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    #39 2026 Zum Diktator in 30 Tagen - mit Blauer Elefant

    10.06.2026 | 1 Std. 4 Min.
    Stefan Lassnig spricht mit dem Wiener Psychiater und Satiriker „Blauer Elefant“ über sein satirisches Handbuch „Zum Diktator in 30 Tagen“ und die „Rezeptur“ des modernen Rechtspopulismus. Die beiden diskutieren, wie autoritäre Persönlichkeiten in Zeiten von Kontrollverlust und Dauerkrisen mit einfachen Antworten, starken Bildern und klaren Freund‑Feind‑Narrativen punkten. Ausführlich geht es um die Rolle von Social Media, Boulevard und parteinahen Paramedien, deren Algorithmen und Mechanismen (Verknappung, Emotionalisierung, Polarisierung) rechtspopulistischen Akteuren enorme Reichweiten ermöglichen. „Blauer Elefant“ erklärt, warum Nationalismus, Personenkult und die Konstruktion von Feindbildern – vom „Schrödingers Ausländer“ bis zur „Lügenpresse“ – Kernbestandteile dieses Playbooks sind. Zum Abschluss wird die Frage gestellt, warum etablierte Parteien Emotionen wie Angst, Wut und Ohnmacht zu wenig adressieren und damit jenen das Feld überlassen, die mit einfachen Erzählungen komplexe Probleme ausnutzen.

    Links zur Folge:

    Buch "Zum Diktator in 30 Tagen" (Morawa)

    Podcast "Braune Kinderzimmer" (Stern)

    Ganz offen gesagt Folge #15 2025 Über Allahs mächtige Influencer

    Podcastempfehlung der Woche: 

    Die Open-AI Story (ARD)

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  • Ganz offen gesagt

    #38 2026 Über bioethische Entscheidungen in der Politik - mit Christiane Druml

    03.06.2026 | 45 Min.
    In dieser Folge spricht Anna-Lisa Bier mit Dr. Christiane Druml, Juristin und Vorsitzende der österreichischen Bioethikkommission. Die Kommission berät das Bundeskanzleramt in bioethischen Fragen und bringt Expertise aus Humanmedizin, Recht, Philosophie und weiteren Fachbereichen zusammen. Gemeinsam sprechen sie über die Rolle der Bioethikkommission im politischen Entscheidungsprozess, über ethische Konflikte in Medizin und Forschung, den Einfluss gesellschaftlicher Debatten und Wissenschaftsskepsis sowie über die Herausforderungen, die neue Technologien für Politik und Gesellschaft mit sich bringen. Außerdem geht es um die Bedeutung ethischer Bildung, internationale Unterschiede im Umgang mit bioethischen Fragen und einen Ausblick auf die bioethischen Herausforderungen der Zukunft.

    Weiterführende Links:

    Mehr Informationen zur Bioethikkommission

    Festschrift zu 20 Jahren Bioethikkommission (2021)

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  • Ganz offen gesagt

    #37 2026 Über Macht, KI und Demokratie - mit Erich Prem

    02.06.2026 | 1 Std. 6 Min.
    In dieser Folge von „Ganz offen gesagt“ erläutert Erich Prem, warum der Digitale Humanismus als Bewegung den Menschen, seine Würde und die Demokratie ins Zentrum technologischer Entwicklung stellen will – und warum das eher posthumanistisch als technikfeindlich zu verstehen ist. Anhand konkreter Beispiele – vom simplen Online-Formular über Smart-Home-Lösungen und Elektroautos bis hin zu Social-Media-Plattformen und KI‑Systemen – zeigt er, wie Designentscheidungen Werte einschreiben, Macht konzentrieren und im Extremfall Leib, Leben und Freiheit gefährden können. Prem beschreibt, wie Plattformen durch Datensammlung, algorithmische Selektion und Intransparenz unsere Informationsräume fragmentieren, demokratische Öffentlichkeit unter Druck setzen und geopolitische Machtinstrumente werden. Ausgangspunkt der Diskussion sind die fünf Prinzipien des Digitalen Humanismus: Demokratie und Rechtsstaat schützen, Menschenwürde und Grundrechte sichern, gesellschaftliche Teilhabe fördern, verantwortliche Innovation und Regulierung gestalten sowie Bildung, Kritikfähigkeit und offene Kulturen stärken. Besonders ausführlich sprechen Lassnig und Prem darüber, wie Regulierung – etwa auf EU‑Ebene mit Instrumenten wie dem AI Act – Innovation nicht verhindern, sondern bei konsequenter Durchsetzung ein „Level playing field“ schaffen und digitale Souveränität Europas stärken kann. Im Bildungsbereich plädiert Prem dafür, KI als Chance und Risiko zugleich zu begreifen: Sie kann etwa das Sprachenlernen revolutionieren, birgt aber die Gefahr, dass grundlegende Fähigkeiten, Urteilsvermögen und Plausibilitätschecks verloren gehen, wenn man sich zu sehr auf Chatbots verlässt. Auf individueller Ebene rät er zu mehr Bewusstsein bei der Nutzung digitaler Dienste – etwa bei Datenfreigaben, Smart Devices und Gesundheits‑Apps – und warnt vor der leichtfertigen Abgabe von Autonomie an Systeme, die uns normierendes Verhalten aufzwingen. Politisch engagiert er sich u. a. über den Verein für Digitalen Humanismus, das EU‑Projekt EUDHIT, das open‑access Buch „Introduction to Digital Humanism“ und eine internationale Konferenz in Wien, um Debatte, Vernetzung und konkrete Handlungsvorschläge für eine menschengerechte digitale Zukunft voranzutreiben.

    Links zur Folge:

    Introduction to Digital Humanism

    Digital Humanism Conference in Wien

    Wiener Manifest für Digitalen Humanismus

    EUDHIT (European Digital Humanism Initiative)

    Podcastempfehlung der Woche:

    Reclaim: Tic Tac Toe

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    #36 2026 Wenn der Krieg nach Österreich kommt - mit Franz-Stefan Gady

    27.05.2026 | 45 Min.
    Was würde passieren, wenn es in den Jahren nach einem ukrainischen Waffenstillstand zu einem Krieg zwischen Russland und der NATO käme – und wie wäre Österreich davon betroffen? Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady hat genau dieses Szenario in seinem neuen Buch „Überfall. Wenn der Krieg zu uns kommt" durchgespielt: mit Raketenangriffen auf österreichische Verkehrsknoten, russischen Saboteuren am Boden und einer Neutralität, die im Ernstfall mehr Probleme schafft als löst. Georg Renner spricht mit ihm darüber, warum gerade Österreich als „Transversale" für NATO-Nachschub ins Baltikum ein militärisch logisches Ziel wäre, woher seine Annahmen kommen – und was Politik und Bundesheer jetzt tun müssten.

    Transparenzhinweis: Georg Renner hat das Buch verlagsseitig als Lektor begleitet.

    Weiterhören: Empfohlen sei die GOG-Folge mit Außenministerin Beate Meinl-Reisinger zur EU-Verteidigungsarchitektur und Österreichs Rolle darin: https://podcastradio.at/c-dialoge/wie-sich-die-eu-aendern-muss-und-wo-oesterreich-dabei-bleibt-mit-beate-meinl-reisinger_a1384

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    #35 2026 Über Tradwives und die neue Lust am alten Rollenbild - mit Barbara Haas

    20.05.2026 | 49 Min.
    In einer Welt, die sich nach Einfachheit, Stabilität und Orientierung sehnt, lockt der Tradwife-Trend mit Bildern von heimeligen Haushalten, selbstgebackenem Brot und scheinbar perfekten Familienleben. Auf Social Media wird traditionelle Care-Arbeit zunehmend als ästhetischer Lifestyle inszeniert. Doch was verbirgt sich wirklich hinter den perfekt kuratierten Fassaden? Gemeinsam mit Host Anna-Lisa Bier spricht die Journalistin und Autorin Barbara Haas über die komplexen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Dimensionen des Tradwife-Phänomens. Ausgangspunkt ist ihr Buch Bullshit mit Pünktchenkleid, in dem sie zeigt, warum die Sehnsucht nach den „guten alten Zeiten“ weit mehr ist als nur ein harmloser Internettrend. Im Gespräch geht es um romantisierte Rollenbilder, finanzielle Abhängigkeiten, den Druck moderner Leistungsgesellschaften und die Frage, warum konservative Bewegungen und politische Akteure genau diese Bilder für ihre eigenen Narrative nutzen.

    Weiterführende Links:

    Buch: „Bullshit mit Blümchenkleid“ von Barbara Haas

    Trailer zur Netflix Doku: "Inside Manosphere"
    ZDFinfo Dokumentation über Tradwives und die Organisation Turning Point USA

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Über Ganz offen gesagt
„Ganz offen gesagt“ wurde 2017 gegründet und ist der erste regelmäßige, unabhängige Podcast für Politikinteressierte in Österreich. Die Journalist:innen Saskia Jungnikl-Gossy, Solmaz Khorsand, Georg Renner und der Medienunternehmer Stefan Lassnig diskutieren mit Expertinnen und Experten tiefgehend und konstruktiv über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Ganz offen gesagt“ ist unabhängig, transparent und rein subjektiv. Feedback bitte an redaktion@ganzoffengesagt.at
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Generated: 6/10/2026 - 4:23:34 AM