Neue politische Eckpunkte sorgen für Aufsehen: Die 65-Prozent-Regel im Gebäudeenergiegesetz soll fallen. Gasheizungen könnten wieder uneingeschränkt möglich werden. Stattdessen ist von einer „Grüngasquote“ und mehr Technologieoffenheit die Rede. Doch was bedeutet das konkret für Bauherren?
In dieser Folge von „Fundament - Der Baupodcast“ ordnen Thomas Krug und Jonas Betz die aktuelle Debatte sachlich und praxisnah ein.
🔍 Rückblick: Was war die 65-Prozent-Regel?
Einführung im Zuge der GEG-Reform 2023/2024
Verpflichtung zu mindestens 65 % erneuerbarer Energie bei neuen Heizungen
Deutliche Lenkung Richtung Wärmepumpe, Biomasse oder Fernwärme
Gas nur mit klarer Transformationsperspektive
Wir sprechen darüber, wie sich diese Vorgabe konkret auf unsere Projekte ausgewirkt hat – technisch, wirtschaftlich und organisatorisch.
💶 Förderlandschaft im Überblick
Unter der 65-Prozent-Regel waren erhebliche Fördermittel möglich, unter anderem:
BEG – Bundesförderung für effiziente Gebäude
Zuschüsse für Wärmepumpen
Förderprogramme für Nichtwohngebäude (BEG NWG)
KfW-Kredite mit Tilgungszuschüssen
Förderung von Gebäudeautomation, PV-Anlagen und Speichern
Wir beleuchten, welche Förderlogik hinter diesen Programmen steht – und warum sie sich möglicherweise ändern könnte.
📊 Praxisbeispiel: Investition vs. Lebenszyklus
Anhand eines konkreten Projektbeispiels (Gesundheitszentrum, ca. 4.000 m²) vergleichen wir:
Investitionskosten Gas vs. Wärmepumpe
Einfluss von Fördermitteln
20-Jahres-Betriebskosten
CO₂-Preis-Risiken
ESG-Fähigkeit und Bewertungssicherheit
Die zentrale Erkenntnis: Nicht die Schlagzeile entscheidet – sondern die Lebenszyklusrechnung.
⚖️ Was ändert der neue Gesetzesentwurf?
Wegfall der 65-Prozent-Pflicht im einzelnen Gebäude
Einführung einer Grüngasquote für Energieversorger
Mehr Technologieoffenheit
Kurzfristig geringere Investitionskosten möglich
Langfristig höhere Unsicherheit bei Energiepreisen
Wir erklären, warum mehr Freiheit nicht automatisch mehr Sicherheit bedeutet.
🕰 Wann gilt das überhaupt?
Derzeit handelt es sich um politische Eckpunkte – kein verabschiedetes Gesetz. Ein vollständiges Gesetzgebungsverfahren steht noch aus. Realistische Einschätzung:
Inkrafttreten frühestens 2026/2027
Übergangsfristen wahrscheinlich
Maßgeblich ist das geltende Recht zum Zeitpunkt der Genehmigung bzw. Heizungserneuerung
🚨 Was tun im laufenden Projekt?
Gerade wenn Sie kurz vor der Bestellung eines Heizungssystems stehen:
Keine Entscheidungen auf Basis politischer Spekulation treffen
Förderbedingungen prüfen
Szenarien rechnen (Invest, Betrieb, CO₂-Preis, 20-Jahres-Kosten)
Lebenszyklus statt Anschaffungspreis bewerten
🎯 Fazit
Die Richtung der Energiepolitik bleibt langfristig klar: Dekarbonisierung. Ob mit oder ohne 65-Prozent-Regel – entscheidend für Bauherren sind:
Versorgungssicherheit
Betriebskostenstabilität
Förderfähigkeit
ESG-Konformität
Langfristige Wirtschaftlichkeit
Gute Bauprojekte reagieren nicht auf Schlagzeilen. Sie reagieren auf Zahlen.
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