98 Episoden
- In dieser Episode des Wolfspodcasts begrüßt Sabine zum zweiten Mal Christina Steiner, Präsidentin des Vereins CHWOLF. Schon in Folge 37 war sie zu Gast – damals ging es um den wachsenden politischen Druck auf den Wolf in der Schweiz. Eineinhalb Jahre später zeigt sich: Die Lage hat sich weiter zugespitzt.
Im Zentrum steht ein Jagdgesetz, das präventive Abschüsse erlaubt – und eine Verordnung, die diese Praxis massiv ausweitet. Was als Regulierung verkauft wird, hat sich zu einer Abschusspolitik entwickelt, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Seit dem Winter 2023 wurden in der Schweiz über 230 Wölfe getötet. Die meisten von ihnen hatten nie Schaden verursacht. Viele waren Jungtiere.
Die Auswirkungen sind brisant. Statt die Zahl der Nutztierrisse zu senken, zeigen sich in einigen Regionen gegenteilige Entwicklungen. Die Eingriffe in bestehende Rudelstrukturen destabilisieren die Familienverbände und setzen die Wölfe massiv unter Druck – mit ökologischen Folgen, die noch gar nicht absehbar sind.
Doch der nächste Schritt ist bereits in Planung. Eine weitere Revision des Jagdgesetzes könnte Abschüsse ohne Schonzeit ermöglichen – selbst in Schutzgebieten. Im Raum steht sogar eine Obergrenze für den Wolfsbestand. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Schutz aufgeweicht wird, sondern wie weit.
Sabine spricht mit Christina Steiner über die Hintergründe dieser Entwicklung, über politische Dynamiken und gezielte Desinformationen, die die Gesellschaft verunsichern – und über die Frage, welche Handlungsspielräume engagierten Artenschützern wie CHWOLF noch bleiben. Trotz der angespannten Lage blickt Christina vorsichtig optimistisch nach vorn: Ein mögliches Referendum und ein anschließender Volksentscheid könnten nochmal Bewegung ins Ganze bringen.
Vieles, was in der Schweiz in Sachen Wolf passiert, ist kaum zu glauben und nicht auszuhalten. Ein Grund mehr, genau hinzuschauen und in dieser Folge die Fakten ungeschönt auf den Tisch zu legen. - In dieser Folge ist Insiderin Ines wieder mit dabei. Sie kennt die Abläufe hinter den Kulissen von Behörden und Politik wie kaum eine andere. Die Regierungsoberamtsrätin und Diplomverwaltungswirtin ist privat im Natur- und Artenschutz aktiv.
Am 1. Juli 2026 – dem Tag der Aufnahme dieser Folge – treten in einigen Bundesländern neue Regelungen im Jagdrecht und Wolfsmanagement in Kraft. Die große Frage: Wird der Abschuss von Wölfen jetzt zur Normalität? Die nüchterne Antwort dürfte viele überraschen – denn rechtlich bleibt der Wolf streng geschützt. Warum also dieser politische Vorstoß? Und weshalb sorgt er selbst bei Juristen und Artenschützern für Kopfschütteln?
Die Folge arbeitet sich durch eine Vielzahl offener Punkte und verbreiteter Irrtümer. Sind Wölfe jetzt tatsächlich eine regulär bejagbare Art, wie Politik und Jagdverbände es gern hätten? Wird der Abschuss einfacher und rechtssicherer – trotz ihres weiterhin bestehenden Schutzstatus? Und was steckt hinter dem neuen „revierübergreifenden Managementplan“ aus Niedersachsen?
Auch Hessen sorgt für Schlagzeilen. Im Lahn-Dill-Kreis dürfen zwei Wolfswelpen getötet werden – eine Verfügung, die für Empörung bei den Menschen sorgt und für die Verantwortlichen juristisch böse enden könnte. Auch die schleichende Verschiebung beim Herdenschutz wird analysiert – mit weitreichenden Folgen für Prävention, Entschädigung und den praktischen Umgang mit dem Wolf.
Zum Abschluss ein Lichtblick: Mit der neuen „Wolfschutzbibliothek“ entsteht eine frei zugängliche Plattform, die Studien, Urteile und fundierte Informationen bündelt – ein dringend benötigtes Gegengewicht in einer zunehmend emotionalisierten Debatte.
Diese Episode liefert Erkenntnisse, die nicht allen gefallen dürften – die aber klar zeigen, wie weit politische Narrative und rechtliche Realität auseinanderliegen. Und die deutlich machen: Das letzte Wort im Umgang mit dem Wolf ist noch lange nicht gesprochen. - Fünf Wochen, fünf Länder, unzählige Begegnungen: Sabine spricht mit Annika über ihre außergewöhnliche Reise durch die Bergregionen des Balkans – unterwegs im Defender mit Mann, Kind und Hunden, mitten durch Wolfs- und Bärengebiete. Dort, wo Europas große Beutegreifer nie verschwunden waren.
Von Griechenland über Nordmazedonien, Kosovo und Albanien bis nach Bosnien und Slowenien taucht die junge Familie in den Alltag von Hirten ein, trifft auf beeindruckende Herdenschutzhunde und erlebt, wie Nähe und Respekt das Zusammenleben prägen. Statt Romantik gibt es echte Wildnis: verschneite Pässe, wilde Tiere im nächtlichen Camp, traditionelle Herdenschutz-Praktiken – und Menschen, für die Wolf und Bär schlicht Teil des Lebens sind.
Wie unterschiedlich regeln die Länder den Umgang mit großen Beutegreifern? Welche Rollen spielen Jagd, Herdenschutz und gelebte Tradition? Und was lässt sich daraus für die hitzige Debatte in Deutschland mitnehmen? Annika berichtet aus erster Hand von Begegnungen, Konflikten, Lösungen – und Momenten, in denen man spürt, dass Koexistenz kein Schlagwort ist, sondern tägliche Praxis.
Eine Folge über Wildnis ohne Verklärung – und über die Weisheit derjenigen, die seit Generationen mit Wolf, Bär und Weidetier zusammenleben. - In Folge 101 spricht Sabine erneut mit Gerald Friedl – zum vierten Mal. Der Gründer des Vereins Wölfe in Österreich liefert aktuelle Einblicke, doch die Lage bleibt düster: Österreichs Wolfs- und Naturschutzpolitik steuert offenbar auf eine systematische Ausrottung der Wölfe zu und verstößt dabei wiederholt gegen EU-Recht.
Ein halbes Jahr nach der Gründung ist der Verein österreichweit vernetzt und wächst stetig. Doch mit der wachsenden Unterstützung nehmen auch die Herausforderungen zu. Gerald Friedl schildert eine Politik, die sowohl beim Schutz der Wölfe als auch bei der Unterstützung der Weidetierhaltung erhebliche Defizite aufweist.
Gemeinsam beleuchten Sabine und Gerald die Stimmung in der Bevölkerung, die Auswirkungen der Wolfsdebatte auf Tourismus und Almwirtschaft sowie die Frage, wie sicher Urlauber in Regionen sind, in denen intensiv Jagd auf Wölfe gemacht wird.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle von Desinformation. Welche Narrative bestimmen die öffentliche Debatte? Warum haben wissenschaftliche Fakten oft einen schweren Stand? Und wird der Wolf zunehmend zum Sündenbock für strukturelle Probleme in der Alm- und Weidewirtschaft?
Besonders im Fokus steht Kärnten: eine der beliebtesten Urlaubsregionen Österreichs und zugleich ein Hotspot für Wolfsabschüsse. Schlagzeilen über vergiftete Geier werfen eine brisante Frage auf: Galt der Giftanschlag den Wölfen? Neue Hinweise legen diesen Verdacht nahe.
Auch auf wissenschaftlicher Ebene gibt es Konflikte: Die Populationsgefährdungsanalyse (PVA), die derzeit an der BOKU Wien unter Leitung von Prof. Hackländer entsteht, soll klären, wie viele Wölfe nötig sind, um die Art zu erhalten. Doch dieser Ansatz greift zu kurz: Er erfüllt nicht die Anforderungen der FFH-Richtlinie an einen günstigen Erhaltungszustand. Gerald Friedl warnt, dass die Analyse politisch missbraucht werden könnte – ein weiterer möglicher Verstoß gegen EU-Recht.
Im Gespräch wird klar: Die Frage ist nicht mehr, ob Österreich für seine Wolfs-Politik zur Rechenschaft gezogen wird, sondern wann. Bis dahin drohen weitere Abschüsse, wachsender Druck auf die Population und ein Verlust an Biodiversität.
Gerald Friedl und seine Mitstreiter nehmen die Herausforderung an. Mit Aufklärung, Sachlichkeit und Ausdauer setzen sie sich weiterhin für den Schutz des Wolfs und den Erhalt einer artenreichen Natur ein. - Der 30. März in Hamburg markiert einen Einschnitt in der aktuellen Wolfsdebatte: Im Mittelpunkt steht der Fall des Wolfs GW5505m, der in einem Einkaufszentrum eine Frau verletzt hat – und seitdem bundesweit für Schlagzeilen, Spekulationen und teils drastische Forderungen sorgt.
Aber was ist an diesem Tag tatsächlich passiert?
In dieser Folge spricht Sabine erneut mit Kerstin Frohoff-Hülsmann (bekannt aus Folge 95).
Als Faktencheckerin setzt sie sich konsequent für mehr journalistische Sorgfalt und eine faktenbasierte Berichterstattung ein. Gemeinsam mit ihr arbeitet Sabine den Fall Hamburg systematisch auf – auf Grundlage von zwei UIG-Anfragen und der Auswertung von über 20 Dokumenten, darunter Polizeiberichte, Aktenvermerke, interne E-Mails und Fotomaterial.
Was sagen die offiziellen Berichte, was berichten Augenzeugen – und wie schildert die betroffene Frau selbst das Geschehen? Warum verzögerte sich die Auswilderung des Tieres? Und welche Rolle spielten Behörden, politische Entscheidungen und die öffentliche Wahrnehmung in der weiteren Entwicklung?
Sechs unabhängige fachliche Gutachten attestieren dem Wolf durchgehend arttypisches Verhalten – ohne Hinweise auf eine Gefährdung für den Menschen. Nach internen Unterlagen hätte die zuständige Behörde BUKEA GW5505m am liebsten noch vor Ostern wieder freigelassen. Doch es kam anders.
Und dann die Nachricht vom vergangenen Freitag: GW5505m lebt nicht mehr.
Was ist gesichert, was ist Interpretation – und wo beginnt die Spekulation?
Diese Jubiläumsfolge trennt belegbare Fakten von zugespitzten Narrativen, ordnet mediale, jagdliche und politische Dynamiken ein und gibt wissenschaftlichen Einschätzungen den Raum, den sie verdienen. Mit exklusiven Einblicken und bislang unveröffentlichten Hintergründen richtet sie sich an alle, die sich fundiert informieren und in einer aufgeheizten Debatte argumentationssicher bleiben wollen.
Ein Plädoyer für Sachlichkeit, Differenzierung – und journalistische Verantwortung im Umgang mit dem Wolf.
Auf die nächsten 100 Folgen.
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Über Der Wolfspodcast
Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.
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