43 Episoden
- In dieser Folge von Retina View geht es um einen Chatbot, der nach Lebensqualität und Symptomen von Patienten mit chronischen Augenerkrankungen fragt.
Wie geht es Menschen mit einer Augenerkrankung zwischen zwei Arztterminen? Welche Veränderungen bemerken sie im Alltag, und wie können diese Informationen helfen, ihre medizinische Versorgung zu verbessern?
In der Augenheilkunde liefern Untersuchungen wie die Messung der Sehschärfe oder bildgebende Verfahren wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Augen. Doch medizinische Messwerte allein zeigen nicht immer, wie Betroffene ihre Erkrankung erleben und welche Einschränkungen sie im Alltag erfahren.
Hier setzen sogenannte Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) an. Mit diesen Instrumenten werden Beschwerden, Symptome und persönliche Erfahrungen direkt von Patientinnen und Patienten erfasst. Doch wie lassen sich solche Informationen regelmäßig, zuverlässig und möglichst unkompliziert erheben?
An der Universitäts-Augenklinik Bonn wird dazu ein neuer Ansatz erforscht: Ein digitaler Chatbot befragt Menschen mit chronischen Augenerkrankungen zu ihren Symptomen und Veränderungen im Alltag. Ziel des Forschungsprojekts ist es, neue Möglichkeiten der digitalen Symptomerfassung zu entwickeln und damit langfristig eine bessere Überwachung von Krankheitsverläufen sowie eine stärker patientenzentrierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
Besonders interessant für Menschen mit Sehverlust ist die geplante Weiterentwicklung des Chatbots zu einem sprachgesteuerten System. Künftig könnten Betroffene ihre Beschwerden möglicherweise einfach mündlich schildern, statt digitale Fragebögen ausfüllen zu müssen. Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, die Angaben strukturiert zu erfassen und wissenschaftlich auszuwerten.
Doch wie zuverlässig sind solche Systeme? Welche Chancen bietet die künstliche Intelligenz, und wo liegen ihre Grenzen? Kann ein digitaler Dialog künftig dazu beitragen, Veränderungen früher zu erkennen und die augenärztliche Betreuung zu verbessern?
Darüber spricht Moderator Thomas M. Duda mit Privatdozent Dr. med. Jan H. Terheyden, FEBO, Facharzt für Augenheilkunde an der Universitäts-Augenklinik Bonn. Er stellt das Forschungsprojekt vor, berichtet über die bisherigen Erfahrungen und erläutert, welche wissenschaftlichen Schritte noch notwendig sind, bevor solche Systeme in der medizinischen Routineversorgung eingesetzt werden können.
Die Folge knüpft an unser Gespräch mit Prof. Sabine Wöhlke über die Bedeutung von PROMs an und zeigt, wie die Perspektive der Patientinnen und Patienten mithilfe digitaler Technologien künftig stärker in die Augenheilkunde einfließen könnte.
Weiterführende Informationen
Universitäts-Augenklinik Bonn:https://www.augenklinik.uni-bonn.de/
Informationen zum Forschungsprojekt und zur Studienteilnahme bei Retina plus:https://www.retinaplus.de/studienteilnehmende-gesucht/
AG Terheyden:https://www.ukbonn.de/experimentelle-ophthalmologie/ag-terheyden/
Retina View – Perspektiven aus der Netzhautforschung
Ein Podcast von Retina plus e.V., dem gemeinnützigen Expertennetzwerk für Netzhautforschung und Sehverlust. Wir informieren über aktuelle Forschung, innovative Entwicklungen und neue Perspektiven für Menschen mit Sehverlust – und bringen Betroffene mit Wissenschaft und Forschung ins Gespräch.
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Was zählt bei einer medizinischen Behandlung außer Untersuchungsergebnissen und Messwerten? Sogenannte Patient-Reported Outcome Measures, kurz PROMs, erfassen direkt, wie Patienten ihren Gesundheitszustand, ihre Beschwerden und ihre Lebensqualität erleben.
Moderator Thomas M. Duda spricht mit Prof. Dr. Sabine Wöhlke darüber, wie PROMs entwickelt werden, warum Patienten daran beteiligt sein sollten und welchen Mehrwert sie für Behandlung, Forschung und Gesundheitspolitik bieten können. Dabei geht es auch um ethische Fragen, verständliche Aufklärung und die freiwillige Teilnahme an medizinischen Studien.
Ein Blick ins Ausland zeigt: In Ländern wie England, Schweden und Dänemark gehören PROMs teilweise bereits fest zur Gesundheitsversorgung. Deutschland steht dagegen noch am Anfang. Die Folge zeigt, was sich ändern müsste, damit die Erfahrungen und Bedürfnisse der Patienten künftig stärkerberücksichtigt werden
Prof. Dr. Sabine Wöhlke ist Medizinethikerin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den ethischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fragen der Gesundheitsversorgung. Als Leiterin einer Ethikkommission und Mitglied eines klinischen Ethikkomitees bringt sie ihre Expertise inForschungsprojekte und klinische Studien ein. Im Podcast erklärt sie verständlich, warum die Perspektive der Patienten ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Medizin sein sollte.
Weiterführende Informationen unter folgenden Links:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/BSt_PROMs-Implementierung_final.pdf
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Abonnieren Sie auch unseren kostenlosen Newsletter unter: https://www.retinaplus.de/newsletter/ - In dieser Ausgabe von Retina View sprechen wir mit Prof. Dr. Albrecht Lommatzsch über ein Thema, das die Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in den kommenden Jahren entscheidend verändern könnte: Biomarker.
Was sind Biomarker überhaupt – und warum sind sie für Menschen mit AMD so wichtig? Prof. Lommatzsch erklärt verständlich, wie moderne Bildgebung und die Analyse kleinster Veränderungen in der Netzhaut helfen können, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen und Therapien gezielter zu steuern. Ziel ist es, Veränderungen möglichst früh zu erkennen – idealerweise noch bevor Flüssigkeitdie empfindlichen Sehzellen dauerhaft schädigt.
Im Gespräch geht es außerdem um die Chancen der künstlichen Intelligenz in der Augenheilkunde. KI kann OCT-Aufnahmen auswerten, Biomarker erkennen und Augenärzte bei Diagnosen und Therapieentscheidungen unterstützen. Dabei macht Prof. Lommatzsch deutlich: Die künstliche Intelligenz ersetzt den Arzt nicht – sie ist ein wertvolles Werkzeug, das medizinische Entscheidungen unterstützt, aber nicht übernimmt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie sich die Behandlung der feuchten AMD künftig individualisieren lässt. Können Biomarker helfen, den optimalen Zeitpunkt für eine Therapie zu bestimmen? Wird es möglich sein, denBehandlungsbedarf eines Patienten besser vorherzusagen und damit die Belastung durch häufige Kontrolltermine und intravitreale Injektionen zu reduzieren?
Auch der Blick in die Zukunft kommt nicht zu kurz: Prof. Lommatzsch berichtet über neue Medikamente, Gentherapien und die Hoffnung, dass die AMD eines Tages nicht nur behandelt, sondern deutlich früher erkannt und ihr Fortschreiten langfristig verhindert werden kann.
Zum Abschluss gibt der Netzhautspezialist praktische Empfehlungen für Betroffene und ihre Angehörigen – von einem gesunden Lebensstil über regelmäßigeaugenärztliche Vorsorge bei familiärer Vorbelastung bis hin zur Bedeutung eines verlässlichen Unterstützungsnetzwerks im Alltag.
Themen dieser Folge:
Was Biomarker über eine AMD verraten+
Früherkennung statt Schadensbegrenzung
Moderne OCT-Bildgebung und künstliche Intelligenz
Individualisierte Therapie der feuchten AMD
Zukunftsperspektiven: Präzisionsmedien und Gentherapie
Praktische Tipps für Menschen mit AMD und ihre Familien
Prof. Dr. Albrecht Lommatzsch leitet seit vielen Jahren die retinologische Abteilung am Augenzentrum des St. Franziskus-Hospitals Münster und zählt zu den führenden Experten auf dem Gebiet der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Erforschung vonBiomarkern, moderner OCT-Bildgebung und innovativen Therapieansätzen, die eine individuellere und möglichst frühzeitige Behandlung von Menschen mit AMD ermöglichen.
Weiterführende Informationen unter folgenden Links: https://www.augen-franziskus.de/?utm_source=chatgpt.com
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AbonnierenSie auch unseren kostenlosen Newsletter unter: https://www.retinaplus.de/newsletter/ - In dieser Folge von Retina View geht es um die Chorioretinopathia centralis serosa (CCS), früher auch als RCS bezeichnet. Sie ist seit mehr als 150 Jahren bekannt – und dennoch gibt sie der Forschung bis heute viele Rätsel auf.
Warum entsteht die Erkrankung?
Welche Rolle spielen Kortison, Stress und genetische Faktoren?
Und warum heilt sie bei vielen Patienten von selbst, während sie bei anderen chronisch verläuft?
Zu Gast ist Prof. Dr. Dr. Clemens Lange, Facharzt für Augenheilkunde am Augenzentrum des St. Franziskus-Hospitals Münster. Er zählt zu den führenden Experten auf dem Gebiet der CCS-Forschung, ist Gründer des europäischen CCS-Registers und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen zur Erkrankung. Seine Forschung beschäftigt sich insbesondere mit modernen Bildgebungsverfahren, Biomarkern und der Entwicklung evidenzbasierter Therapien.
Gemeinsam mit Moderator Thomas M. Duda spricht Prof. Lange über den aktuellen Stand der Forschung und erklärt verständlich, was heute über die Erkrankung bekannt ist – und wo noch erheblicher Forschungsbedarf besteht.
Im Mittelpunkt dieser Folge stehen:
die aktuellen Erkenntnisse zur Entstehung der CCS,
die wissenschaftliche Evidenz hinter dem oft diskutierten Zusammenhang mit Stress,
moderne Bildgebung und die Suche nach Biomarkern,
das europäische CCS-Register mit inzwischen über 1.500 Patienten,
der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Auswertung von Bilddaten,
sowie die Frage, welche Therapien heute wissenschaftlich belegt sind – und welche nicht.
Außerdem erläutert Prof. Lange, warum hochwertige klinische Studien bei CCS besonders anspruchsvoll sind, welche Forschungsschwerpunkte er für die kommenden Jahre sieht und wie Betroffene durch eine Teilnahme am CCS-Register die Forschung unterstützen können.
Weiterführende Informationen unter folgenden Links:
Deutsches Register-Chorioretionathie Centralis Serosa (CCS): http://ccs-register.de/
Stellungnahme derFachgesellschaft DOG: https://dog.org/fuer-aerzte/leitlinien-stellungnahmen-empfehlungen/diabetes-glaskoerper-netzhaut/stellungnahmen-diabetes-glaskoerper-netzhaut/stellungnahme-von-dog-rg-und-bva-zur-chorioretinopathia-centralis-serosa-ccs
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Retina View lebt von vielfältigen Perspektiven – auch von Ihrer.“ AbonnierenSie auch unseren kostenlosen Newsletter unter: https://www.retinaplus.de/newsletter/ - In dieser Folge von Retina View begrüßen wir Prof. Alexa Klettner, Expertin für das retinale Pigmentepithel und langjährige Forscherin auf dem Gebiet der altersabhängigen Makuladegeneration. Sie gibt persönliche Einblicke in ihrenwissenschaftlichen Werdegang und erzählt, was sie seit über zwei Jahrzehnten in der Augenheilkunde antreibt.
Ein besonderer Moment ihrer Forschung begann – wie so oft in der Wissenschaft – mit einem Zufall: der Entdeckung der Fucoidane. Diese aus Braunalgen gewonnenen Polysaccharide rücken zunehmend in den Fokus als potenzieller multifaktorieller Therapieansatz für die altersabhängige Makula Degeneration (AMD).
Wir erklären einfach verständlich, was Fucoidane sind, wie sie im Körper wirken und warum sie gleich mehrere wichtige Prozesse der Krankheit gleichzeitig beeinflussen könnten – zum Beispiel Entzündungen, Zellschäden durch „oxidativen Stress“ und das Wachstum neuer, schädlicher Blutgefäße.
Im Gespräch beleuchten wir auch die entscheidende Frage: Worin unterscheiden sich Fucoidane von bestehenden Therapien – und welchen konkreten Vorteil könnten sie für Patientinnen und Patienten bieten?
Außerdem werfen wir einen Blick auf den aktuellen Stand der Forschung – von Zellkulturmodellen über Ergebnisse im Zebrafisch bis hin zu geplanten Studien am Menschen.
Was bedeuten diese Schritte auf der Zeitachse klinischer Entwicklung?
Darüber hinaus sprechen wir über praktische Aspekte: Wie werden klinische Studien vorbereitet und durchgeführt? Wo könnten sie stattfinden? Wie werden Fucoidane gewonnen und welche Rolle spielt deren Qualität?
Zum Abschluss wagen wir einen Ausblick: Können Fucoidane künftig dazu beitragen, das Fortschreiten der AMD zu verlangsamen und invasive Behandlungen zu reduzieren?
Eine Folge über wissenschaftliche Neugier, unerwartete Entdeckungen und die Zukunft innovativer Therapien in der Ophthalmologie.
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