Über diese Folge: Sitzen wir als isoliertes Bewusstsein in unserem Kopf und betrachten die Welt da draußen wie durch ein Fenster? Wenn es nach Martin Heidegger geht, ist diese Vorstellung der größte Irrtum der abendländischen Philosophie!
In dieser Folge von PhiloPod wagen wir uns an eines der einflussreichsten (und sprachlich berüchtigtsten) Werke des 20. Jahrhunderts: „Sein und Zeit“. Wir entzaubern Heideggers sperriges Vokabular, übersetzen es in den Alltag und klären, warum wir die Welt nicht in erster Linie theoretisch „erkennen“, sondern praktisch in ihr „wohnen“.
Macht es euch gemütlich (oder noch besser: macht euch einen Kaffee, das passt perfekt zur Folge!) und lasst uns gemeinsam das philosophische Labyrinth von Heidegger erkunden.
In dieser Folge erfährst du:
Husserl vs. Heidegger: Wie Heidegger die Phänomenologie seines Lehrers radikal umkrempelt und den Fokus vom „Bewusstsein“ auf die nackte Existenz lenkt.
Das Dasein: Warum Heidegger den Begriff „Mensch“ oder „Subjekt“ ablehnt und was die sogenannte „Jemeinigkeit“ bedeutet.
In-der-Welt-sein: Warum wir nicht in der Welt sind wie das Wasser in einem Glas, sondern wie wir in unserem Element sind. Und: Warum ein Stuhl streng genommen niemals eine Wand berühren kann.
Das Besorgen: Warum unser Normalzustand nicht das kühle, wissenschaftliche Beobachten ist, sondern der völlig vertraute, praktische Umgang mit unserer Umwelt.
Der philosophische Paukenschlag: Wie die klassische Erkenntnistheorie entsteht und warum wir Dinge erst dann theoretisch anstarren, wenn unser Werkzeug (oder die Kaffeemaschine) kaputtgeht.
Wichtige Begriffe aus der Folge (Mini-Glossar):
Dasein: Heideggers Bezeichnung für uns Menschen – das einzige Wesen, das sich Gedanken über seine eigene Existenz macht.
In-der-Welt-sein: Die absolute, unauflösbare Einheit von uns und der Welt. Es gibt kein isoliertes „Ich“ ohne Weltbezug.
Besorgen: Unser alltäglicher, praktischer Umgang mit den Dingen (z.B. Kaffee kochen, hämmern, Dinge verwenden), bei dem wir völlig in unsere Umwelt vertieft sind.
Weltlichkeit: Die Welt ist kein physischer Container voller Objekte, sondern ein Bedeutungsnetz, das durch unser Dasein aufgespannt wird (die Umwelt).
📚 Erwähnte Werke & Denker:
Martin Heidegger: Sein und Zeit (1927)
Edmund Husserl (Begründer der Phänomenologie)
Lust auf mehr Philosophie im Alltag? Wenn euch diese Folge geholfen hat, Heidegger ein bisschen besser zu verstehen, lasst gerne eine Bewertung für den PhiloPod da und teilt die Folge mit jemandem, der auch mal den Kopf durchlüftet haben möchte.
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Cornelia Mooslechner-Brüll