Die Unschuldsvermutung gilt als eine der tragenden Säulen des österreichischen Strafverfahrens.
In der medialen Berichterstattung wird sie jedoch häufig erst am Ende erwähnt.
Gerade im Stadium des Ermittlungsverfahrens, in dem rechtlich noch kein Schuldvorwurf feststeht, prägen Schlagzeilen, Live-Ticker und mediale Narrative bereits die öffentliche Wahrnehmung. Der Unterschied zwischen Beschuldigtem, Angeklagtem und Täter verschwimmt – mit erheblichen rechtlichen und persönlichen Folgen.
In dieser Folge von RechtCharmant analysieren wir das Spannungsverhältnis zwischen Unschuldsvermutung und Pressefreiheit in Österreich. Wir sprechen über Ermittlungsverfahren, mediale Vorverurteilung, den Einfluss öffentlicher Berichterstattung auf Verfahren, Beteiligte und Justizorgane – und darüber, wo juristische Präzision in der Praxis verloren geht.
Eine sachliche Einordnung für Jus-Studierende, Konzipient:innen und alle, die sich mit Strafrecht, Medienrecht und rechtsstaatlichen Grundprinzipien auseinandersetzen.