
# 51 I Leo Ginsburg über Flow, Lernen durch Gespräche und weshalb die Frage "Warum?" so wichtig ist
13.1.2026 | 56 Min.
Leo Ginsburg ist Chefredakteur von Gründerszene und Host des Podcasts Business Class. Seit vielen Jahren führt er Gespräche mit Gründerinnen, Investoren und Führungspersönlichkeiten über Unternehmertum, Geld und persönliche Entscheidungen. Im Restaurant Hero Podcast spricht er über Lernen durch Zuhören, über Erkenntnisse aus seinen Gesprächen und darüber, wie sich Perspektiven mit Erfahrung verändern. Gelernt von Leo Lernen entsteht im Gespräch Leo beschreibt Gespräche als zentrale Lernquelle. Jede Begegnung beginnt mit echtem Interesse am Menschen. Durch Zuhören, Nachfragen und Einordnen entstehen Erkenntnisse, die über Fachwissen hinausgehen. Learnings • Gespräche fördern Verständnis • Zuhören vertieft Erkenntnisse • Dialog erweitert Perspektiven Die Bedeutung der Warum-Frage Eine zentrale Rolle spielt für Leo das Nachfragen nach Motiven. Die Warum-Frage führt weg von reinen Fakten hin zu Entscheidungen, Werten und inneren Antrieben. Learnings • Neugier strukturiert Denken • Fragen öffnen neue Ebenen • Erkenntnis wächst durch Tiefe Erfahrung verändert den Blick auf Geld Durch Gespräche mit sehr vermögenden Menschen wandelte sich Leos Perspektive. Geld steht weniger für Status, sondern für Sicherheit, Freiheit und Gestaltungsspielraum. Learnings • Erfahrung klärt Prioritäten • Geld unterstützt Lebensentwürfe • Klarheit ersetzt Zahlenfixierung Flow als Lernzustand Leo beschreibt Flow als Zustand intensiver Konzentration. Lernen, Arbeiten und Leistung verbinden sich, wenn Interesse und Verantwortung zusammenkommen. Zitat: „Wenn du im Flow bist, kommt vieles zusammen.“ Learnings • Fokus verstärkt Wirkung • Sinn steigert Ausdauer • Freude fördert Qualität Obsession als Treiber von Entwicklung Viele erfolgreiche Menschen eint laut Leo ein starkes inneres Interesse an ihrem Thema. Gedanken kreisen weiter, auch außerhalb formaler Arbeitszeiten. Learnings • Tiefe Beschäftigung stärkt Kompetenz • Begeisterung trägt durch Phasen • Interesse fördert langfristiges Lernen Scheitern als Erfahrungsquelle Leo spricht offen über gescheiterte Projekte und Entscheidungen. Rückblickend liefern diese Erfahrungen wichtige Einsichten für zukünftige Wege. Learnings • Erfahrung entsteht durch Ausprobieren • Reflexion stärkt Resilienz • Lernen vertieft Selbstkenntnis Investieren als strukturierter Prozess Sein eigener Umgang mit Investments ist bewusst einfach gehalten. Regelmäßigkeit, Geduld und klare Regeln schaffen Ruhe im Entscheidungsprozess. Learnings • Struktur erleichtert Umsetzung • Kontinuität fördert Stabilität • Planung schafft Gelassenheit Journalismus als Lernverantwortung Als Chefredakteur versteht Leo Journalismus als Aufgabe der Einordnung. Lernen bedeutet hier, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und Orientierung zu geben. Learnings • Transparenz stärkt Vertrauen • Einordnung fördert Verständnis • Wissen trägt Verantwortung Vielfalt als Lernverstärker Leo reflektiert die Auswahl seiner Gesprächspartner. Unterschiedliche Perspektiven bereichern Inhalte und erweitern den eigenen Horizont. Learnings • Vielfalt erweitert Denkweisen • Reflexion verbessert Qualität • Lernen bleibt dynamisch Unternehmertum als Denkraum Der Gedanke an ein eigenes gastronomisches Konzept zeigt, wie Leos Lernprozesse über Branchen hinweg wirken. Gespräche inspirieren neue Ideen und verbinden Disziplinen. Learnings • Inspiration entsteht branchenübergreifend • Wissen verbindet Welten • Lernen fördert Kreativität Fazit Leo Ginsburg zeigt, wie Lernen durch Gespräche entsteht und wie Neugier berufliche und persönliche Entwicklung formt. Seine Perspektive macht deutlich, wie Zuhören zu Klarheit führt, wie Erfahrung Prioritäten verschiebt und wie kontinuierliches Lernen zur Grundlage für fundierte Entscheidungen in Medien, Wirtschaft und Unternehmertum wird.

# 50 Tanja Grandits über die Wichtigkeit von Selbstfürsorge, Führung durch Vorleben und Genuss in der Gastronomie
19.12.2025 | 55 Min.
Tanja Grandits ist Inhaberin und Küchenchefin des Restaurants Stucki in Basel. Sie prägt seit über 17 Jahren eine Küche, die durch Farbe, Geschmack und emotionale Klarheit überzeugt. Mit zwei Michelin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten gehört sie zu den prägendsten Persönlichkeiten der europäischen Gastronomie. Im Restaurant Hero Podcast spricht sie über Lernen aus Erfahrung, kreative Systeme, Führung durch Vorleben und darüber, wie Essen Menschen stärkt, verbindet und begeistert. Gelernt von Tanja 1. Lernen beginnt mit Neugier Tanja kam über Umwege zur Gastronomie. Ihre frühen Erfahrungen in der Küche ihrer Großmutter, ein begonnenes Chemiestudium und ihre Zeit als Au-pair formten ein tiefes Interesse für Lebensmittel, Prozesse und Wirkung von Essen. Learnings • Neugier öffnet Lernräume • Unterschiedliche Wege stärken den eigenen Blick • Praktische Erfahrung vertieft Verständnis 2. Kreativität braucht Struktur Die Farb- und Aromenküche entstand aus einer klaren kreativen Leitidee. Die bewusste Begrenzung auf eine Farbe pro Gang schafft Fokus, Klarheit und kreative Freiheit zugleich. Learnings • Klare Systeme fördern Kreativität • Einschränkung schafft Orientierung • Einfachheit erleichtert Entscheidungen 3. Lernen durch Wiederholung und Freude Seit vielen Jahren arbeitet Tanja mit handschriftlichen Notizbüchern, in denen Ideen, Menüs und Gedanken entstehen. Der kreative Prozess bleibt lebendig, weil er Freude macht und regelmäßig gepflegt wird. Learnings • Kontinuität stärkt Qualität • Freude ist ein Lernverstärker • Rituale fördern kreative Tiefe 4. Genuss als Grundlage für Entwicklung Essen wirkt auf Körper, Geist und Emotionen. Für Tanja entsteht Qualität aus frischen Produkten, bewusstem Kochen und echtem Genuss. Learnings • Genuss stärkt Wohlbefinden • Gute Produkte fördern Klarheit • Essen wirkt über den Teller hinaus 5. Ausbildung als gemeinsames Wachstum Als Stiftungsrätin der Fundaziun Uccelin begleitet Tanja junge Talente aus aller Welt. Der Austausch mit unterschiedlichen Kulturen, Betrieben und Produzenten erweitert Perspektiven auf beiden Seiten. Learnings • Lernen entsteht im Austausch • Internationale Einblicke erweitern Horizonte • Nachwuchsförderung stärkt die Zukunft der Branche 6. Führung durch Vorleben Tanja führt ein Team von rund 60 Menschen. Ihr Führungsverständnis basiert auf Klarheit, Respekt und persönlicher Verantwortung. Learnings • Vorleben schafft Orientierung • Klarheit stärkt Zusammenarbeit • Eigenes Wohlbefinden unterstützt Führung 7. Selbstfürsorge als Lernbasis Ein bewusster Morgen, Zeit für Ruhe, Lesen, Bewegung und Planung bilden die Grundlage für einen ausgeglichenen Arbeitstag. Learnings • Struktur schafft Energie • Ruhe fördert Entscheidungsqualität • Selbstfürsorge ermöglicht Präsenz 8. Inspiration entsteht im Alltag Neue Ideen entstehen aus Produkten, Gesprächen, Routinen und dem täglichen Arbeiten im Team. Beständigkeit und Wandel ergänzen sich. Learnings • Alltag ist eine Inspirationsquelle • Wiederholung vertieft Können • Gemeinsames Denken stärkt Qualität 9. Unternehmertum durch Nähe Kochbücher, Laden, persönliche Begegnungen und direkter Austausch mit Gästen verbinden Restaurant, Zuhause und Alltag. Learnings • Nähe schafft Vertrauen • Inhalte verlängern Wirkung • Lernen wirkt über Orte hinaus Fazit Tanja Grandits zeigt, wie Lernen aus Erfahrung entsteht und durch Offenheit, Freude und Klarheit wächst. Ihre Arbeit verbindet Struktur mit Kreativität, Genuss mit Entwicklung und Führung mit Menschlichkeit. Eine Einladung, Lernen als lebenslangen Prozess zu verstehen, der aus Aufmerksamkeit, Austausch und Begeisterung entsteht.

# 49 I Julia Komp über Neugier, unternehmerische Stärke und weshalb Reisen bei lebenslangem Lernen hilft
14.12.2025 | 39 Min.
Julia Komp ist Sterneköchin, Unternehmerin und Autorin. Sie führt mit dem Sahila ein Sternerestaurant in Köln und begleitet seit Jahren junge Köchinnen und Köche auf ihrem Weg in die Gastronomie. Im Restaurant Hero Podcast spricht sie über Lernen durch Erfahrung, über Weiterentwicklung durch Neugier und darüber, wie bewusste Entscheidungen zu mehr Klarheit im eigenen Arbeiten führen. Gelernt von Julia 1. Lernen beginnt mit der eigenen Neugier Julia wurde früh Küchenchefin und spürte schnell, dass fachliches Können allein nicht ausreicht, um langfristig gut zu arbeiten. Aus dieser Erkenntnis entstand der Wunsch, den eigenen Horizont zu erweitern. Lernen bedeutete für sie, sich selbst wieder in eine Situation zu bringen, in der Beobachten, Zuhören und Erleben im Mittelpunkt stehen. Learnings Neugier öffnet neue Denkweisen Lernen entsteht aus bewusster Unterbrechung Entwicklung beginnt mit Fragen 2. Reisen als intensive Lernform Über ein Jahr reiste Julia durch mehr als 30 Länder. Sie arbeitete in Restaurants, aß auf Märkten, beobachtete Abläufe und sprach mit Menschen vor Ort. Im Fokus standen Zusammenhänge. Wie entstehen Aromen im kulturellen Kontext. Welche Rolle spielt Arbeit im Alltag. Was macht Essen bedeutungsvoll. Learnings Kulinarisches Verständnis wächst durch Kontext Geschmack entsteht aus Umgebung und Kultur Beobachtung vertieft handwerkliches Wissen 3. Bewusstsein für Übertragbarkeit Viele Erfahrungen aus dem Ausland ließen sich nicht direkt in den eigenen Betrieb integrieren. Genau darin lag für Julia ein wichtiger Lerneffekt. Zu verstehen, was vor Ort funktioniert und warum es dort funktioniert, schärfte den Blick für das Eigene und für bewusste Entscheidungen in der eigenen Küche. Learnings Verständnis entsteht durch Einordnung Auswahl stärkt die eigene Handschrift Bewusstes Weglassen schafft Klarheit 4. Menschen als wichtigste Lehrer Besonders prägend waren Begegnungen mit Menschen, die mit wenigen Ressourcen große Zufriedenheit ausstrahlten. Diese Erfahrungen veränderten Julias Blick auf Erfolg, Arbeit und Alltag nachhaltig und flossen direkt in ihre unternehmerischen Entscheidungen ein. Learnings Perspektivwechsel erweitert Prioritäten Zufriedenheit beeinflusst Arbeitsqualität Menschliche Begegnungen prägen Denken 5. Service als lernende Disziplin Für Julia ist Service ein permanenter Lernprozess. Jeder Gast bringt andere Erwartungen mit. Aufmerksamkeit, Beobachtung und Flexibilität ermöglichen echte Begegnung und schaffen Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Learnings Wahrnehmung vertieft Servicequalität Empathie verbessert Gästekommunikation Präsenz schafft Verbindung 6. Zusammenarbeit in einer veränderten Arbeitswelt Julia beschreibt, wie sich Zusammenarbeit über die Jahre verändert hat. Lernen bedeutet hier, neue Formen des Miteinanders zu gestalten, Abläufe transparent zu machen und Entwicklung aktiv zu begleiten. Learnings Kommunikation unterstützt Entwicklung Klarheit stärkt Zusammenarbeit Lernen gehört zum Führungsalltag 7. Struktur als Basis für Weiterentwicklung Klare Arbeitszeiten, flexible Wochenmodelle und bewusst gesetzte Entwicklungsphasen schaffen Raum für Qualität. Struktur hilft dabei, Energie sinnvoll einzusetzen und Lernen im Alltag zu verankern. Learnings Struktur schafft Orientierung Planung ermöglicht Fokus Zeitfenster fördern Entwicklung 8. Lernen als kontinuierlicher Prozess Für Julia ist Lernen Teil des Lebens. Neue Länder, andere Branchen, technologische Entwicklungen und persönliche Erfahrungen fließen kontinuierlich in ihr Denken ein und erweitern ihre Perspektive. Learnings Offenheit fördert Wachstum Vielfalt inspiriert Innovation Lernen stärkt langfristige Qualität Fazit „Ich möchte weitergehen, mehr sehen und immer besser verstehen, was ich tue.“ Julia Komp zeigt, wie Lernen aus Erfahrung entsteht und durch Offenheit wächst. Ihre Geschichte macht deutlich, wie Neugier zu Klarheit führt, wie bewusste Entscheidungen Qualität fördern und wie kontinuierliche Entwicklung zur Grundlage für nachhaltigen Erfolg in Küche, Service und Unternehmertum wird. Ihre Geschichte zeigt, wie Lernen jenseits von Lehrbüchern stattfindet und wie persönliche Entwicklung zur Grundlage unternehmerischer Stärke wird.

# 48 I Scott Eddy über emotionale Gästeerlebnisse, strategisches Marketing und was Asien der Gastronomie voraus hat
13.12.2025 | 47 Min.
Scott Eddy ist einer der sichtbarsten Hospitality-Vordenker weltweit. Der frühere Investmentbanker lebt seit über zehn Jahren fast ausschließlich in Hotels, berät internationale Hotelgruppen und Reiseunternehmen und ist auf Social Media zu Hause wie andere an der Rezeption. Im Restaurant Hero Podcast spricht er darüber, was echte Service Exzellenz ausmacht, warum wir von Asien radikal viel lernen können und wieso Hospitality zuerst Kultur und dann Prozess ist. Gelernt von Scott 1. Vom Investmentbanker zum Hospitality-Nomaden Scott war zehn Jahre im Investmentbanking zwischen New York und Fort Lauderdale, bevor er 1999 spontan nach Bangkok ging und dort blieb. Aus einem Zwei-Wochen-Trip wurden elf Jahre in Asien. Er baute eine der ersten digitalen Agenturen in Südostasien auf, arbeitete mit Hotels und Reisebrands und machte Social Media zu seinem Spielfeld. Heute besitzt er fast nichts mehr und lebt komplett aus Koffer und Hotelzimmer. Learnings: • Lebenswege müssen nicht linear sein, um sinnvoll zu sein. • Mutige Entscheidungen entstehen oft aus spontanen Momenten. • Radikale Reduktion auf das Wesentliche kann Freiheit schaffen. 2. Früh auf Social Media, konsequent im Tun Scott war einer der frühesten Player auf Twitter in Asien und wurde zum ersten amerikanischen Expat mit einer Million Followern in jedem asiatischen Land, in dem er aktiv war. Er postete über Jahre zwanzig Mal am Tag, beantwortete jede Nachricht und baute sich so ein Netzwerk aus Hotels, Marken und Partnern auf. Heute verlagert er seinen Fokus dorthin, wo die Dynamik ist, zum Beispiel auf LinkedIn. Learnings: • Wer früh in neue Kanäle investiert, baut sich echte Vorteile auf. • Wachstum entsteht nicht durch Talent, sondern durch Konsistenz. • Plattformwahl sollte sich nach Momentum richten, nicht nach Ego. 3. Service ist mechanisch, Hospitality ist emotional Für Scott sind Service und Hospitality zwei verschiedene Dinge. Service beschreibt Abläufe, Geschwindigkeit und Korrektheit. Hospitality beschreibt, wie sich ein Gast fühlt, wenn der Service passiert. In seinen Augen haben viele westliche Betriebe effiziente Abläufe, aber zu wenig Wärme. Der Unterschied liegt im Blickkontakt, im aufrichtigen Lächeln und in der einen zusätzlichen Frage, die nicht auf dem Skript steht. Learnings: • Gäste erinnern sich an Gefühle, nicht an Prozessschritte. • Exzellenz ist weniger Technik als Haltung und Präsenz. • Eine einzige ehrliche Interaktion kann einen ganzen Aufenthalt prägen. 4. Was wir von Asien lernen können Scott hat lange in Thailand, auf den Philippinen und in Sri Lanka gelebt. Dort erlebte er eine Form von Gastfreundschaft, die tief in Erziehung und Kultur verankert ist. Mitarbeitende sehen ihren Job als Berufung, nicht nur als Tätigkeit. Jeder Mitarbeitende grüßt, sucht Blickkontakt und zeigt spürbare Dankbarkeit. Dieses Niveau an Wärme fehlt ihm in vielen westlichen Hotels, obwohl die Ressourcen dort oft größer sind. Learnings: • Dankbarkeit und Demut sind zentrale Treiber für echte Gastfreundschaft. • Länder mit weniger Wohlstand zeigen oft mehr Großzügigkeit im Umgang. • Kultur schlägt Skript: Haltung lässt sich nicht durch Checklisten ersetzen. 5. Leadership und Kultur als Leistungshebel Scott beobachtet in der Branche mehr schlechte als gute Führung. Für ihn ist Kultur kein weiches Thema, sondern Kern von Performance. Die besten General Manager sind sichtbar im Haus, kennen ihre Mitarbeitenden beim Namen und interessieren sich für deren Leben. Mitarbeitende spiegeln die Energie ihrer Führung. Wer sich nicht wertgeschätzt fühlt, wird Gästen keine Wärme geben. Learnings: • Kultur ist der stärkste, aber am meisten unterschätzte Wettbewerbsvorteil. • Führung beginnt nicht im Büro, sondern auf der Fläche. • Wertschätzung innen entscheidet über Wirkung außen. 6. Der Umgang mit Beschwerden In Scotts Idealbild blendet ein Mitarbeitender bei einer Beschwerde alles andere aus und hört zu. Die Lösungswege sind immer ähnlich: entschuldigen, korrigieren, kompensieren. Der Unterschied liegt im Wie. Wird der Gast wie ein Problem behandelt oder wie ein Mensch, dessen Erfahrung zählt. Für Scott ist klar: Man muss nicht glauben, dass der Gast immer recht hat, aber man sollte sich so verhalten, als wäre es so. Learnings: • Aufrichtiges Zuhören wirkt stärker als jede Kompensation. • Beschwerden sind Chancen, Loyalität zu schaffen, nicht Störungen. • Professionalität zeigt sich besonders im Umgang mit Unrecht aus Gästesicht. 7. Storytelling statt Werbung Scott sieht jede Hospitality-Marke als Medienhaus. Hotels und Restaurants verkaufen nicht Betten oder Tische, sondern Emotionen. Geschichten über den Koch, der bei der Großmutter gelernt hat, über die Servicemitarbeiterin, die seit zwanzig Jahren im Haus ist, oder über die Herkunft der Produkte machen Betriebe spürbar. Marketing spricht zu Menschen, Storytelling zieht sie hinein. Learnings: • Menschen verbinden sich mit Menschen, nicht mit Gebäuden. • Sichtbarkeit entsteht durch Geschichten, nicht durch Claims. • Jede Abteilung im Betrieb trägt Geschichten in sich, die erzählt werden wollen. 8. AI, Zukunft und Menschlichkeit Scott sieht AI nicht als Bedrohung, sondern als Entlastung. Für ihn übernimmt Technik die monotonen Aufgaben, die längst automatisiert sein sollten. Dadurch bleibt mehr Zeit für das, was Hospitality einzigartig macht: echte menschliche Begegnungen. Er ist überzeugt, dass gerade Hospitality durch AI menschlicher werden kann, wenn Führung das richtig nutzt. Learnings: • Technologie sollte Kapazität für Menschlichkeit freischalten. • Angst vor AI blockiert Potenziale, die dem Team helfen könnten. • Zukunftsfähige Betriebe kombinieren digitale Effizienz mit analoger Nähe.

# 47 I Julius Wiesenhütter über die Magie des Gründens, kulinarische Produktentwicklung und weshalb er sich lieber für mehr Soße entscheidet als zu wenig
08.12.2025 | 54 Min.
Als früherer Managing Director bei Foodora und Caterwings hat Julius die Delivery-Welt von Beginn an miterlebt und mitgestaltet. Mit getvoila baut er heute eine Plattform, die High-End-Küche zuhause erlebbar macht und Restaurants neue Umsatzkanäle eröffnet. Im Restaurant Hero Podcast spricht er über datengetriebene Produktentwicklung, kulinarische Qualität im Versand, Unternehmertum und die Zukunft der Gastronomie zwischen Retail, Tech und Omnichannel. Gelernt von Julius 1. Vom BWLer zum Foodtech-Gründer Julius hatte zunächst keine persönliche Verbindung zur Gastronomie. Der Einstieg über ein Praktikum bei Foodora wurde zum Wendepunkt. Dort lernte er die Branche kennen, begleitete die Expansion, launchte Städte und führte schließlich Teams als Managing Director. Learnings: • Karrierewege entstehen oft aus Zufällen, nicht aus Plänen. • Geschwindigkeit und Verantwortung wachsen im Startup proportional zueinander. • Wer Gastronomie einmal wirklich erlebt, bleibt der Branche oft emotional verbunden. 2. Zielgruppenverständnis als Kernkompetenz Was Julius bei Foodora am meisten lernte: Gastronomie ist keine homogene Branche. Vom emotionalen Pizzabäcker bis zur systematischen Unternehmensführung muss man sich auf völlig unterschiedliche Persönlichkeiten einstellen. Erfolg entsteht durch die Fähigkeit, beide Welten zu verstehen. Learnings: • Produktentwicklung beginnt immer beim Menschen, nicht beim Tool. • Vertrauen entsteht, wenn Daten echten Mehrwert bieten. • Die Vielfalt der Branche ist eine Stärke, kein Problem. 3. Die Idee zu getvoila: Zugang zu gutem Essen demokratisieren Während der Pandemie wurde Julius bewusst, wie limitiert der Zugang zu hochwertigem Essen außerhalb urbaner Zentren ist. Die Idee: Signature-Gerichte aus Spitzenrestaurants für ganz Deutschland verfügbar machen. Learnings: • Innovation entsteht oft dort, wo Angebot und Nachfrage weit auseinanderliegen. • Convenience bedeutet nicht Qualitätsverlust, sondern Reichweitenausbau. • Versandfähige Küche ist ein eigenes Handwerk, keine Kopie des Restaurants. 4. Kulinarische Produktentwicklung im Versand getvoila testet Gerichte, analysiert Feedback und arbeitet eng mit Köchinnen und Köchen zusammen. Entscheidend ist nicht die perfekte Authentizität, sondern der perfekte Geschmack für die Zielgruppe. Beispiel: Das berühmte Butter Chicken, das zu einem Bestseller wurde, weil es vertraut wirkt und zugleich besser schmeckt als die Version aus vielen Lieferdiensten. Learnings: • Smarte Produktentwicklung heißt, Erwartungen der Zielgruppe präzise zu treffen. • Höchste Qualität entsteht durch iterative Prozesse, nicht durch einmalige Entscheidungen. • Kleine Details wie Soßenmenge, Toppings und Verpackung bestimmen das Kundenerlebnis. 5. Daten als Entscheidungsgrundlage GetVoila wertet aus, wo Menschen bestellen, welche Menüs performen, wann Nachfrage entsteht und welche Gerichte hohe Weiterempfehlungsraten erzielen. Spannend: Menschen bestellen besonders gerne regionales Essen aus anderen Regionen Deutschlands. Nähe ist kein Kaufargument, Exotik dagegen schon. Learnings: • Daten geben Hinweise, Emotionen entscheiden. • Regionale Spezialitäten funktionieren überregional oft besser als lokal. • Feedback von vielen zählt, nicht die Meinung eines Einzelnen. 6. Unternehmertum zwischen Risiko und Leidenschaft Julius beschreibt Gründen als ständiges Auf und Ab. Er liebt es, weil jeder Tag Einfluss hat und weil Neugier ihn antreibt. Rückblickend würde er weniger schnell wachsen, weniger einstellen und früher profitabler denken. Learnings: • Drei Eigenschaften prägen erfolgreiche Gründerinnen und Gründer: Unzufriedenheit mit dem Status quo, Umgang mit Menschen, echte Begeisterung für das Thema. • Fehler entstehen in jedem Unternehmen; entscheidend ist die Fähigkeit, daraus Produktverbesserungen abzuleiten. • Wachstum ist kein Wert an sich, relevanter ist nachhaltiger Impact. 7. Die Zukunft der Gastronomie ist Omnichannel Für Julius wird die Gastronomie der Zukunft radikal klarer in der Positionierung: entweder schnelle Convenience oder bewusstes Sitzen und Erleben. Dazwischen wird wenig Bestand haben. Gleichzeitig wird Retail eine zentrale Rolle spielen – Marken wollen überall konsumierbar sein. Learnings: • Restaurants brauchen klare Formate und starke Kanten. • Retail und Delivery werden zu strategischen Ergänzungen, nicht zu Nebenkanälen. • Langfristige Trends wie Korean Food sind relevanter als kurzfristige Social-Media-Hypes. 8. Technologie als Hebel, nicht als Ersatz für Kultur GetVoila nutzt AI und Automatisierung für Service, Warehouse und Bestellprozesse, aber nie stumpf. Julius betont, dass der Schlüssel darin liegt zu verstehen, was man automatisieren kann – und was nicht. Learnings: • Technologie unterstützt Menschen, ersetzt sie aber nicht. • Automatisierung schafft Raum für Qualität. • Unternehmen, die Tech nicht nutzen, verlieren Geschwindigkeit und Chancen. Fazit: Kulinarik neu gedacht Julius zeigt, wie moderne Gastronomie funktionieren kann, wenn man Daten, Kreativität, Gästeverständnis und Unternehmertum intelligent verbindet. getvoila übersetzt Spitzenküche in ein skalierbares, digitales Erlebnis ohne den Kern der Gastronomie zu verlieren. Seine Geschichte zeigt, wie sich Foodtech und klassische Küche gegenseitig befruchten können und warum die Zukunft der Branche hybrid, vernetzt und mutig sein wird.



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