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Frisch an die Arbeit - ZEIT ONLINE

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  • Wie fotografiert man eine Diktatur, Harald Hauswald?
    "Je länger die Geschichte ist, die ein Bild erzählt, umso besser ist es", sagt der Fotograf Harald Hauswald im Podcast "Frisch an die Arbeit". In der DDR fotografierte er die Straßen Ost-Berlins, danach gründete er die Bild-Agentur Ostkreuz. "Wenn man ein Foto betrachtet, muss was in Bewegung kommen", sagt er. Geschehe das nicht, könne man es wegwerfen. Der heute 68-Jährige ließ sich nach der Schule zum klassischen Fotografen ausbilden. Allerdings nicht, weil er das wollte, sondern weil sein Vater Fotograf gewesen sei. "Das war nicht mein Wunsch. Das war der Wunsch meines Vaters", erzählt Hauswald im Arbeitspodcast. Später veröffentlichte er Alltagsszenen aus Ost-Berlin in den West-Berliner Stadtmagazinen Tip und Zitty und in Geo zu. Die DDR-Diktatur habe das natürlich als Provokation empfunden, erzählt Hauswald. Das Regime habe gegen ihm wegen der "Weitergabe geheimer Nachrichten" ermittelt und ihn sehr ausführlich von der Stasi ausspionieren lassen, sagt er. Nach dem Fall der Mauer arbeitete Hauswald für etliche Zeitschriften und stellte seine Bilder weltweit aus. Er habe so arbeiten können, wie er es wollte, sagt er heute. Ob er jemals einen anderen Job hätte haben wollen? Hauswald schüttelt den Kopf. "Ich ziehe mir nicht gerne eine Zwangsjacke an – außer die, die ich selber für mich zurecht bastle."
    7/5/2022
    43:40
  • Wie kann man mit Kunst Klischees brechen, Moshtari Hilal?
    "Vor 2001 hat sich niemand für Afghanistan interessiert, nach dem 11. September in dem Jahr aber war Afghanistan überall Thema, auch in der Schule, in der ersten Klasse, in der ich damals war", erzählt die Künstlerin Moshtari Hilal, die zu der Zeit in Deutschland lebte. "Ich musste mich damals schon mit dem Land auseinandersetzen, weil die anderen Kinder Maschinengewehrgeräusche gemacht, mir Terrorismus unterstellt oder gefragt haben, ob meine Familie Osama bin Laden kennt." Hilal, die 1993 in Kabul geboren wurde, kam als Asylbewerberin nach Deutschland und ging nach ihrem Abitur wieder für eine Zeit nach Afghanistan, auch um die Kunst- und Kulturszene ihres Geburtslandes kennenzulernen, wie sie im Podcast "Frisch an die Arbeit" erzählt. Obwohl sie sich eigentlich für Zeichnen und Kunst interessierte, begann sie zurück in Deutschland Islam- und Politikwissenschaften zu studieren. Mit der Zeit habe sie dann aber doch “mehr Zeit in die Kunst” als in ihr Studium gesteckt. Dass ihre Kunst so viel mit ihrer Biografie zu tun hat, sei inhaltlich ein Privileg, künstlerisch aber manchmal auch belastend. “Wenn ich diese sehr aufwendigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die oft sehr detailliert und groß sind, verkaufe und dann quasi weggeben muss, fühlt sich das für mich an wie ein Verlust”, sagt Hilal. Über die Jahre habe sie sich ein eigenes Publikum erarbeitet. "Das macht mich auch in gewisser Weise unabhängig von den Strukturen in der Kunstindustrie, in der ich halt eben nicht klassisch ausgebildet wurde und in der ich auch nicht diese Netzwerke habe." Trotzdem, erzählt Hilal, habe sie den Wunsch, unabhängiger von Social-Media-Plattformen wie Instagram zu werden. “Manchmal wünsche ich mir, Instagram einfach zu löschen – und es wäre irrelevant für meine Arbeit und mein Vorankommen.”
    6/21/2022
    44:25
  • Wie reinigt man einen Tatort, Marcel Kreuzer?
    "Man stellt sich ja immer vor, dass Tatortreiniger ausschließlich wegen Verbrechen, Mordfällen und überhaupt den schlimmste Delikten kommen", sagt der Oberdinger Tatortreiniger Marcel Kreuzer im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das ist aber gar nicht so: Der Großteil sind Menschen, die einsam in ihrer Wohnung verstorben sind und unentdeckt wochenlang dort lagen." Tatsächlich sei die Berufsbezeichnung "Tatortreiniger" etwas irreführend: Nur bei zehn bis 20 Prozent seiner Aufträge gehe es wirklich um Mordfälle, "viel weniger als man annimmt", erzählt Kreuzer im Arbeitspodcast von Zeit Online. Neben natürlichen Todesursachen kämen auch Suizide und Unfälle leider häufig vor. Entsprechend aufwändig sei auch die Reinigung. "Gerade in einer Wohnung, in der wochenlang eine Leiche lag, reicht es nicht zu putzen", sagt Kreuzer. "Dann muss tatsächlich die ganze Wohnung geräumt und manchmal auch saniert werden. Man bekommt den Geruch einfach nicht raus." "Es gibt selten Momente, die uns wirklich schockieren – auch wenn das trotzdem vermutlich noch häufiger vorkommt als bei anderen Berufen", sagt Kreuzer. Besonders schwierig sei es, den richtigen Grad der Nähe zu den Angehörigen zu finden, sie seien letztlich ja Reinigungskräfte, keine Seelsorger: "In so einer Situation kann ein witziger Spruch ja schnell nach hinten losgehen."
    6/7/2022
    34:12
  • Wieso sollten wir mehr Algen essen, Deniz Fiçicioglu?
    "Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich dazu zu bekommen, dass sie täglich Algen essen", sagt die Startup-Gründerin Deniz Fiçicioglu, die mit einen Dosenthunfischersatz aus Algen und Bohnen entwickelt hat. "Wir richten uns also nicht bloß an Veganer, die einen Ersatz für Thunfisch suchen, sondern an alle." Fiçicioglu, 37, arbeitet früher als Planerin in Werbeagenturen, ehe sie sich wegen mehrerer Unverträglichkeiten begann, sich mit Lebensmitteln zu beschäftigen. Erst sammelte sie in ihrem Blog selbstentwickelte fruktosefreie Rezepte, dann veröffentlichte sie ein Kochbuch namens "Und was isst du dann?" gluten- und zuckerfreien Rezepten. Mit Algen habe sie sich beschäftigt, als ihr jetziger Mitgründer Jacob von Manteuffel, ein studierter Meeresbiologe, ihr von deren Vorteilen erzählt habe, sagt Fiçicioglu im ZEIT-ONLINE-Podcast Frisch an die Arbeit. Wie beim Kaffee entsteht der Geschmack erst durch die Weiterverarbeitung. "Es ist schon die Kombination aus Zutaten, die das Produkt ausmachen und das ist schon ‘verarbeiteter’ als andere", sagt Fiçicioglu. Beispielsweise sei der Thunfisch das erste halbe Jahr grün gewesen – algengrün. "Und dann fängt man an, Stück für Stück die Farbe zu optimieren, den Biss", sagt Fiçicioglu. Mittlerweile sähen die Produkte so aus wie echter Thunfisch und schmeckten auch so. Dennoch hätten viele Menschen Vorbehalte, weil sie nur vergammelte Algen vom Strand kennen. "Menschen, die unsere Produkte probieren, sagen häufig: Das schmeckt ja gar nicht nach Alge! Ich frage dann immer: Hast du denn schon mal Algen probiert?", erzählt Fiçicioglu.
    5/24/2022
    39:42
  • Wie dokumentiert man Kriegsverbrechen, Sam Dubberley?
    "Ich habe alles gesehen, was Menschen einander antun können", sagt Sam Dubberly, der für die Organisation Human Rights Watch ein Team leitet, das anhand von Videos und Bildern Menschenrechtsverletzungen dokumentiert. "Ich habe in Syrien gearbeitet, nach den Angriffen auf Aleppo oder Idlib, ich habe in Äthiopien Massenmorde gesehen, ich habe die Leute gesehen, die am Kopf von Tränengaskanistern getroffen wurden und wie das aussieht." Dubberly, 45, war früher Fernseh-Journalist in Krisengebieten und arbeitet seit gut zehn Jahren für Menschenrechtsorganisationen, hier hat er sich auf die digitale Beweissicherung spezialisiert. Dazu sichtet er gemeinsam mit vier Kollegen bei Human Rights Watch täglich Videos und Fotos aus Kriegs- und Krisengebieten wie der Ukraine. "Wir suchen die Bilder und Videos über Telegram, Tiktok und Twitter und sichten Satellitenbilder. Das hilft uns Beweise zu sammeln, die zeigen: Dort könnte es Kriegsverbrechen in der Ukraine gegeben haben," sagt Dubberly im Zeit-Online-Podcast Frisch an die Arbeit. "Die Russen wissen, dass wir Satellitenfotos haben, die beweisen, was in Mariupol passiert. Wir hören häufig, dass die Menschen, die von dort fliehen, gezwungen werden, alle Bilder von ihren Handys zu löschen", sagt Dubberly. "Wenn Staaten Verbrechen begehen wollen, schalten Sie mittlerweile das Internet ab. Weil sie wissen, dass wir das sehen und darüber berichten werden. Und sie haben Angst. Angst vor der Wahrheit."
    5/10/2022
    38:57

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