In dieser Podcast-Episode spricht Thomas mit Joachim Nickel, einem erfahrenen Web-Analytics-Spezialisten und Open-Source-Experten, über die tiefgreifenden Veränderungen im Bereich der Webanalyse. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aussagekräftig Web-Analytics-Daten heute noch sind – vor dem Hintergrund von DSGVO, Consent-Bannern, Adblockern, veränderten Nutzergewohnheiten und dem wachsenden Einfluss von KI-Systemen wie AI Overviews und KI-Browsern.
Joachim erläutert, warum Datenschutz nicht das Ende von Web Analytics bedeutet, sondern vielmehr ein Umdenken erfordert. Es geht weniger um perfekte, personenbezogene Daten und mehr um belastbare Muster und qualitative Signale. Diskutiert wird der Unterschied zwischen klassischen Analytics-Lösungen und datenschutzkonformen Alternativen, insbesondere im Hinblick auf Datenquantität, Datenqualität und Interpretierbarkeit. Dabei wird deutlich, dass weniger Tracking nicht automatisch schlechtere Entscheidungen bedeutet – solange die richtigen Fragen gestellt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge liegt auf der sinnvollen Bewertung von KPIs. Thomas und Joachim sprechen darüber, warum Traffic und Verweildauer allein kaum noch Aussagekraft haben und weshalb Mikro- und Makro-Conversions stärker in den Fokus rücken müssen. Besonders im SEO- und Content-Umfeld wird klar, dass informationelle Inhalte selten sofort verkaufen, aber dennoch einen entscheidenden Beitrag zur Customer Journey leisten. Themen wie reale Nutzungszeit auf Seiten, Scroll- und Interaktionstiefe sowie die Grenzen klassischer Metriken werden dabei praxisnah eingeordnet.
Auch der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Traffic, Attribution und Analyse wird kritisch beleuchtet. Während KI-Systeme neue Zugriffsquellen schaffen können, sorgen sie gleichzeitig für zusätzliche Intransparenz. Die größte Herausforderung für valide Analysen liegt laut Joachim jedoch weniger bei KI, sondern weiterhin bei Datenverlusten durch Consent-Ablehnung und technische Blockaden.
Abschließend macht die Episode deutlich, dass Web Analytics auch heute unverzichtbar bleibt – allerdings nur dann, wenn Daten nicht blind vertraut, sondern fachlich eingeordnet und kontextualisiert werden. Die Folge richtet sich an Unternehmer:innen, Marketer, SEO-Verantwortliche und alle, die Web-Analytics-Zahlen besser verstehen, realistischer bewerten und strategisch sinnvoll nutzen wollen.