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    ME/CFS-Expertin Corinna Geiger: "Die Versorgung muss einmal beginnen"

    26.07.2026 | 28 Min.
    Die Versorgung von Menschen mit ME/CFS, einer schweren, chronischen Multisystemerkrankung, steckt in Österreich noch immer in den Kinderschuhen. Internistin und Gastroenterologin Corinna Geiger hat deshalb eine Online-Klinik gegründet, um Betroffenen den oft kräftezehrenden Weg in die Ordination zu ersparen. Im Podcast „Wiener Wissen“ spricht die Expertin über Versorgungslücken, Forschung und warum Telemedizin für viele Erkrankte der einzig machbare Weg ist.

    Die Versorgung von Menschen mit ME/CFS, einer schweren, chronischen Multisystemerkrankung, steckt in Österreich noch immer in den Kinderschuhen. Internistin und Gastroenterologin Corinna Geiger hat deshalb eine Online-Klinik gegründet, um Betroffenen den oft kräftezehrenden Weg in die Ordination zu ersparen. Im Podcast „Wiener Wissen“ spricht die Expertin über Versorgungslücken, Forschung und warum Telemedizin für viele Erkrankte der einzig machbare Weg ist.

    Neben der Versorgung sieht Geiger auch großes Potenzial für die Forschung. Die pseudonymisierten Langzeitdaten könnten künftig helfen, wirksamere Therapien zu entwickeln und Patientengruppen besser zu unterscheiden. Denn zugelassene Medikamente für ME/CFS gibt es bislang nicht. Gleichzeitig mahnt sie, die Diskussion über die genaue Zahl der Betroffenen dürfe nicht vom eigentlichen Problem ablenken. „Alle Spezialistinnen und Spezialisten, die sich damit auskennen, sind ausgebucht und haben teilweise jahrelange Wartezeiten„, betont sie. Ob es 80.000 Erkrankte seien oder mehr, spiele letztlich eine untergeordnete Rolle: „Es sind auf jeden Fall zu viele – und die Versorgung muss irgendwie mal beginnen.“
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    Bürgerbudget: Was Wien von Amsterdam lernen kann

    12.07.2026 | 31 Min.
    Wie können Bürgerinnen und Bürger stärker in politische Entscheidungen eingebunden werden? Der Mathematiker Jan Maly erklärt im „Wiener Wissen“-Podcast im Gespräch mit Elisabeth Oberzaucher, warum Bürgerbudgets die Demokratie stärken und Vertrauen in die Politik fördern können – und weshalb Wien bei der Umsetzung noch einiges von Amsterdam lernen könnte.

    Ob Spielplatz, Radweg oder Begrünung - bei sogenannten Bürgerbudgets entscheidet die Bevölkerung selbst mit, wofür öffentliche Gelder ausgegeben werden. Besonders wichtig sei dabei, dass möglichst alle gesellschaftlichen Gruppen fair repräsentiert werden. Genau daran arbeitet der Informatikwissenschaftler gemeinsam mit Politikwissenschaftlern im Rahmen eines Forschungsprojekts zum Digitalen Humanismus.

    Verbesserungspotenzial sieht Maly bei der praktischen Umsetzung. Während die Wienerinnen und Wiener sich erst auf der dafür eingerichteten Plattform registrieren und die ID Austria nutzen müssen, setzt Amsterdam auf einfache QR-Codes, mit dem Bürger direkt auf die Abstimmungsseite kommen. Zusätzlich werde dort gezielt in Stadtteilen geworben, in denen die Beteiligung noch niedrig ausfällt. „Niederschwelligkeit ist eigentlich das Wichtigste, es muss für die Leute so einfach wie möglich sein, da mitzumachen und sie müssen wissen, dass sie mitmachen können“, betont Maly. Kein Zufall also, dass Amsterdam weltweit zu den Städten mit den höchsten Beteiligungszahlen bei Bürgerbudgets zählt.
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    Nikolaus Forgó über Europas KI-Wettlauf: „Wir spielen einfach nicht in der ersten Liga“

    28.06.2026 | 30 Min.
    Künstliche Intelligenz verändert die Welt rasanter als jede Technologie zuvor. Doch während Europa stark hinterherhinkt, sitzen die mächtigsten Player längst in den USA und China. IT-Rechtsexperte Nikolaus Forgó warnt im Podcast „Wiener Wissen“ vor einem gefährlichen Ungleichgewicht.

    Europa droht im globalen KI-Wettlauf den Anschluss zu verlieren. Während die großen Technologieunternehmen in den USA und China die Entwicklung vorantreiben, sieht IT-Rechtsexperte Nikolaus Forgó den Kontinent zunehmend in der Zuschauerrolle: „Wir spielen einfach nicht in der ersten Liga.“ Besonders alarmierend sei, dass selbst bei strategisch wichtigen Zukunftstechnologien europäische Unternehmen und Institutionen oft nicht zu den entscheidenden Akteuren zählen. Gleichzeitig versuche Europa vor allem über Regulierung Einfluss zu nehmen – mit durchwachsenem Erfolg.

    Besorgt zeigt sich Forgó auch darüber, dass in der digitalen Welt immer öfter private Unternehmen die Regeln festlegen. „Die Technologie nimmt sich Rechte - und zwar durch die Menschen und Unternehmen, die sie entwickeln“, betont er. Und diese haben weder gesellschaftliche noch demokratische Ziele, sondern rein wirtschaftliche Interessen. Gerade deshalb brauche es klare politische Antworten darauf, wie KI künftig reguliert werden soll – auf nationaler, europäischer und globaler Ebene.
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    Thomas Starlinger: "Krisen können nur von Gesellschaft gemeinsam bewältigt werden"

    14.06.2026 | 29 Min.
    Pandemie, Blackout, Klimakrise oder KI: Österreich müsse sich deutlich besser auf kommende Krisen vorbereiten, fordert der sicherheitspolitische Berater Thomas Starlinger. Im Podcast „Wiener Wissen“ bei Elisabeth Oberzaucher spricht der ehemalige Verteidigungsminister über verlorenes Vertrauen nach der Corona-Pandemie, die Bedeutung von Bürgerbeteiligung und warum Resilienz nur gemeinsam mit der Bevölkerung entstehen kann.

    Die Corona-Pandemie habe schonungslos offengelegt, wo Österreichs Krisenmanagement Schwächen aufweist, sagt Thomas Starlinger. Besonders problematisch seien widersprüchliche Botschaften aus Politik und Behörden gewesen. „Wir hatten während der Krise fast zwei Strategien zu begegnen – eine vom Gesundheitsministerium, eine vom Bildungsministerium“, erinnert sich der Sicherheitsexperte. Die Folge sei ein massiver Vertrauensverlust gewesen – nicht nur in politische Entscheidungsträger, sondern teilweise auch in die Wissenschaft. Für künftige Krisen brauche es daher eine abgestimmte Gesamtstrategie und eine transparente Kommunikation darüber, was man wisse und was noch unklar sei.

    Einen zentralen Baustein sieht Starlinger in der stärkeren Einbindung der Bevölkerung. Krisen aller Art könnten „nur von der Gesellschaft gemeinsam bewältigt werden“. Als positives Beispiel nennt er Bürgerforen, bei denen Menschen unterschiedlichster Berufs- und Lebenswelten gemeinsam Bedrohungen und Lösungsansätze diskutierten. Das Ergebnis habe ihn beeindruckt: „Ich habe es als Schwarmintelligenz bezeichnet.“ Die Teilnehmer hätten nicht nur Risiken von geopolitischen Konflikten bis zur Künstlichen Intelligenz erkannt, sondern auch konkrete Vorschläge für die eigene Rolle in der Krisenvorsorge entwickelt.

    Mit Blick auf künftige Herausforderungen – von der Klimakrise über neue Pandemien bis hin zu möglichen Blackouts – plädiert Starlinger für mehr wissenschaftliche Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Wissenschaftler müssten frühzeitig mit Behörden, Organisationen und der Bevölkerung zusammenarbeiten. Sein Ziel: nicht nur neues Wissen schaffen, sondern konkrete Lösungen entwickeln, damit Österreich die nächste Krise besser bewältigen kann als die letzte.
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    Quantenphysiker Philip Walther: „Erleben gerade eine Revolution“

    31.05.2026 | 30 Min.
    Ein Quantencomputer in der Größe einer Schuhschachtel, der ins All fliegt und dort unter extremen Bedingungen arbeitet – was nach Science-Fiction klingt, ist dem Team rund um den Wiener Quantenphysiker Philip Walther gelungen. Bei Elisabeth Oberzaucher im Podcast „Wiener Wissen“ erzählt der Forscher, wie aus einem Quantenlabor ein miniaturisiertes Hightech-System wurde, das seit einer Satellitenmission im Oktober 2025 über unseren Köpfen im All kreist. Ein technologischer Meilenstein für Österreich!
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Über Wiener Wissen
Wiener Wissen ist ein Podcast über die Forscher:innen und die Wissenschaft in der Weltstadt Wien. Woran wird geforscht, wo ist Österreichs Metropole führend - und was sind die neuesten Erkenntnisse in interessanten Bereichen? Hier bekommen Sie die Antworten. Alle 14 Tage gibt es eine neue Episode.
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