
Samstagsrundschau: Ist die Schweiz auf Katastrophen vorbereitet?
10.1.2026 | 28 Min.
Die hohe Zahl der Schwerverletzten bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat nur dank ausländischer Unterstützung bewältigt werden können. Der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren Lukas Engelberger sagt, ob es hier Verbesserungen braucht. Bei der verheerenden Brandkatastrophe in einer Bar in der Walliser Gemeinde Crans-Montana sind in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen, 116 grösstenteils schwer verletzt worden. Weil die Kapazitäten in Schweizer Spitälern nicht ausgereicht haben, sind 46 Überlebende des Unglücks ins Ausland verlegt worden. In der Schweiz seien «Kultur und die Kompetenz im Krisenmanagement eher gering ausgeprägt», hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz im letzten August in einem Bericht festgestellt: «Es fehlt an Willen und Ressourcen, in diesen Bereich zu investieren.» Der Vorsteher des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt, Lukas Engelberger, ist Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und-direktoren (GDK). In der «Samstagsrundschau» konfrontiert ihn Philipp Burkhardt mit der Frage, ob die Kantone die Katastrophenvorsorge im Gesundheitsbereich zu wenig ernst genommen haben. Auch Thema in der Sendung ist die Forderung der Schweizer Pharmaindustrie nach staatlicher Unterstützung, weil Präsident Donald Trump in den USA tiefere Medikamentenpreise durchgesetzt hat. Ist der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz bereit, den Pharmakonzernen unter die Arme zu greifen? Ergänzend zum «Tagesgespräch» finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle «Samstagsrundschau».

Thomas Ihde: Junge Menschen nach Crans-Montana
09.1.2026 | 26 Min.
Heute ist nationaler Trauertag nach der Brandkatastrophe. Viele junge Menschen starben oder wurden schwer verletzt. Der Psychiatrie-Chefarzt Thomas Ihde erklärt, warum Social Media die Trauer erschwert, wieso Jugendliche die Gefahr filmten, und welche unsichtbaren Wunden bleiben. In einer Welt, die immer kopflastiger wird und in der junge Menschen einer Flut von Reizen ausgesetzt sind, beleuchtet Thomas Ihde, Chefarzt der Psychiatrie an den Spitälern Frutigen, Meiringen, Interlaken, die psychischen Herausforderungen der heutigen Jugend. Nach dem Unglück von Crans-Montana spricht er über die besondere Art und Weise, wie junge Menschen mit solchen Ereignissen umgehen und warum sie emotional stärker reagieren. Erfahren Sie, warum die "Generation Bambus" zwar anpassungsfähig ist, aber auch ihre Grenzen hat, und welche Rolle Erwachsene dabei spielen, wenn immer mehr junge Menschen aufgrund psychischer Probleme eine Rente beziehen müssen. Ein Gespräch über die Notwendigkeit, in die psychische Gesundheit junger Menschen zu investieren, um eine verlorene Generation zu verhindern. Thomas Ihde ist zu Gast bei David Karasek.

Ali Fathollah-Nejad: «Das iranische Regime ist nervös»
08.1.2026 | 24 Min.
Noch immer dauert in Iran die Protestwelle an. Gleichzeitig verliert das Regime mit Nicolas Maduro in Venezuela einen wichtigen Verbündeten. Was heisst das für das Regime in Teheran? Der deutsch-iranische Politologe Ali Fathollah-Nejad ist zu Gast bei Simone Hulliger.

Anja Dargatz: «Der Schock sitzt immer noch tief»
07.1.2026 | 24 Min.
Nicolás Maduro entmachtet: Nun befürchten Venezolanerinnen und Venezolaner Chaos, Unsicherheit und Stillstand statt demokratischer Erneuerung. Das sagt Anja Dargatz, sie ist die Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Caracas. Wie begegnen die Menschen in Venezuela dem Ende der Maduro-Herrschaft? Im Land dominiert Angst und Unsicherheit. Der Alltag zwischen Armut und Drogenbanden ist sowieso schon hart genug. Anja Dargatz ist die Leiterin des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Caracas. Sie hat Zeitgeschichte und Politikwissenschaft studiert. Anja Dargatz ist zu Gast bei David Karasek.

Hendrik Hansen: «Ich traue der Vulkangruppe den Anschlag zu»
06.1.2026 | 24 Min.
Noch immer sind tausende Haushalte in Berlin ohne Strom. Zum Anschlag auf die Stromkabel hat sich die linksextreme «Vulkangruppe» bekannt. Ist das glaubwürdig? Wer ist diese Gruppe? Der Extremismusforscher Hendrik Hansen ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die «Vulkangruppe» hat seit 2011 mehrere Anschläge auf kritische Infrastruktur verübt. Der aktuelle in Berlin passe zur deren Handschrift, sagt Hansen. Es sei aber richtig, dass in alle Richtungen ermittelt werde, auch in Richtung Russland. Grundsätzlich traue er der Gruppe aber den Anschlag zu, sie sei bereit, sehr weit zu gehen. Wie verbreitet und wie gewaltbereit ist Linksextremismus in Deutschland? Hendrik Hansen ist Prof. für politischen Extremismus an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Berlin.



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