Der Ölpreis ist seit Beginn des Kriegs gegen den Iran stark gestiegen –
und mit ihm auch die Spritpreise in Deutschland. Deshalb will die
Bundesregierung nun einen Teil der strategischen Ölreserven freigeben.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte an, dass
Deutschland diesen Schritt gemeinsam mit den G7-Staaten und der
Internationalen Energieagentur (IEA) tun werde. Die Vorräte sollen im
Kriegs- oder Katastrophenfall die Versorgung mit Öl zum Tanken, Heizen
und für die Industrie sicherstellen sowie Preisanstiege dämpfen. Laut
der Nachrichtenagentur Reuters und Handelsblatt sollen insgesamt 400
Millionen Barrel freigegeben werden, mehr als je zuvor. Zu Beginn des
Ukrainekriegs waren es 182 Millionen Barrel gewesen. Deutschland soll
rund 19,5 Millionen Barrel freigeben, etwa ein Fünftel seiner Reserven.
Außerdem will die Wirtschaftsministerin das sogenannte Österreichische
Modell einführen: Tankstellen dürften dann die Preise nur noch einmal am
Tag erhöhen, aber jederzeit senken. Dafür muss zunächst das Kartellrecht
geändert werden; wann die neue Regelung eintritt, ist noch unklar.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist auf Nahostreise – von Israel und
Saudi-Arabien über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Katar. Am
Dienstag traf er in Jerusalem als erster EU-Außenminister seit Beginn
des Irankriegs seinen israelischen Amtskollegen Gideon Saar. Dabei
kritisierte er die Gewalt radikaler israelischer Siedler im
Westjordanland. Der israelische Rechtsstaat müsse dagegen "mit aller
Entschlossenheit" vorgehen, sagte er und stellte sich damit hinter die
jüngste Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der israelischen
Siedlungspolitik in dem Gebiet. Zugleich forderte Wadephul eine
regionale Friedensordnung, die die Sicherheit aller Staaten und Menschen
in der Region gewährleisten soll. Was will der Außenminister mit seinem
unangekündigten Krisenbesuch erreichen? Das berichtet Alice Bota aus dem
Politikressort der ZEIT, die Wadephul auf seiner Reise begleitet.
Auf dem Weltgipfel für Kernenergie in Paris bedauerte
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Deutschlands Ausstieg aus
der Atomkraft. Sie betonte, Atomkraft sei zuverlässig, bezahlbar und
emissionsarm. Die Europäische Union will nun eine Strategie für
sogenannte kleine modulare Reaktoren vorlegen. Diese sollen neben
herkömmlichen Kernreaktoren zum Einsatz kommen und bis Anfang der
2030er-Jahre einsatzbereit sein. Doch was genau sind diese kleinen
modularen Reaktoren? Welche Hoffnungen werden mit der Technologie
verbunden – und sind sie realistisch? Das erklärt Robert Gast, Redakteur
im Wissensressort der Zeit.
Und sonst so? Der Autor und Illustrator Janosch feiert heute seinen 95.
Geburtstag
Moderation und Produktion: Moses Fendel
Redaktion: Philip-Johann Moser
Mitarbeit: Soley Künne, Konstantin Hadži-Vuković
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Weitere Links zur Folge:
Krieg im Iran: Von der Leyen schlägt Maßnahmen zur Senkung der
Energiepreise vor
Krieg im Iran: Deutschland gibt Teil der Ölreserve frei
Israel: Außenminister Wadephul kritisiert in Jerusalem Siedlergewalt
Johann Wadephul: Außenminister der schwarz-roten Koalition
Weltgipfel für Kernenergie in Paris: Von der Leyen nennt Abkehr von
Atomkraft einen "strategischen Fehler"
Ursula von der Leyen: Die EU-Kommissionspräsidentin
Small Modular Reactors: Der Traum vom kleinen, sicheren Atomkraftwerk
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