Das Drehbuch an den Börsen hat sich gedreht: Der Iran-Konflikt tritt mit fallendem Öl und greifendem Abkommen in den Hintergrund – an seine Stelle ist die Angst vor steigenden Zinsen samt einer brutalen Verkaufswelle bei Tech-Werten getreten. Der DAX verliert am frühen Nachmittag rund ein Prozent, nachdem er bereits gestern ein Prozent eingebüßt hatte. Der Druck kommt aus New York mit klarer Schlagseite: Der Nasdaq 100 stürzte gestern um 3,3 Prozent ab, während sich der Dow mit minus 0,1 Prozent vergleichsweise wacker hielt. Verkauft werden gezielt die bisherigen Lieblinge – Nvidia, Alphabet, Intel, Marvell und AMD. Hintergrund: Immer mehr Händler setzen darauf, dass die Fed unter dem neuen Chef Kevin Warsh den Leitzins bis Jahresende zweimal anhebt – Gift vor allem für die Hyperscaler, die ihren KI-Infrastruktur-Ausbau zunehmend über Schulden finanzieren. Die Geschichte des Tages spielt im Rüstungssektor mit zwei Gesichtern: TKMS jubelt über einen Spiegel-Bericht, wonach das Verteidigungsministerium acht kleinere Fregatten beim Marineschiffbauer ordern will – Rheinmetall stürzt dagegen ab, weil dieselbe Meldung das Aus für das F126-Fregatten-Projekt der Rheinmetall-Tochter Naval Vessels Lürssen bedeutet.