcast/wohlstand-f%C3%BCr-alle/id1476402723Patreon:https://www.patreon.com/oleundwolfgangSteady:https://steadyhq.com/de/oleundwolfgang/about



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