PodcastsNaturDer Wolfspodcast

Der Wolfspodcast

Sabine Sebald
Der Wolfspodcast
Neueste Episode

91 Episoden

  • Der Wolfspodcast

    97: Wolfspolitik im freien Fall

    22.05.2026 | 1 Std. 38 Min.
    In dieser Folge trifft Sabine wieder auf eine, die weiß, wie es läuft in Behörden und in der Politik: Regierungsoberamtsrätin, Diplomverwaltungswirtin & Insiderin Ines. Sie kennt nicht nur Paragrafen, sondern auch die politischen Mechanismen dahinter.
    Gemeinsam nehmen die beiden eine Reihe aktueller Fälle auseinander, die Fragen aufwerfen.
    Die Stationen: Hamburg, Olpe, Greifenstein in Nordhessen, die Grafschaft Bentheim, Füssen und das Oberallgäu. Außerdem im Fokus: das neue Bundesjagdgesetz. Was sich für Jägerinnen und Jäger tatsächlich ändert – und wo die Grenzen liegen. Und dann, kurz vor Veröffentlichung dieser Folge, eine Nachricht aus Berlin, die alles verändert: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellt neue Empfehlungen für wolfsabweisende Zäune vor – mit potenziell weitreichenden Folgen für Weidetierhaltende und den Wolfsschutz insgesamt. Bedeutet das das Ende der bisherigen Herdenschutzförderung? Sabine und Ines gehen in die Verlängerung, schieben eine Spätschicht im Studio ein und ordnen ein, was diese Entwicklung wirklich bedeutet.
    Den Anfang macht Sachsen-Anhalt: Ein getöteter Wolf wird offenbar zur Trophäe gemacht. Kopf, Beine und Schwanz abgetrennt, der Rumpf erst auf Druck an das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) übergeben. Ein Einzelfall – oder ein beunruhigendes Signal für den Umgang mit einer streng geschützten Art?
    Auch Bayern liefert Gesprächsstoff: In Füssen taucht frühmorgens ein Wolf in der Fußgängerzone auf. Behörden und Medien reagieren mit den üblichen warnenden Tönen. Doch reicht eine solche Sichtung wirklich aus, um eine Entnahme zu rechtfertigen?
    Im Oberallgäu ist man bereits weiter: Dort liegt eine Abschussverfügung vor – beschlossen Ende April, veröffentlicht erst Wochen später. Sie gilt für einen Wolf in einem großflächigen Gebiet rund um den Kemptner Wald. Abschießen dürfen ihn alle Jagdausübungsberechtigten, sogar mit Nachtsichttechnik. Gleichzeitig wundern sich Anwohner: Offizielle Rissdaten fehlen, und Schafe sind kaum vorhanden. Sind die Voraussetzungen für diesen Eingriff überhaupt gegeben?
    In der Grafschaft Bentheim wurden gleich zwei Wölfe zum Abschuss freigegeben – trotz offenbar lückenhaften Herdenschutzes. Parallel mahnt die Landesjägerschaft Niedersachsen plötzlich selbst zur Zurückhaltung und verweist auf den Schutz von Elterntieren. Ein Umdenken oder strategische Positionierung?
    Dazu kommen Rissserien in Hessen und NRW sowie neue Details aus Hamburg: Die Umweltbehörde legt den tatsächlichen Ablauf eines Vorfalls offen, bei dem eine Frau verletzt wurde – allerdings erst Wochen später und erst nach externem Druck. Warum diese Verzögerung? Und als ob das noch nicht reicht, hat Ines ganz zum Schluss noch eine weitere besorgniserregende Nachricht: Mit einer subtilen Umfrage unter Weidetierhaltenden soll die Integrität der Dokumentations‑ und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf in Frage gestellt werden. Der Abgesang auf die Wissenschaft hat begonnen - wir setzen Fakten dagegen!
  • Der Wolfspodcast

    96: Der Wolf – und das Ende der Hobbyjagd?

    15.05.2026 | 1 Std. 10 Min.
    In dieser Folge vom Wolfspodcast trifft Sabine auf Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer – Tierarzt, Tierethiker und eine der prägenden Stimmen im deutschsprachigen Diskurs über Jagd, Ethik und Wissenschaft.
    Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine grundlegende Verschiebung: Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz steht ein weiterhin streng geschütztes Tier plötzlich im Kontext jagdrechtlicher Zuständigkeiten. Begriffe wie „Bestandsmanagement“ oder „Hobbyjagd“ prägen seither verstärkt die politische und gesellschaftliche Debatte.
    Rudolf Winkelmayer stellt die Hobbyjagd als solche grundsätzlich infrage: Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und eines wachsenden Stellenwerts des Tierschutzes hält er es für durchaus möglich, dass die Hobbyjagd in den kommenden 10 bis 20 Jahren – ähnlich wie im Kanton Genf – weitgehend abgeschafft wird.
    Zugleich ordnet er die häufig behauptete Rolle der Jagd kritisch ein: Die Jagd reguliert Wildbestände nicht im ökologischen Sinne, und für viele Arten besteht aus wissenschaftlicher Sicht keine Notwendigkeit jagdlicher Regulierung. Stattdessen plädiert der ehemalige Jäger für eine, wie er sie nennt, „Ultima-Ratio-Jagd“ sowie für ein umfassendes Biodiversitätsmanagement.
    Im Zentrum steht dabei immer wieder der Wolf als hochsozialer Beutegreifer. Welche Folgen hat seine Bejagung für Rudelstrukturen, Ökosysteme und Konfliktdynamiken? Und was lässt sich wissenschaftlich belastbar sagen – jenseits von Annahmen, Narrativen und Mythen?
    Die Folge beleuchtet diese Fragen faktenbasiert und vielschichtig. Sie verbindet ökologische Erkenntnisse und ethische Überlegungen – und öffnet den Raum für eine grundlegende gesellschaftliche Perspektive: Die Natur und die in ihr lebenden Tiere gehören uns allen. Daraus ergibt sich ein legitimes Mitspracherecht der Gesellschaft im Umgang mit Wildtieren – gerade bei so kontroversen Themen wie der Jagd.
  • Der Wolfspodcast

    95: Wenn der Wolf Schlagzeilen macht

    08.05.2026 | 44 Min.
    In dieser Episode richtet Sabine den Blick auf ein Thema, das leider viel zu oft unterschätzt wird: die Verantwortung der Medien im Umgang mit dem Wolf. Der Pressekodex lässt keinen Spielraum für Interpretationen – Sorgfalt, Wahrhaftigkeit und Zurückhaltung sind Pflicht. Und doch zeigt sich in der Praxis immer wieder ein anderes Bild.
    Zu Gast ist Kerstin Frohoff-Hülsmann aus Wettringen bei Münster. Als Schafhalterin kennt sie die Herausforderungen auf der Weide ebenso wie die Dynamik öffentlicher Debatten. Genau aus dieser Verbindung entsteht ihre besondere Perspektive: aufmerksam, analytisch und konsequent.
    Kerstin beobachtet Medienberichte genau, sammelt Beispiele und wird aktiv, wenn Grenzen überschritten werden. Mit fundierten Beschwerden bei Redaktionen und dem Deutschen Presserat setzt sie sich für mehr journalistische Qualität ein – ruhig, beharrlich und mit klarem Ziel: eine faire, faktenbasierte Berichterstattung.
    Dabei bewegt sie sich in einem Spannungsfeld, das sie auch privat kennt: Ihr Mann ist Jäger, weder klar pro noch kontra Wolf. Gerade diese Zwischenposition macht deutlich, wie wichtig differenzierte Betrachtung jenseits von einfachen Fronten ist.
    Gemeinsam gehen Sabine und Kerstin konkreten Beispielen nach – aus Fachmedien, Jagdpresse und Tagesberichterstattung. Sie zeigen, wie tendenziöse Darstellungen entstehen, woran man sie erkennt und welche Wirkung sie entfalten.
    Vor allem aber geht es um konkrete Handlungsmöglichkeiten. Beschwerden beim Presserat sind kein bürokratisches Detail, sondern ein wirksames Instrument. Sie setzen Standards, schaffen Grenzen und können echte Veränderungen anstoßen.
    Diese Folge macht klar: Öffentlichkeit ist gestaltbar.
    Und jede Stimme, die hinschaut und sich einmischt, zählt.
  • Der Wolfspodcast

    94: Weidetierhaltung im Wolfsgebiet

    01.05.2026 | 57 Min.
    Sabine ist zurück in Klein Köris – bei einem alten Bekannten. Schäfer Matthias Rackwitz bewirtschaftet hier seit über 30 Jahren mit seinem Kollegen Schafe und Ziegen in der Landschaftspflege. Als Sabine ihn vor einem Jahr zuletzt besucht hat, schien die Welt noch eine andere zu sein. Der Wolf im Jagdrecht? Für Rackwitz damals kaum vorstellbar.
    Heute ist genau das Realität. Und mit der erleichterten Jagd wächst für ihn nicht die Sicherheit, sondern die Sorge. Umgeben von gleich fünf Wolfterritorien – und bislang ohne einen einzigen Riss – könnte sich die Lage für seine Herden jederzeit drehen. Für Rackwitz steht fest: Die Jagdverbände überspannen den Bogen.
    Doch der Brandenburger Jagdverband zeigt sich selbstbewusst. Geschäftsführer Kai Hamann ist überzeugt, dass seine Jäger ausreichend Erfahrung und Fachwissen für die Jagd auf Wölfe mitbringen. Rackwitz will es genau wissen – und fordert ihn heraus: ein Quiz, eine Challenge, zehn Jäger. Der Einsatz ist hoch. Wird Hamann sich darauf einlassen?
    Währenddessen zeigt sich der Alltag auf der Weide ungefiltert: Die Herdenschutzhunde schlagen an, als Spaziergänger mit Hund vorbeiziehen. Routine für die Tiere – sie sichern die Herde und begleiten die Besucher kontrolliert am Zaun entlang. Wenig später stehen mehrere Ziegen plötzlich außerhalb der Weide. Jetzt zählt jede Minute. Tiere zurück treiben und die Zaunlücke finden.
    Ein Tag mit Matthias Rackwitz – zwischen politischer Debatte, praktischer Erfahrung und der Frage, wie viel Risiko die Weidetierhaltung künftig noch tragen kann.
    Edit: Sabine hat im Gespräch fälschlicherweise gesagt, dass Kai Hamann der Vorsitzende vom Landesjagdverband Brandenburg ist. Kai Hamann ist der Geschäftsführer vom LJVB.
  • Der Wolfspodcast

    93: Alltag einer Schäferin in Deutschland

    23.04.2026 | 1 Std. 3 Min.
    Nach einer kurzen kreativen Pause meldet sich Sabine zurück – mit einer Folge direkt aus dem Leben einer Schäferin aus Nordhessen.
    Zu Gast ist Thea Welland: Schäferin aus Leidenschaft, Agraringenieurin und Ökobäuerin in Witzenhausen.
    Eine Frau, die nicht nur von Landwirtschaft spricht, sondern sie lebt – mit allem, was dazugehört.
    Was mit einem einzelnen Schaf namens Pipilotta begann, entwickelte sich zu einem vielseitigen Betrieb mit rund 30 Milchschafen, eigener Naturseifen-Manufaktur und einer klaren Haltung zu Tierwohl und Verantwortung.
    Sabine spricht mit Thea über ihren ungewöhnlichen Weg: von der Rettungsassistentin zur Schäferin, über den Mut, Neues zu wagen, und die Realität hinter der oft romantisierten Vorstellung vom Landleben.
    Es geht um Herausforderungen im Alltag, echte Sorgen in der Schäferei – und um Konflikte, die nichts mit dem Wolf zu tun haben, sondern mit Menschen, Hunden oder gesellschaftlichen Erwartungen.
    Schon früh setzte sich Thea wissenschaftlich in ihrer Diplomarbeit mit der Koexistenz von Schafen und Wölfen auseinander – lange bevor das Thema breite Aufmerksamkeit bekam. Und lange, bevor die Wölfe wirklich zurückgekehrt waren.
    Heute verbindet sie Theorie und Praxis auf eindrückliche Weise und teilt offen ihre Erfahrungen, Strategien und auch Sorgen.
    Außerdem erzählt sie, wie aus ihrer Geschichte plötzlich ein Buch wurde – und wie sie über die Kommunikation mit ihren Tieren lernte, mit Verlusten und dem Tod klarzukommen.
    Eine ehrliche, vielschichtige Folge über Leidenschaft, Verantwortung und das Leben zwischen Weide, Wolf und Wirklichkeit.
Weitere Natur Podcasts
Über Der Wolfspodcast
Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.
Podcast-Website

Höre Der Wolfspodcast, FALTER Natur und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

Hol dir die kostenlose radio.at App

  • Sender und Podcasts favorisieren
  • Streamen via Wifi oder Bluetooth
  • Unterstützt Carplay & Android Auto
  • viele weitere App Funktionen
Rechtliches
Social
v6.9.1| © 2007-2026 radio.de GmbH
Generated: 5/25/2026 - 9:49:43 AM