214 Episoden
- Zur Ausbildung Systemische Therapie und Beratung (SystCert)
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Personen:
Alex Grimm – Chorleiter der Hamburg Voices, Gesangspädagoge mit eigenem Studio in Hamburg
Website: hamburg-voices.de
Laetitia – Sängerin im Tenor der Hamburg Voices
Yasmin Brinkmann – Systemische Lehrtherapeutin am Systemischen Zentrum der wispo AG
Instagram: yasmin.brinkmann
LinkedIn: Yasmin Brinkmann
Beschreibung
Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“.
Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen.
Zusammenfassung
In dieser Folge sprechen Alex Grimm, Laetitia und Yasmin Brinkmann über die Stimme – und darüber, warum sie so viel enger mit Psyche und Gefühl verknüpft ist als andere Ausdrucksformen.
Der Ausgangspunkt ist eine Beobachtung aus der Chorarbeit: Fast alle, die singen lernen wollen, bringen ein Urteil über ihre Stimme mit. Zu laut, zu leise, zu hoch, zu tief. Anders als bei einem Instrument lässt sich dieses Urteil nicht von der Person trennen – die Stimme ist Teil des Körpers, man hat das Instrument sozusagen verschluckt. Aus einem Kommentar über den Klang wird so leicht ein Kommentar über den Menschen, und daraus Scham.
Von dort öffnet sich das Gespräch in mehrere Richtungen. Es geht um die körperliche Seite – Atmung, Vagusnerv, das Pendeln zwischen Übererregung und Erstarrung und die mittlere Zone, in der Menschen handlungsfähig bleiben. Es geht um das, was Generationen weitergeben: eine Erziehung, in der Gefühle gefährlich waren, eine Gesangskultur, die nach dem Nationalsozialismus verschwand, Körpernormen vom Korsett bis zum flachen Bauch, die tiefes Atmen und damit die eigene Kraft schwer erreichbar machen. Und es geht um Wut als Emotion, die Veränderung will und erst durch das Unterdrücken gefährlich wird.
Deutlich wird auch, wie nah das am eigenen professionellen Handeln liegt. Wer berät, therapiert oder coacht, arbeitet den ganzen Tag mit der Stimme – und lernt selten, wie das gesund geht. Chor, Gesangsunterricht, Sprecherziehung erscheinen im Gespräch weniger als Hobby denn als eine Form von Selbsterfahrung, die konfrontativer ist, als man vermutet.
Dabei wird deutlich:
Wer die eigene Stimme wieder bewohnt, bekommt nicht nur einen besseren Klang, sondern einen Zugang zu Gefühlen, die lange hinter verschlossenen Türen lagen.
Stimme, Singen, Emotionen, Scham, Selbsterfahrung, Chorgesang, Vagusnerv, Window of Tolerance, transgenerationale Weitergabe, Wut, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen
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Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de - Zur Ausbildung Systemische Traumaberatung (SystCert)
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Personen:
Dr. Tilman Staemmler – Therapeut, Supervisor und Trainer mit eigener Praxis „Systeme gestalten“ in Heidelberg, Dozent für systemische Therapie und Beratung am Systemischen Zentrum der wispo AG
Instagram: systeme.gestalten
LinkedIn: Tilman Staemmler
Website: systeme-gestalten.de
Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH
Instagram: hausdesbarons
LinkedIn: Kevin Baron
Beschreibung
Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“.
Hier geht es um psychologischen und systemischen Austausch – und darum, guten Ideen Gehör zu verschaffen.
Zusammenfassung
In dieser Folge sprechen Dr. Tilman Staemmler und Kevin Baron darüber, was Trauma ist – und was nicht – und wie sich traumatische Erfahrungen professionell begleiten lassen.
Ausgangspunkt ist die alltägliche, oft inflationäre Rede vom Trauma. Tilman Staemmler unterscheidet zwischen einem subklinischen Sprachgebrauch, der schmerzhafte Erfahrungen benennt, und Traumatisierungen auf klinischem Niveau. Er beschreibt, wie Stress, der uns normalerweise wach und handlungsfähig macht, das Nervensystem überlasten kann – bis hin zum Shutdown und zur Dissoziation als Schutzmechanismus der Psyche.
An einem Beispiel aus der Paartherapie wird sichtbar, wie frühe Erfahrungen in spätere Beziehungen hineinwirken: Ein brüchiger Selbstwert sucht Bestätigung beim Gegenüber, und wo sie ausbleibt, schaukelt sich eine Eskalationsdynamik hoch. Am Anfang der Arbeit stehen deshalb Stabilisierung und Sicherheit – vom vereinbarten Codewort, das einen Streit unterbricht, über die 5-4-3-2-1-Übung, die zurück ins Hier und Jetzt holt, bis zur Unterscheidung zwischen heißem und kaltem Gedächtnis nach Luise Reddemann.
Zum Schluss geht es um Abgrenzungen und Haltung: wie sich Trauer, Trauma, Depression und Sucht zueinander verhalten, warum Integration ein langsamer Prozess ist, der den Schmerz zuerst ernst nimmt, und wie die Idee des guten Grundes im Alltag zu mehr Gelassenheit beitragen kann. Das Gespräch entstand im Vorfeld des Fachtags Trauma- & Trauerbegleitung am 23.10.2026 in Stuttgart. Die Teilnahme ist vor Ort und im Livestream kostenfrei möglich, alle Informationen und die Anmeldung findest du auf der Veranstaltungsseite.
Dabei wird deutlich:
Nicht jede schmerzhafte Erfahrung ist ein Trauma – doch wo sie es ist, beginnt Hilfe mit Sicherheit, nicht mit der Deutung des Erlebten.
Keywords
Trauma, Traumaberatung, Dissoziation, Stabilisierung, Emotionsregulation, Paartherapie, 5-4-3-2-1-Übung, Trauer und Trauma, guter Grund, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen
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Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de - Zur Ausbildung Systemisches Coaching (SystCert)
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Personen:
Timo Bartel – „Connecting Self“, Coach für Unternehmer:innen und Führungskräfte, Physiotherapeut; Schwerpunkte Stress, Gesundheit und Führung
Instagram: timo_bartel
Website: timo-bartel.de
Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH
Instagram: hausdesbarons
LinkedIn: Kevin Baron
Beschreibung
Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“.
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Zusammenfassung
In dieser Folge sprechen Timo Bartel und Kevin Baron darüber, was der Körper zur mentalen Stabilität beiträgt – und warum ein ganzheitlicher, systemischer Blick ohne ihn nicht auskommt.
Timo Bartel beschreibt mentale Stabilität nicht als Panzer, sondern als Zugriff auf die eigenen Werte, Stärken und Kompetenzen. Werte sind Leitplanken, die durch Herausforderungen tragen – solange man sie regelmäßig auf den Prüfstand stellt. Anhand der Lebensgeschichte von J. M. Barrie zeigt er, wie Bedeutung Biochemie erzeugt: Was wir denken, verändert den Körper, und der Körper verändert, was wir denken können. In der Arbeit mit Klientinnen und Klienten werden deshalb Bewegungsaufgaben wie Kniebeugen oder Boxen zur Diagnostik: Wie jemand an ein Gewicht herangeht, erzählt oft mehr als jedes Gespräch.
Deutlich wird, wie Regulation im Alltag gelingen kann: Raum halten, eine Metaposition einnehmen, wieder in einen neutraleren Zustand kommen – und dann mit Abstand auf die Emotion schauen. Es geht nicht um Erschlaffung und nicht um Überspannung, sondern um das optimale Verhältnis, aus dem Flow entsteht. Verdrängung hat ihren Sinn, meldet sich aber über den Körper zurück: als Gereiztheit, Schlafstörung, Energiemangel oder Symptom. Loslassen ist für Timo Bartel dabei schon wieder ein Tun am Problem; hilfreicher ist, die Aufmerksamkeit erst einmal zu sich selbst zurückzuholen. Dass all das messbar ist – über Herzratenvariabilität oder Cortisol – hilft besonders Menschen, die Zahlen und Fakten brauchen.
Am Ende geht es um die Frage, was Menschen nach einer Begleitung anders machen: Werte abgleichen, Inseln schaffen, Unterstützer ins Boot holen, den eigenen Körper ernst nehmen – und der Rat, mutig und verantwortungsvoll einfach mal loszulegen.
Dabei wird deutlich:
Wer mentale Stabilität aufbauen will, kommt am Körper nicht vorbei – er ist Frühwarnsystem, Diagnostik und Zugang zugleich.
mentale Stabilität, Körper und Psyche, Werte, Regulation, Nervensystem, Flow, Stress, Resilienz, Verdrängung, Metaposition, Herzratenvariabilität, Coaching für Unternehmer, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen
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Schreib uns gerne an: support@systemischer-club.de - Zur Ausbildung Systemische Supervision (SystCert)
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Personen:
Sabine Zschüttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjährige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision
LinkedIn: Sabine Zschüttig
Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH
Instagram: hausdesbaronsLinkedIn: Kevin Baron
Beschreibung
Herzlich willkommen bei „Kalifornische Terrassen“.
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Zusammenfassung
In dieser Folge sprechen Sabine Zschüttig und Kevin Baron über Supervision in Zwangskontexten: Was passiert, wenn ein Team zur Supervision geschickt wird? Und wie gehen Supervisorinnen und Supervisoren mit dem eigenen Druck um, wenn die Kooperation ausbleibt?
Den Einstieg macht ein Fall aus der Teamsupervision: Eine Führungskraft hat gegen die Verabredung des Teams entschieden, ein Teil des Teams holt eine externe Supervisorin, der andere sitzt skeptisch daneben. Sabine Zschüttig beschreibt, wie sie Erwartungen und No-Gos sammelt, den zeitlichen Rahmen realistisch hält und Druck aus der Gruppe nimmt. Ein Team muss keine Familie sein – es braucht eine tragfähige Arbeitsbeziehung.
Ein zweiter roter Faden ist der Umgang mit denen, die schweigen. Anwesenheit ist bereits ein Beitrag, Schweigen darf legitim sein, und wer mit dem Fuß wippt, kann eingeladen werden, den Fuß sprechen zu lassen. Gleichzeitig hält Sabine Zschüttig an Struktur fest: Vorgespräche, Visualisierung, Zeitmarken und die Frage, wer für wen spricht, geben Orientierung und Sicherheit. Bricht ein Konflikt zwischen Leitung und Mitarbeitenden aus, gibt sie die Frage zurück ans Team.
Zum Schluss geht es um die Supervisorin selbst – um Scham im Raum, um Themen wie Verlust und Suizid eines Klienten, die ein Team nicht besprechen wollte, und um die Entscheidung, welchen Auftrag man annimmt und welchen man qualifiziert weiterverweist.
Dabei wird deutlich:
Supervision wirkt weniger über die richtige Methode als über echte Wertschätzung für die Arbeit derer, die da sitzen – auch wenn sie nicht freiwillig gekommen sind.
Literaturhinweise:
Conen, Marie-Luise (Hrsg.): Wo keine Hoffnung ist, muss man sie erfinden. Aufsuchende Familientherapie. Mit Vorworten von Jorge Colapinto und Jochen Schweitzer-Rothers. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag, 2. Aufl. 2004
Conen, M.-L., Cecchin, G. (2020). Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden? Heidelberg: Carl-Auer.
Conen , M.-L. (2007). Eigenverantwortung, Freiwilligkeit und Zwang, S.370 375. In: Zeitschrift für Jugendkriminalrecht und Jugendhilfe (ZJJ) . Heft 4
Conen, M.-L. (2005). Zwangskontexte konstruktiv nutzen, Psychotherapie im Dialog, 6(2). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
Conen, M.-L.: Zurück in die Hoffnung. Systemische Arbeit mit
„Multiproblemfamilien", 2015
Dinger, Wolfgang: Ein Doppelleben. In: Supervision, 43. Jahrgang, Nr. 3, 2025, Seite 7–10; DOI: 10.30820/1431-7168-2025-3-7; Psychosozial-Verlag • Huber, A. (2003). Möglichkeiten des konstruktiven Umgangs mit Widerstand in erwachsenendidaktischen Veranstaltungen, Zeitschrift: Gruppendynamik und Organisationsberatung, Verlag für Sozialwissenschaften , Wiesbaden.
Kähler, H. (2005). Soziale Arbeit in Zwangskontexten. Wie unerwünschte Hilfeerfolgreich sein kann. München: Ernst Reinhardt.
Klug, W., Zobrist, P. (2021). Motivierte Klienten trotz Zwangskontext. München: Ernst Reinhardt.
Liechti, J. (2010). Dann komm ich halt, sag aber nichts. Heidelberg: Carl-Auer.
Zobrist , P.: Methodische Ansätze zur wirkungsvollen Betreuungsarbeit im Zwangskontext, VBK --/VSAV Fachtagung vom 4./5. September 2008. Wirksame Handlungskonzepte im Kindes und Erwachsenenschutz, http://www.vbkcat.ch/assets/pdf/de/aktuell/Unterlagen_Zobrist_gesamt.pdf23.7.2009.
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Personen:
Sabine Zschüttig – Systemische Therapeutin, Coachin und Supervisorin, Dozentin am Systemischen Zentrum der wispo AG; langjährige Erfahrung in forensischer Beratung und Supervision
LinkedIn: Sabine Zschüttig
Kevin Baron – Systemischer Club / Systmeta GmbH
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Beschreibung
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Zusammenfassung
In dieser Folge sprechen Sabine Zschüttig und Kevin Baron über Beratung in Zwangskontexten – über Menschen, die vom Jugendamt, vom Gericht oder vom Chef geschickt werden und zu Beginn sagen: Ich brauche keine Hilfe, ich bin nur hier, weil ich muss.
Sabine Zschüttig räumt zuerst mit einer Zuschreibung auf: Unmotivierte Klientinnen und Klienten gibt es nicht. Wer geschickt wird, hat eine Motivation – vielleicht die, die Zeit abzusitzen oder die Beraterin wieder loszuwerden. Genau daran lässt sich anknüpfen, etwa mit der Frage, wie sie helfen kann, sie wieder loszuwerden. Voraussetzung ist Transparenz: Wer beauftragt hier wen, was wird berichtet und was bleibt im Raum, welche Bedingungen gelten und welche Wahl hat das Gegenüber? Ein heimlicher Auftrag, den der Auftraggeber im Hintergrund mitgibt, stört jede Beziehung – also wird er offengelegt oder gar nicht erst angenommen.
Am Beispiel eines Führungskräfte-Coachings zeigt sich, wie das konkret klingt: nach den Fantasien fragen, die jemand über den Auftrag des Chefs hat, offen die Vermeidungsstrategien benennen, an denen sich Unbehagen zeigen würde, und die Entscheidung, was berichtet wird, beim Coachee lassen. Dazu kommt die Frage nach früheren Beratungserfahrungen, nach No-Gos und danach, was jemand überhaupt mit dem Wort Veränderung verbindet – denn Scham und Angst spielen in diesen Kontexten eine große Rolle.
Zum Schluss geht es um die Beraterinnen und Berater selbst, die trotz allem nicht an ihre Klienten herankommen, um implizite Aufträge an sich selbst, um Tempo und Selbstwert – und um einen Satz aus der Mailänder Schule: Wenn es keine Hoffnung gibt, muss man sie erfinden.
Dabei wird deutlich:
Unfreiwilligkeit ist kein Motivationsproblem, sondern eine Auftrags- und Beziehungsfrage – und Transparenz ist der erste Schritt zu einer Arbeitsbeziehung.
Zwangskontext, unfreiwillige Klienten, Auftragsklärung, Triangulation, heimlicher Auftrag, Transparenz, Beziehungsaufbau, Jugendhilfe, Führungskräftecoaching, Scham, Systemisches Zentrum, wispo, Systemischer Club, Kalifornische Terrassen
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