PhiloPod - Denken, das weiterbringt.
PHILOSKOP Cornelia Mooslechner-Brüll

Neueste Episode
55 Episoden
- Karthago, im Jahr 203: Eine 22-jährige Frau sitzt im Gefängnis, stillt noch ihr Kind und wartet auf ihre Hinrichtung. In diesen Nächten schreibt sie Tagebuch — und dieser Text gilt als einer der frühesten, in denen eine Frau in ihrer eigenen Stimme über sich selbst spricht.
In dieser Folge lese ich Perpetuas Gefängnistagebuch als das, was es auch ist: ein philosophisches Argument. Ihr Vater fleht sie an, nachzugeben. Sie zeigt auf einen Krug und fragt ihn, ob man ihn anders nennen könne, als er ist. Und wendet die Antwort auf sich selbst an.
Mit Hannah Arendts Unterscheidung zwischen dem Was und dem Wer eines Menschen (Vita activa, 1958) wird sichtbar, worum es hier wirklich geht — und warum diese Frage heute in jedem Familien-, Team- und Sorgekonflikt wiederkehrt.
Leitfrage: Was heißt es, ganz zu sich zu stehen, wenn alle anderen etwas anderes von dir verlangen — und die, die es verlangen, dich lieben?
Erwähnte Texte · Passio Sanctarum Perpetuae et Felicitatis, um 203 · Hannah Arendt, Vita activa oder Vom tätigen Leben, 1958
🍂 Im Herbst lese ich fünf Denkerinnen im Online-Lesekreis „Die andere Hälfte der Philosophie" — Perpetua ist Abend 1. Infos & Anmeldung: Lesekreis
🎓 Philosophie Masterclass — 2.500 Jahre in 6 Modulen: philoskop.org/philosophie-masterclass
📩 Newsletter mit Denkimpulsen: Newsletter
PHILOSKOP — Klar denken. Frei handeln.
Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!
hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren
alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier
und hier geht's zum Newsletter
Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-Brüll Die andere Hälfte der Philosophie — Fünf Denkerinnen, die die Geschichte fast vergessen hätte
05.08.2026 | 22 Min.Die Philosophiegeschichte wird meist als Reihe großer Männer erzählt. In dieser Auftaktfolge einer neuen Reihe hole ich fünf Denkerinnen aus dem Schatten — von Vibia Perpetua, die im Jahr 203 in einem Gefängnis in Karthago ihr eigenes Tagebuch schrieb, bis zu Carolin Emcke in unserer Gegenwart. Fünf Frauen, achtzehn Jahrhunderte, eine große Frage: Wer darf wissen, lieben, sprechen — und über sich selbst bestimmen?
Die fünf Stationen: Vibia Perpetua · Christine de Pizan · Elisabeth von der Pfalz · Mary Wollstonecraft · Carolin Emcke.
🍂 Im Herbst lese ich genau diese fünf im Online-Lesekreis „Die andere Hälfte der Philosophie" — fünf Abende, ein Text pro Abend, kein Vorwissen nötig. Alle Infos & Anmeldung: https://www.philoskop.org/lesekreise
📚 Wer Philosophie als tägliche Praxis will: Kurs „Philosophisch leben" → https://www.philoskop.org/philosophischleben
📩 Newsletter mit Denkimpulsen: https://www.philoskop.org/kontakt
PHILOSKOP — Klar denken. Frei handeln.
Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!
hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren
alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier
und hier geht's zum Newsletter
Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-BrüllDer gepanzerte Mann — toxische Männlichkeit mit Beauvoir, Bourdieu und bell hooks
14.07.2026 | 22 Min.„Ein Mann weint nicht." Vier Wörter, die fast jeder Mann kennt — und eine ganze Erziehung. Diese Folge nimmt den Begriff „toxische Männlichkeit" auseinander: woher er wirklich kommt, was er meint und was nicht, und warum ausgerechnet die falsche Ansprache junge Männer in die Arme der Manosphere treibt.
Inhaltsüberblick:
Herkunft und eigentliche Bedeutung von „toxischer Männlichkeit" — ein Begriff, der oft missverstanden wird
Raewyn Connells Konzept der hegemonialen Männlichkeit
Beauvoirs „man wird es" — auf Männlichkeit übertragen
Bourdieus männliche Herrschaft als Falle für die Herrschenden selbst
Theweleits „Körperpanzer" und bell hooks' Gedanke der Selbstverstümmelung
Eine Ehrenrettung der Stoa, die zu oft mit Gefühllosigkeit verwechselt wird
Zeitkritik: die Manosphere, Andrew Tate und Michael Kimmels „gekränkter Anspruch"
Joseph Roths „Radetzkymarsch" als Trauerarbeit um eine untergehende Männlichkeit
Bezug zum Festival „Bühne der Macht" und dem Workshop „Männlichkeit verstehen und neu denken"
Empfohlene Literatur:
Simone de Beauvoir — „Das andere Geschlecht" (1949)
Pierre Bourdieu — „Die männliche Herrschaft" (1998)
Klaus Theweleit — „Männerphantasien" (1977/78)
bell hooks — „The Will to Change: Men, Masculinity, and Love" (2004)
Michael Kimmel — „Angry White Men" (2013)
Joseph Roth — „Radetzkymarsch" (1932)
Weitere Ressourcen: www.philoskop.org, Philosophie Masterclass, E-Learning-Kurse, Newsletter, 1:1 Beratung / Philosophische Praxis
Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!
hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren
alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier
und hier geht's zum Newsletter
Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-BrüllZwischen Vollzug und Willkür — Hartmut Rosas „Situationen und Konstellationen" im Härtetest
09.07.2026 | 30 Min.Fühlst du dich manchmal wie ein bloßes Rädchen im Getriebe – im Job voller Formulare, beim Scrollen zwischen Klick und Nicht-Klick? Genau dieses Unbehagen beschreibt der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch „Situationen und Konstellationen": Wir verlieren die Fähigkeit zu handeln und werden zu bloßen Vollzieher•innen von Algorithmen, Checklisten und Regeln.
In dieser Folge fassen wir zunächst Rosas Diagnose zusammen – und nehmen sie dann gründlich auseinander. Mit Adorno und Wittgenstein zeigen wir, warum Rosa selbst in genau das binäre Schwarz-Weiß-Denken verfällt, das er kritisiert.
Mit Kant, Harry Frankfurt und Jon Elster fragen wir, ob eine Regel zu befolgen wirklich Freiheitsverlust bedeutet – oder manchmal die reifste Form von Selbstbestimmung ist.
Mit Max Weber, Aristoteles und der kognitiven Psychologie (Kahneman) schauen wir, warum das romantisierte Bild des „weisen Richters", der nach Gefühl statt nach Gesetz urteilt, empirisch ins Wanken gerät – und warum feste Regeln oft gerade die Machtlosen schützen. Und wir fragen, warum Rosa ausgerechnet die quantitativen Daten nutzt, deren Logik er das ganze Buch über verdammt.
Ein Härtetest für ein Buch, das enorm plausibel klingt – und trotzdem an einigen entscheidenden Stellen ins Stolpern gerät.
Erwähnt in dieser Folge: Hermann Schmitz, Theodor W. Adorno, Ludwig Wittgenstein, Immanuel Kant, Harry Frankfurt, Jon Elster, Hannah Arendt, Max Weber, Aristoteles, Emmanuel Levinas, Michel Foucault.
Wenn dich Fragen wie diese beschäftigen und du tiefer einsteigen willst:
🧭 Philosophie Masterclass – für alle, die philosophisches Denken nicht nur hören, sondern als Praxis erlernen wollen: https://www.philoskop.org/philosophie-masterclass
📚 E-Learning-Kurse (u. a. „Philosophisch leben", „Weisheit der Stoa"): https://www.philoskop.org/stoa🗣️
1:1 Beratung / Philosophische Praxis: https://www.philoskop.org/einzel
📩 Newsletter – wöchentlich ein philosophischer Impuls: https://www.philoskop.org/kontakt
Alle Angebote findest du gesammelt auf www.philoskop.org
Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!
hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren
alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier
und hier geht's zum Newsletter
Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-Brüll- Das Antlitz des Anderen: Levinas und die Ethik als erste Philosophie
Was passiert in dem Moment, wenn jemand zurückschaut? Nicht feindlich, nicht freundlich — einfach: er schaut. Für Emmanuel Levinas ist genau dieser Moment der Ausgangspunkt der gesamten Philosophie.
In dieser Folge tauchen wir in sein Hauptwerk Totalität und Unendlichkeit (1961) ein — eines der wirkungsmächtigsten und gleichzeitig schwierigsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Mein Versprechen: Du verstehst danach, was Levinas eigentlich sagen will — und warum es dich etwas angeht.
Was dich erwartet:
Wer war Emmanuel Levinas — und warum ist sein Leben untrennbar von seiner Philosophie? Levinas wächst in Litauen auf, bringt die Phänomenologie nach Frankreich, wird im Zweiten Weltkrieg in ein deutsches Arbeitslager deportiert. Seine Familie wird ermordet. Seine Philosophie ist keine akademische Übung — sie ist eine Antwort auf das Böse, das entsteht, wenn Menschen das Antlitz des Anderen nicht mehr sehen.
Wo steht Levinas in der Philosophiegeschichte? Er kommt von Husserl und Heidegger — und macht dann eine radikale Wendung. Beide, sagt er, haben den Anderen letztlich assimiliert: zu einem Inhalt meines Bewusstseins, zu einem Teil meiner Welt gemacht. Levinas will den Anderen als wirklich, absolut Anderen denken.
Die Schlüsselbegriffe, ohne die Levinas kaum zu lesen ist: Das Selbe, der Andere, das Antlitz, Unendlichkeit, Totalität, Epiphanie, Verantwortung, Ethik als erste Philosophie.
Der dramatischste Satz im Text: „Du wirst keinen Mord begehen." — Nicht als religiöses Gebot. Sondern als das, was das Antlitz des Anderen durch seine bloße, schutzlose Präsenz spricht.
Levinas im Vergleich — kurz und klar: Husserl, Heidegger, Sartre, und ein Bezug zur letzten Folge über Hermann Schmitz.
Und schließlich: Was bedeutet das für dein Leben? Vier konkrete Fragen, die nicht loslassen.
Fragen für deine Woche:
Wann hast du zuletzt jemanden wirklich als Antlitz wahrgenommen — nicht als Funktion, nicht als Typ?
Gibt es Menschen in deinem Alltag, die du in eine Kategorie einsperrst und damit unsichtbar machst?
Wie fühlt sich Verantwortung an, die du nicht gewählt hast — und wie gehst du damit um?
Levinas sagt, der Frieden ist ursprünglicher als der Krieg. Glaubst du das?
Literatur zur Folge:
Emmanuel Levinas: Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität (frz. Original 1961, dt. Übersetzung: Verlag Karl Alber) — Abschnitt: Antlitz und Ethik
Zum Einstieg empfohlen: Emmanuel Levinas: Ethik und Unendliches. Gespräche mit Philippe Nemo — kurz, zugänglich, auf Deutsch erhältlich.
Mehr von PHILOSKOP:
🌐 www.philoskop.org 📚 E-Learning-Kurse: Philosophisch leben · Weisheit der Stoa · Philosophie Masterclass 🎓
Ausbildung Philosophieren mit Kindern: www.philosophierenmitkindern.com
📩 Newsletter abonnieren — philosophische Impulse, direkt ins Postfach
Ich freue mich auf eine Begegnung. Cornelia Mooslechner-Brüll
Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um!
hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren
alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier
und hier geht's zum Newsletter
Ich freu mich auf eine Begegnung!
Cornelia Mooslechner-Brüll
Weitere Bildung Podcasts
Trending Bildung Podcasts
Über PhiloPod - Denken, das weiterbringt.
Steckst du manchmal fest? Fragst du dich, ob das schon alles war, wie man eine gute Entscheidung trifft oder was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Du bist nicht allein. Mein Name ist Cornelia Mooslechner-Brüll, und als philosophische Praktikerin begleite ich dich im Philo Pod auf der Suche nach Antworten.Gemeinsam nehmen wir die großen Themen des Lebens unter die Lupe: Liebe und Verlust, Glück und Zweifel, Sinn und Tod. In Gesprächen mit inspirierenden Gästen, durch Rezensionen philosophischer Neuerscheinungen und praktische Impulse finden wir Klarheit, wo vorher Verwirrung war. Dies ist kein Podcast für schnelle Antworten, sondern für die richtigen Fragen – die Fragen, die dein Leben verändern.Bist du bereit, dein Leben zu prüfen? Dann hör jetzt rein. Mehr Inspiration findest du auf www.philoskop.org.Nähere Infos über PHILOSKOP https://www.philoskop.org/und weiteren Veranstaltungen unterhttps://www.philoskop.org/termine
Podcast-WebsiteHöre PhiloPod - Denken, das weiterbringt., Erklär mir die Welt und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen
Hol dir die kostenlose radio.at App
- Sender und Podcasts favorisieren
- Streamen via Wifi oder Bluetooth
- Unterstützt Carplay & Android Auto
- viele weitere App Funktionen


PhiloPod - Denken, das weiterbringt.
Code scannen,
App laden,
loshören.
App laden,
loshören.
























