62 Episoden
#048 - Selbstbehauptung, Neurobiologie & Christsein: Warum braver Glaube krank macht und Sünde ein fehlgeleiteter Liebesinstinkt ist - mit Thore Wilkens
16.08.2026 | 1 Std. 39 Min.Gilt im christlichen Glauben immer noch das ungeschriebene Gesetz, dass man brav, konfliktscheu und angepasst sein muss, um „fromm“ zu wirken? In dieser tiefgründigen Episode spricht Uwe mit Thore – Krisenbegleiter, Trainer für Selbstbehauptung und Leiter eines Unternehmens in Chemnitz.
Gemeinsam verbinden sie neurowissenschaftliche Erkenntnisse (Polyvagal-Theorie, Default Mode Network) mit einer messerscharfen Kritik an kirchlichen Machtstrukturen. Sie decken auf, warum die „Unheilige Allianz“ aus manipulativen Leitern und konfliktvermeidenden „Netten“ der ideale Nährboden für Missbrauch ist – und warum echte Nachfolge Mut zur eigenen Wut, unmaskierte Ehrlichkeit und gesunde Selbstbehauptung braucht.
Die wichtigsten Themen & Erkenntnisse dieser Folge:
Selbstbehauptung vs. Selbstaufgabe: Warum das verkürzte Nächstenliebe-Verständnis in die Entfremdung führt und Selbstbehauptung kein Egoismus, sondern Voraussetzung für echte Beziehungsfähigkeit ist.
Die Zwangspyramide & die „Unheilige Allianz“: Wie das Zusammenspiel aus manipulativen Führenden und angepassten, feigen „Netten“ Aufdecker isoliert und Systeme schützt, die Missbrauch fördern.
Glaube trifft Neurobiologie: Was der Vagusnerv bei Stress mit unserem Gehör macht und wie das Default Mode Network (DMN) zur isolierenden „VR-Brille“ im Alltag wird.
Eine neue Definition von Sünde: Warum Sünde kein juristisches Vergehen ist, sondern das Fehlleiten des biologischen Liebesinstinkts auf schadlose Gegenstände oder Konsum.
Der Rachepsalm als Heilungsweg: Warum Gott keine geschönten Gebete braucht, sondern unsere ehrliche, unmaskierte Wut.
Zitate der Episode
„Probleme sind Reize, die du nicht länger ignorieren kannst.“
"Wenn ein System verlangt, dass du deine eigene Wahrnehmung und Wut unterdrückst, dient es nicht Gott, sondern seiner eigenen Machterhaltung.“#047 - Spiritueller Missbrauch bei der FCJG Lüdenscheid & der Weg in die Freiheit (mit Ari Yasmin Lee)
25.07.2026 | 59 Min.Sie nimmt uns mit auf ihren Lebensweg: Aufgewachsen bei den Großeltern aufgrund der Drogenabhängigkeit ihrer Mutter, zieht sie mit 11 Jahren erstmals zu ihrer Mutter, gelangt über die Drogen-Reha Haus Wiedenhof in den Einflussbereich der FCJG und erlebt dort über sieben prägende Jahre hinweg exzessive spirituelle Kontrolle, Isolation und geistlichen Missbrauch.
Ari berichtet offen über systematische Gehirnwäsche, erzwungene Dämonenaustreibungen („Geist von Jezebel“), verweigerte medizinische Versorgung bei Krankheiten, Verbot von Freundschaften und Bildung sowie Konversionstherapie-Versuche bezüglich ihrer sexuellen Orientierung. Doch ihre Geschichte endet nicht in der Trauma-Schleife: Über den mutigen Schritt des Ausstiegs, das Nachholen des Abiturs und ein Theologiestudium in der Schweiz erlangte sie ihre eigene Stimme, ihren Glauben und ihre Freiheit zurück.
„Achtet auf euer Herz. Das ist so wichtig in allen Angelegenheiten. Sei es im Glauben oder überall sonst. Das Herz, das Selbst, die Seele — wir haben nur eine. Jeder Mensch ist so unheimlich wertvoll.“ — Ari Yasmin Lee#046 - Das System Schwester Teresa Zukic: Geistlicher Missbrauch hinter Klostermauern - mit Mart Heidel
05.07.2026 | 1 Std. 13 Min.Nach außen hin ist sie die unkonventionelle Kirchenfrau, Trägerin des Bayerischen Verdienstordens und eine absolute „Mutmacherin“: Schwester Teresa Zukic und ihre "Kleine Kommunität der Geschwister Jesu". Doch was passiert, wenn das „Charisma der Freude“ hinter verschlossenen Türen zu einem System aus Kontrolle, Liebesentzug und psychischem Druck wird?
In dieser Folge von Hausverbot im Beichtstuhl spricht unser Gast Mart (ehemals Kandidatin/Postulantin) Klartext. Mart berichtet, wie aus einem scheinbar perfekten, modernen Glaubensort ein Albtraum aus totaler Überwachung wurde – in dem selbst das Abschließen der Badezimmertür als „Mangel an Vertrauen“ ausgelegt wurde. Wir blicken hinter die glitzernde Instagram-Fassade von katholischen „Christfluencern“, sprechen über die perfide Manipulation mit Begriffen wie „Dämonen“ und „dem Bösen“ und wie Mart (und später auch Schwester Claudia) den Sprung in die Freiheit geschafft haben.
Ein tiefgehendes, erschütterndes und gleichzeitig befreiendes Gespräch über geistlichen Missbrauch, toxische Machtstrukturen in der Kirche und das Prinzip des gesunden Misstrauens.#045 - „Ich bin schwul und liebe meine Frau“ - Das unlösbare Ehe-Dilemma nach 20 Jahren
13.06.2026 | 1 Std. 46 Min.In dieser tiefgründigen und hochemotionalen Folge spricht Uwe mit Andreas (Name zum Schutz seiner Familie geändert) über ein unlösbares Lebensdilemma im Spannungsfeld zwischen fundamentalistischem Glauben und der eigenen sexuellen Identität.
Andreas nimmt uns mit in seine Kindheit auf dem Land, die von einer ständigen, lähmenden Angst vor der „Entrückung“ und dem Weltuntergang geprägt war – eine emotionale Last, die sich bis heute in seinen Träumen zeigt. Schritt für Schritt rekonstruiert er die Abwärtsspirale aus verdrängten Gefühlen, psychosomatischen Schmerzen, einer späten ADHS-Diagnose und der tiefen Scham über die eigene Homosexualität, die in der freikirchlichen Umgebung keinen Platz haben durfte. Er berichtet eindrücklich von dem Moment, als er seine sexuelle Orientierung zum ersten Mal aufschrieb, nur um das Blatt aus nackter Panik vor Gott und den Menschen sofort wieder zu zerfetzen.
Aus nackter Angst vor der Verdammnis und unter dem Druck einer toxischen Gemeinde-Ideologie unterdrückte Andreas seine Natur jahrzehntelang und flüchtete sich in religiösen Aktivismus. Um sich zu „retten“ und den Schein einer gottgefälligen Existenz zu wahren, heiratete er schließlich mit 29 Jahren eine Frau – bestärkt durch die fatalen Ratschläge eines homophoben christlichen Seelsorgers.
Das zutiefst Tragische daran: Diese Ehe war keine lieblose Fassade. Andreas und seine Frau bauten eine echte, tiefe Liebesbeziehung auf, bekamen drei Kinder und meisterten schwerste Krisen. Doch die jahrzehntelange, erzwungene Verdrängung seiner wahren Identität hinterließ tiefe Spuren. Nach 20 gemeinsamen Jahren bricht das mühsam aufrechterhaltene Kartenhaus zusammen: Seine Homosexualität drängt unaufhaltsam ans Licht und lässt sich nicht mehr wegbeten. Weil das fromme Zwangssystem ihn einst zwang, seine Natur zu verleugnen, steht die Ehe, in der sich beide Partner eigentlich immer noch lieben, heute vor dem unvollendeten, schmerzhaften Aus.#044 - Crossover mit "Kehrseite" - Vom Fundamentalismus zur Freiheit - mit Uwe Spieß
16.05.2026 | 1 Std.Uwe hatte ein wildes Leben. Ganz früher war er ein gewaltbereites, hasserfülltes, manipulatives Arschloch. Dann hat er sich bekehrt und war nur noch ein manipulatives Arschloch. Mittlerweile ist er einer der seltenen Menschen, denen man alles erzählen kann, ohne verurteilt zu werden.
Wir reden in dieser Folge darüber, wie viel Unterschied es plötzlich machen kann, wenn jemand Jesus in sein Leben lässt, aber wie einige Charakterzüge doch sehr viel Zeit brauchen, um zu heilen.
Uwes Leben hält wahnsinnig viele aberwitzige und tiefgründige Anekdoten bereit und einige haben es in diese Folge geschafft.
Freut euch auf viel Spaß, und einige herausfordernde Gedanken.
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Über Hausverbot im Beichtstuhl
Der erste deutschsprachige Podcast zu den Themen spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt in christlichen Gemeinschaften
Podcast-WebsiteHöre Hausverbot im Beichtstuhl, The Bible in a Year (with Fr. Mike Schmitz) und viele andere Podcasts aus aller Welt mit der radio.at-App

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